mittlerer nichttechnischer Verwaltungsdienst

Themen speziell für Bundesbeamte

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Passat
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mittlerer nichttechnischer Verwaltungsdienst

Beitrag von Passat » 22.07.2011 15:11

Stirbt der mittlere nichttechnische Verwaltungsdienst aus?

Da ich auf meinem derzeitigen Dienstposten (A8) sehr unzufrieden bin würde ich liebend gerne zu einer anderen Behörde (gerne auch Landesbehörde) wechseln.

Leider finde ich nirgends Stellenangebote für diese Laufbahngruppe.
Irgendwie werden für den mittleren Dienst nur noch Tarifbeschäftigte gesucht.

Wo gibt es noch realistische Möglichkeiten?

Roland64
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Beitrag von Roland64 » 22.07.2011 16:49

Nirgends.

Ich wollte auch als Bundesbeamter A8 zum Land oder sonstwohin wechseln.

Überall werden A6 bis höchstens A7-Stellen angeboten.
Auf meine Nachfrage bzw. Bewerbung bei verschiedenen Kommunen heisst es:

"Für eine Stelle nach A8 benötigen Sie heute ein STUDIUM!!"

schäferhund
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Beitrag von schäferhund » 22.07.2011 21:43

Hallo Passat,

leider muß auch ich Dich da enttäuschen. Hier in diesem Forum (aber auch in anderen Foren) wurde diese Thema schon wiederholt kurz angesprochen.
Der mittlere, nichttechnische Verwaltungsdienst dürfte langsam aber sicher aussterben.

Hierzu ein Bericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofes (Jahresbericht 2008 TNr.16; Personalausgaben und Stellen):

"Trotz zahlreicher Stelleneinsparprogramme seit 1993 sind die Personalausgaben weiter angestiegen. Abgebaut wurden vor allem Stellen des mittleren und einfachen Dienstes sowie im Arbeiterbereich, neu geschaffen wurden höherwertige Stellen insbesondere in den Bereichen Bildung und Polizei"

Hierzu der Beschluß des Bayerischen Landtags vom 23. Juni 2009;
(Drs. 16/1607 Nr. 2 b):

" Die Staatsregierung wird gemäß Art. 114 Abs. 3 und 4 der Bayerischen Haushaltsordnung ersucht, im Vollzug der Reform "Verwaltung 21" freie Stellen zeitnah abzubauen, darauf zu achten, dass der Stellenabbau mit einem entsprechenden Aufgabenabbau einhergeht und den Personalbedarf in geeigneten Bereichen methodisch zu untersuchen".

Der Bayerische Oberste Rechnungshof fordert, dass insgesamt 6.543 Stellen im zweitgrößten Bundesland einzusparen sind (da es kaum noch den einfachen Dienst gibt, dürfte wohl zum weitaus größten Teil der mittlere Dienst davon betroffen sein). Ein Zwischenbericht / Erfolgsbericht soll schon bis 2012 erfolgen.

Es wurden zwar im höheren und gehobenen Dienst zwischen 1994 und 2008 insgesamt 11.674 Stellen neu geschaffen, im Gegensatz dazu 14.802 Stellen des mittleren Dienstes abgebaut (einfacher Dienst: 1.015)

Fazit: Der mittlere nichttechnische Dienst dürfte auf längere Sicht tatsächlich langsam aussterben.

Die von mir genannte Zahlen beziehen sich, wie bereits erwähnt, nur auf das Bundesland Bayern. Ich vermute, dass es in anderen Bundesländern vergleichbare Überlegungen gibt, bzw, diese schon ausgeführt werden.

Gruß
Schäferhund

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Bundesfreiwild
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Beitrag von Bundesfreiwild » 23.07.2011 00:10

So ist es.
Viele Aufgaben des mittleren Dienstes von früher (Aktenverwaltung, Auftragsbearbeitung und vor allem Schreibarbeiten) sind im Endeffekt den IT-Lösungen zum Opfer gefallen.

Die mittleren Tätigkeiten gibt es fast nicht mehr, die ins mittlere Laufbahnschema passten. Entweder die Aufgaben sind heutzutage recht einfach gestaltet (Eingabetätigkeiten, Callcenteraufgaben) oder sie sind gleich auch komplexer als früher und (zumindest meinen die oberen Eierköpfe dass es so sein müsste) "können" nur von Leuten mit Abitur, besser noch mit Bachelor oder gar Master erledigt werden.

