Als Ingenieur Beamter werden?

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Xoxo
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Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Xoxo » 04.08.2014 16:49

Hallo,

ich habe nun ein Vorstellungsgespräch bei der Bayerischen Staatsbauverwaltung für die QE3 hinter mir.
Ich habe Bedenken, ob ich ein Jobangebot annehmen sollte.

Ein Grund ist die Bezahlung:
Ich beginne bei A10 Stufe 1 laut Gehalts-Rechner mit 2570 Eu brutto und 2138 Eu netto. Hinzu kommen noch 50% einer privaten Krankenversicherung, die ich abschließen muss. Geht man hier von 200 Eu aus (ich weiß nicht genau, wieviel es wirklich kostet), bin ich bei 1938 Eu netto. Mein letzter Verdienst in der Wirtschaft lag bei ca. 2500 Eu netto.
Meint ihr, das ist angemessen im Verhältnis zu der zu erbringenden Leistung?

In der QE4 würde man mit ca. 3770 Eu brutto einsteigen. Gehaltstechnisch würde es sich lohnen, hierfür noch ein 3-semestriges Master-Studium zu absolvieren.
Sind Anforderungen bzw. Stress in QE4 deutlich höher als bei QE3? Kommt es auch vor, dass ein QE3-Mitarbeiter dasselbe macht wie ein QE4-Mitarbeiter?
Ich denke mir aber auch, dass es deutlich schwerer ist, eine QE4-Stelle zu bekommen, da diese vermutlich auch seltener sind.

Laut Vorstellungsgespräch hat man als Ingenieur dort mehr als genug zu tun, viel Stress und ist anscheinend fast immer ausgelastet bei einer 40h Woche. Kann jemand etwas dazu sagen?
Schade ist auch, dass man z.B. keinen 35h Vertrag abschließen kann.

Habe ich sonst vielleicht noch große Vor- und Nachteile nicht berücksichtigt?

HansH41
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von HansH41 » 04.08.2014 19:18

Xoxo hat geschrieben: Gehaltstechnisch würde es sich lohnen, hierfür noch ein 3-semestriges Master-Studium zu absolvieren.
Nicht nur gehaltstechnisch würde sich das lohnen. Mit einem Master bist du ein richtiger Diplom-Ingenieur, auch wenn man den in der ganzen Welt angesehenen und etablierten akademischen Grad wegrationalisiert hat.
Schau dir die Führungsebenen in der Industrie und im Öffentlichen Dienst an: hier findest du meistens richtige Diplom-Ingenieure (tüchtige Ausnahmen bestätigen die Regel).
HasnH

Xoxo
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Xoxo » 04.08.2014 19:47

Danke für die Antworten, besonders der Beitrag von GandalftheGrey ist super :)
GandalftheGrey hat geschrieben:Wenn dein Studium mehr als sechs Semester gedauert hat, dann steigst du in Stufe 2 ein, das sind dann knapp über 50 Euro mehr Netto im Monat. (Übrigens kriegst du in Stufe 1 A10 ohne VWL und ohne Kirchensteuer 2195 Euro netto, keine Ahnung, woher du deine Zahlen hast, wahrscheinlich hast du die allg. Stellenzulage weggeklickt). Außerdem ist das nur das Anfangsgehalt. Alle zwei Jahre wird das etwas mehr, wenn du nicht grade ne faule Socke bist.
Cool, mein Studium hat 7 Semester gedauert :) Kirchensteuer muss ich keine Zahlen. Wie hast du es berechnet? Ich hab einfach den folgenden Rechner verwendet:
http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/re ... ayern-2014

Wie viele Monatsgehälter bekommt man denn?
Stimmt das was mit der Berechnung nicht bzw. fehlt was?
GandalftheGrey hat geschrieben:Die QE4 Stellen sind in der Staatsbauverwaltung dünn gesät und das Aufgabenspektrum ist davon abhängig, was für ein Ingenieur du bist (Hochbau, Straßenbau,...). Bei den staatliche Bauämtern würdest du als QE4 dann halt leitende Funktionen übernehmen (Abteilungsleiter). Wenn du nen Master dranhängen willst, besteht halt das Risiko, dass dann grad keine Stellen frei sind oder dein Schnitt schlichtweg zu schlecht ist und du nicht genommen wirst.
Klingt einleuchtend. Schade, dass da gehaltstechnisch so ein Riesen-Sprung ist und es keine Zwischenstufe gibt.