Die Bewertungen gehen fast überall nur noch bis A8 und man stellt für die "einfacheren" Tätigkeiten gleich junge Angestellte ein.

Wobei... ich habe letztens eine Ausschreibung bei der Uni gesehen, die hatte dermaßen hohe Anforderungen an die Qualifikation, unter anderem auch Fremdsprachen (am Besten gleich 2), dass ich die Einstufung TVöDL 5 einfach unverschämt niedrig fand.
Allerdings ist das so etwa in Stufe 1 knapp 1900 Euro brutto, bis Stufe 5 2350 Euro.
Das ist nicht wenig für einen Berufsanfänger - allerdings für die geforderten Qualifikationen fand ich es schon reichlich unverschämt niedrig. Wenn man sich so umguckt, laufen gerade in der Nachwuchsgeneration nicht mehr viele Schulabgänger oder gar jung-berufserfahrene herum, die des Deutschen, geschweige einer oder mehrer Fremdsprachen mächtig sind.

Jedenfalls, das was da für den mittleren Dienst gefordert war, dafür hätte man früher jemanden mit der Quali für den gehobenen nehmen müssen.

Der Bund und die Länder haben es schlicht versäumt, die neuen Berufsbilder und die aktuell erforderlichen Befähigungen mit dem Besoldungssystem abzustimmen. Deshalb machen sie jetzt einfach den großen Schnitt, nehmen nur noch Angestelltennachwuchs und versuchen, die Beamten rauszukippen.

Es macht fast gar keinen Sinn, die Behörde zu wechseln, weil es überall ähnlich aussieht.

Leasingbeamter
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Beitrag von Leasingbeamter » 25.07.2011 12:37

Bin A8 und an ein Jobcenter als moderner Sklave geleast (31.12.11) :!:

Meine Tätigkeit beim Jobcenter (Leistungssachbearbeiter) entspricht A10 :!: :!: :!:

Meine Wochenarbeitszeit bei der Post AG beträgt 38,5 Std. Im Jobcenter 41 Std. :evil:

Das ganze ohne Aussicht auf Übernahme und Beförderung :shock:

Danke liebes Vaterland :roll:

PS: Das dürfte als Antwort genügen :!:

registerbeamter
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Beitrag von registerbeamter » 25.07.2011 12:48

Hallo,

dem was meine Vorschreiber zum "aussterben" des mittleren Dienstes auf Bund-/Landesebene gesagt haben ist auch mein Eindruck.

Das Aussterben setzt auf der kommunalen Ebene in den Großkommunen fort.
In kleineren Komunen auf dem Land findet man noch den mittleren Dienst.
Besonders in Süddeutschland ist er noch relativ häufig und finden Ausschreibungen auf der mittleren Ebene statt. Die im A 8 Bereich liegen und zumindest gehobene Sachbearbeiterfunktion haben. Oder z.B. Kassenleiter, Leitung Gemeindesteueramt. Die Perspektive auf A 9 befördert würde ich noch als gut einschätzen.
Warum in den kleinen Gemeinden der mittlere Dienst besser da steht ist auch gut erklärbar. Der gehobene Dienst hat dort wenig Perpektiven über A 10 zukommen. Da gibt es vielleicht 3 -4 Beamte gehobenener dienst in Amtsleiterfunktion - bitte dies in Relation zu der Größe der Verwaltung sehen, die A 11 haben und dann kommt büroleitender Beamter mit A12/A13 und schon der Bürgermeister.

Sofern man auf Bundes - Landesebene im Finanzbereich, Haushaltsvollzug, Personalwesen, Kassenbreich, Steuererhebung gearbeitet hat man da noch Wechselchancen in die Kommune im ländlichen Bereich.

Schlechter sieht es mit den Sonderbereichen aus z.B. Zollbeamter, Bundeswehr, Arbeitsverwaltung, ehmalige Postbeamte aus.

Aber in den Jahren nach der Wiedervereinigung gab es auf kommunaler Ebene mehr Stellenangebote als Fachbewerber - da sind noch einige Beamte aus den Sonderverwaltungen untergekommen. Vielleicht macht sich da bedingt durch in den letzten Jahren sehr geringe Ausbildungspolitik wieder ein Zeitfenster auf - wo man gerne wieder solche Bewerber einstellt. Da ja eine grundlegende Quali. im Verwaltungsbereich vorliegt und die Einarbeitung sich doch einfacher gestaltet als ganz Fachfremde zu nehmen.

LG
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Leasingbeamter
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Beitrag von Leasingbeamter » 25.07.2011 13:07

@registerbeamter

...das ganze Problem dürfte sich biologisch lösen :!:

Chriswie1984
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Beitrag von Chriswie1984 » 25.07.2011 14:23

Hallo,

ich kann dem bisher Gesagten aus eigener Erfahrung ebenfalls nur zustimmen.

Ich selbst habe mehrere Jahre in der Polizeiverwaltung NRW gearbeitet. Dort würd man, wenn man es denn als mDler geschafft hat aus der allgemeinen Landesverwaltung dort irgendwie unterzukommen gleich stellenplanmäßig auf einer A9gD Stelle geführt. Was dazu führt, dass man zwar dann auch jährlich befördert werden kann, aber genau das kann dann wiederum zu einem Problem führen, wenn man zu einer anderen Behörde wechseln möchte. Denn bei Kommunen und beim Bund wird meistens nur bis A7 übernommen.

Ich musste aus privaten Gründen von NRW nach Berlin wechseln und habe dies dabei selbst gemerkt. Es gab eine Ausschreibung für Beamte im mittleren Dienst in der Bundesverwaltung, aber nur bis A7. Damals war ich es noch. Während des Einstellungsverfahrens wurde ich aber A8 und dann musste ich erstmal "betteln" dass ich dennoch genommen werde. Im Endeffakt hatte ich dann Glück.

Nach dem Wechsel in der neuen Behörde wurde ich dann begrüßt mit den Worten: Sie sind 25 und schon A8, da wissen Sie ja, dass sie die nächsten 20 Jahre keine Beförderung mehr erwarten dürfen und dementsprechend wurden auch die Beurteilungen herabgestuft. Dies hatte dann auch zur Folge, dass man sich kaum noch woanders bewerben konnte und an einen Aufstieg auch nicht zu denken ist.

Nun zu den Aufgaben:

In der Polizeiverwaltung war ich Personalsachbearbeiter und habe einen verantwortungsvollen Dienstposten gehabt mit unterschiedlichen und sehr selbständigen Aufgaben.

In der Bundesverwaltung sitze ich nun mit A8 völlig unterfordert und führe Listen, kopiere und sortiere Ergänzungslieferungen ein und dazu kommt, dass ich von 8 Stunden täglich nur etwa die Hälfte beschäftigt bin. Als Begründung: Sie sind ja "nur" im mittleren Dienst, höherwertige Aufgaben müssen die Sachbearbeiter erledigen.

Das nächste Problem:

der Bund schreibt im mD Stellen fast nur noch befristet für Angestellte aus. Wie soll man sich dann als Beamter des mittleren Dienstes in andere Behördern bewerben? Geht nicht.

Das ganze hat nun bei mir zur Folge, dass ich nun mit 27 Jahren schon 1 mal beim Amtsarzt war, dauerhaft Dienstunfähig für einen Teil der Bundesverwaltung bin und gerade das nächste Bored-Out Syndrom droht und somit wahrscheinlich auch eine gesamte Dienstunfähigkeit, da nun schon in 2 Bundesbehörden so war und ich langsam keine Kraft mehr habe und sich das Ganze massiv in psychische Probleme entwickelt.

Vielleicht sollte der öffentliche Dienst nicht immer nur etwas von effizienter Personalentwicklung schreiben, sondern die "schlauen Konzepte" auch umsetzen.

Man bekommt das Gefühl, als ob Beamte des mittleren Dienstes einfach weggemobbt werden sollen.

In meiner derzeitigen Behörde arbeite ich in einer Außenstelle mit ca. 50 Leuten, davon gibt es gerade einen Beamten im mD ->mich und wahrscheinlich bin ich mit A8 zu teuer im Gegensatz zu meinen Kollegen des mD die meist in EG 5 eingruppiert sind.