Gewerbeoberinspektor
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Gewerbeoberinspektor » 05.08.2014 08:39

Hallo zusammen,

ich fange demnächst die Ausbildung zum Gewerbeoberinspektor in NRW an. Habe mir vorhermals die selben Gedanken gemacht und mich dann für die Ausbildung und Verbeamtung entschieden.

Gerade als Anwärter (15 Monate) ist die Bezahlung natürlich nicht der Hit, aber Einstieg mit A10 mit Perspektive nach oben finde ich nicht schlecht. Ich habe zur Zeit auch einige Hunderter mehr netto, aber meine Stelle ist befristet und ich möchte endlich eine Perspektive im Leben.

Ich möchte ebenfalls einen Master machen, aber mehr für mich. Der gehobene Dienst reicht mir (wahrscheinlich), und Stellen im höheren Dienst muss es ja erst mal geben für Ingenieure.

ps: Viel Stress hat man überall, hängt aber auch viel von der Persönlichkeit ab, ich hab lieber viel zu tun als rum zu sitzen.

Grüße

Xoxo
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Xoxo » 05.08.2014 12:08

Wo finde ich das denn schwarz auf weiß, dass ich mit 7-semestrigen Bachelor auf Stufe 2 einsteige?

@Gewerbeoberinspektor: Heißt das, du verzichtest auf den Master?

Gewerbeoberinspektor
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Gewerbeoberinspektor » 06.08.2014 07:35

Hallo Xoxo,

da ich "schon" 30 bin, ist der Master für mich nicht mehr so wichtig, bzw. auch nicht nötig für den gehobenen Dienst.

Ich werd mich wohl per Fernstudium einschreiben und dann schauen ob es machbar ist neben dem Job (Vollzeit ist keine Option).

Xoxo
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Xoxo » 06.08.2014 21:13

GandalftheGrey hat geschrieben:Das steht in Art. 30 Abs. 1 Satz 3 BayBesG i.V.m. Art. 34 Abs. 3 LlbG. Gemeint ist die Regelstudiendauer, also die Zeit, die in deiner BPO drinsteht. Da muss was von 7 oder 8 Semestern stehen, sonst wird es nichts.
@ GandalftheGrey: Habs gefunden. Sehr schön. Danke. Ich verstehe aber nicht, wie du bei Stufe 1 auf die 2195 netto kommst. Ich hab es mit dem verlinkten Rechner berechnet und da kommen die 2195 Eu bei Stufe 2 raus.

Hab ich als Beamter bis zu einem gewissen (höheren) Alter immer eine 40h Woche vor mir? Wäre es möglich ohne Angabe eines konkreten Grundes z.B. auch mal ein Jahr Teilzeit zu arbeiten oder ein Jahr gar nicht zu arbeiten? Wie machen es denn die Beamten, die z.B. selbst ein Haus bauen wollen und nicht nebenbei 40h pro Woche arbeiten können?

Xoxo
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Re: Als Ingenieur Beamter werden?

Beitrag von Xoxo » 14.08.2014 14:19

Die 2195 Eu netto zum Einstieg ohne Krankenversicherung sind OK.
Schlecht ist aber, dass es die nächsten 24 Jahre jährlich im Schnitt um nur ca. 23 Eu netto steigt. :(
Oder gibt es da noch Zulagen, die beim Rechner nicht berrücksichtigt werden?

Gibt es hier jemanden, der Ingenieur ist oder bei der Staatsbauverwaltung arbeitet?

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