Traurig, traurig!

Vor Allem könnte der ö.D. enorm an Personalkosten sparen, wenn er dem mD mehr Kompetenz zutrauen würde. Dann könnte man sich so manchen gDler oder hDler sparen.

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Bundesfreiwild
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Beitrag von Bundesfreiwild » 25.07.2011 19:08

Ja. Meine Feststellung ist, dass ich zu Hause deutlich höherwertigere Tätigkeiten ausführe im privaten Bereich, als von mir im Beruf - dank mittlerer Dienst - gefordert werden. Da wundern die sich, dass Leute frustriert sind und irgendwann das Handtuch werfen. Überforderung ist zwar auch schlimm, aber dauerhafte erzwungene Verblödung mindestens genauso.

Da ich ganz klar meine sämtlichen Qualifikationen in Bewerbungen schreibe, kommt dann auch gelegentlich der Hinweis zurück, dass ich für den ausgeschriebenen Posten ganz einfach überqualifiziert wäre und ich nicht so richtig in die Clusterbildung für die internen Jobangebote falle und eigentlich die Qualif für höherwertigere Tätigkeiten hätte, sofern ich denn die üblichen Papiertiger vorzeigen könnte.

(Papier - sprich Diplom oder ähnliches zur Laufbahneinordnung ist halt oft noch immer wichtiger. Zitat: Wir wollen uns doch die Laufbahnwertigkeit nicht kaputt machen.)

Fazit: Wer nicht sein Leben lang irgendwelche mehr oder weniger anspruchslose Arbeiten durchführen will, soll sich die Mühe machen, die Basis mind. für den gehobenen Dienst zu erreichen.

registerbeamter
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Beitrag von registerbeamter » 25.07.2011 20:25

Hallo,

besonders der Beitrag über den Wechsel von NRW nach Berlin in eine Bundesverwaltung - zeigt was durch die Förderalismusreform noch verstärkter zunehmen wird - die Beamten werden immer schlechter zwischen den Dienstherren wechseln können. Die Stilblüten dies jetzt schon treibt sieht bzw. hört man immer öffter.
War da nicht - was von Reform damit der ÖD flexibler moderner wird.
Wenn nicht hier bald ein umdenken stattfindet ist Stillstand in der Verwaltung angesagt
LG
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Anton
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Beitrag von Anton » 29.07.2011 12:01

Ein netter Beitrag dazu vom Spiegel:


"Beamte im Dauer-Leerlauf gibt es wirklich: Hermann Schmidt wird zum Faulenzen gezwungen. Man steckte ihn ins hinterste Büro, ins "Sterbezimmer", kappte den E-Mail-Verkehr, gab ihm keine Arbeit mehr. Vor lauter Langeweile leidet er am Boreout-Syndrom. Seine Zukunft: zwölf Jahre Stumpfsinn bis zur Rente....."


http://www.spiegel.de/karriere/berufsle ... 07,00.html

schäferhund
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Beitrag von schäferhund » 29.07.2011 12:45

Hallo Anton,

für den Hinweis auf den Spiegel-Bericht danke ich Dir. Mir sind mehrere Kolleginnen und Kollegen (Landesverwaltung, Bund, Kommune usw.) bekannt, die mit Hermann Schmidt vergleichbar sind.
Auf die gesundheitlichen Folgen nimmt der Dienstherr in der Regel keine Rücksicht - im Gegenteil !

Der Dienstherr kann einen kerngesunden Beamten kaum los werden, also macht man ihn einfach krank.
Hermann Schmidt aus dem Bericht des Spiegels ist hierfür ein trauriges und abschreckendes Beispiel.

Gruß

Schäferhund

Anton
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Beitrag von Anton » 29.07.2011 14:16

Keine Ursache. :wink:

Gibt es dagegen eigentlich keine rechtliche Handhabe?

Chriswie1984
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Beitrag von Chriswie1984 » 30.07.2011 23:00

Ich befürchte leider, dass es dagegen keine Handhabe gibt. Dienstposten sind meist so schwammig beschrieben (z.B. bei mir: u.A. Unterstützung des Sachbearbeiters), dass das jede noch so "hirnlose" Aufgabe mit sich bringen kann.

Ein Beispiel: Der SB (gD) bekommt ein Schreiben auf den Tisch, dieses muss abgelegt werden. Die Akten stehen direkt hinter ihm in seinem Büro. Er schreibt auf einen Post-It "bitte in Akte ... ablegen" nimmt den Vorgang, geht aus seinem Büro, geht über den Flür, in das Büro des BSB, übergibt den Vorgang. Der BSB (mD) nimmt den Vorgang, geht wiederum aus seinem Büro (dem SB hinterher), in das Büro des SB und heftet dort das Schreiben in die Akte. Der SB schaut nochmal nach ob es richtig ist und der BSB geht wieder in sein Büro.

Das ist kein Witz. Sondern echt und macht krank.

-> Lösung: Eine gescheite Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen, Psychologen aufsuchen, Gutachten über psychische Probleme und Bored-Out fertigen lassen, am besten zu einem zweiten Psychologen gehen und ein Zweitgutachten besorgen, mit dem beiden Gutachten zum Amtsarzt, pensionieren lassen, Mindesversorgung und Dienstunfähigkeitsversicherung sollten dann bestenfalls zusammen auf das selbe Entgelt kommen, wie die Besoldung und einen Teilzeitjob in der Wirtschaft annehmen, der einem Spass macht. (Dabei aber die Hinzuverdienstgrenze beachten, damit der Dienstherr, der einen krank gemacht hat, nicht noch Geld von einem bekommt).

Achso: Beim Amtsarzt immer sagen, man will doch arbeiten, aber die Behörde macht einen krank und man fühle sich in seinem Beamtenverhältnis wie gefangen.

Ist zwar kein schöner Weg, aber immerhin hat der Dienstherr auch kein schlechtes Gewissen, anstatt motivierte Personalrecourcen zu fördern, sondern demotiviert sie lieber.

registerbeamter
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Beitrag von registerbeamter » 31.07.2011 08:40

Chriswie1984 hat geschrieben:Ich befürchte leider, dass es dagegen keine Handhabe gibt. Dienstposten sind meist so schwammig beschrieben (z.B. bei mir: u.A. Unterstützung des Sachbearbeiters), dass das jede noch so "hirnlose" Aufgabe mit sich bringen kann.

Ein Beispiel: Der SB (gD) bekommt ein Schreiben auf den Tisch, dieses muss abgelegt werden. Die Akten stehen direkt hinter ihm in seinem Büro. Er schreibt auf einen Post-It "bitte in Akte ... ablegen" nimmt den Vorgang, geht aus seinem Büro, geht über den Flür, in das Büro des BSB, übergibt den Vorgang. Der BSB (mD) nimmt den Vorgang, geht wiederum aus seinem Büro (dem SB hinterher), in das Büro des SB und heftet dort das Schreiben in die Akte. Der SB schaut nochmal nach ob es richtig ist und der BSB geht wieder in sein Büro.

Das ist kein Witz. Sondern echt und macht krank.

.....wenn das in Bundesbehörden wirklich teilweise so laufen sollte, kann ich die entsprechende Einstellung zum Dienst verstehen.

Meine mittleren Dienst einer Lasndesfinanzbehörde ist sehr lange her. Aber dort war die Abstufung zwischen gehobenen und mittleren Dienst nicht so krank.
Der gehobene machte die schwierigen Steuerfälle, Einsprüche, Stundungen etc.
Der mittlere Dienst die leichteren Steuerfälle, Tagesgeschäft, Bescheidversand.
Die Ablagee wurde entweder geteilt oder der Gehobene legte seine Sachen ab. Die Massenabalage machte dann der MD.

In der Kommune kenne solche beschriebene Sachen auch nicht. Da hat der MD in der Regel Sachbearbeitertätigkeiten.

LG


Achso: Beim Amtsarzt immer sagen, man will doch arbeiten, aber die Behörde macht einen krank und man fühle sich in seinem Beamtenverhältnis wie gefangen.

Ist zwar kein schöner Weg, aber immerhin hat der Dienstherr auch kein schlechtes Gewissen, anstatt motivierte Personalrecourcen zu fördern, sondern demotiviert sie lieber.
schnell getippt - Tippfehler schnell überlesen :-)

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