Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

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Skippy BY
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Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von Skippy BY »

Hallo liebe Community,

Ich bin hier der neue und habe wie es so üblich ist, :roll: gleich zu Beginn eine Frage, oder besser gesagt bräuchte ich von Mitgliedern hier, die schon etwas Erfahrung haben eine Einschätzung oder etwas Entscheidungshilfe.
Die Forensuche habe ich natürlich benutzt, aber die Beiträge sind teils schon etwas älter und passen auch nicht 100 prozentig zu meinem Fall.

Ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt, habe mich vor kurzem noch einmal beruflich umorientiert und werde nun zum 01.04.26 in den einfachen Dienst in Bayern verbeamtet. Ich steige mit A5 ein und werde in diesem Job auch maximal A6 erreichen.

Da ich eine Chronische Erkrankung habe, komme ich auf normalen Weg nicht in eine PKV ( Anonyme Risikoanfragen wurden von allen angeschriebenen PKV´s abgelehnt) und somit kommt für mich also nur die Öffnungsaktion bzw. die GKV in frage.

Für mich ist es jetzt nun extrem schwierig einzuschätzen, welcher weg für mich der bessere ist. Im Gespräch mit meinen Kollegen, höre ich immer wieder von den nicht ganz kleinen Beitragserhöhungen der PKV und da ich per Öffnungsaktion schonmal mit 30% Risikoaufschlag starte, macht mir das schon etwas Angst, da ich ja mit A5 oder später A6 auch nicht zu den Top Verdienern gehöre.

Da es in Bayern die Pauschale Beihilfe nicht gibt, würde ich in der GKV den vollen Betrag zahlen. Allerdings komme ich selbst mit den günstigsten Verträgen der PKV aktuell nicht günstiger als die GKV. Das heißt, dass wahrscheinlich nach den ersten beiden Beitragserhöhungen die PKV schon teurer wäre. Natürlich geht´s mir nicht nur um den Preis, aber da die GKV ja immer prozentual an das Bruttoeinkommen gegliedert ist, fühlt es sich für mich irgendwie sicherer an. Ich habe einfach Angst, dass mich die kosten der PKV irgendwann auffressen und ich dann übertrieben die hälfte vom Einkommen an die PKV abdrücke. Ich starte bei den günstigsten PKV Anbietern schon bei ca. 550€ und das ist ja gerade erst der Anfang. Ich muss ja noch knapp 30 Jahre Arbeiten und im Alter steigen die Beiträge nochmal richtig.

Ich habe die Beihilfeverordnung mal angeschaut, allerdings sieht man da, wenn man kein Fachmann ist auch nicht richtig durch, oder kann wirklich vergleichen mit den Leistungen der GKV. Bis jetzt habe ich mich auch in der GKV nicht unterversorgt gefühlt. Die Beihilfe soll ja wenn ich es richtig verstanden habe auch sehr nah an den Regelungen der Gesetzlichen liegen und da ich ja mit der Öffnungsaktion eh nicht groß nachversichern kann, stellt sich für mich die Frage ob eine PKV für mich wirklich Sinn macht, auch mit dem Finanziellen Risiko.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet und eure Meinung sagt, wie ihr es vielleicht machen würdet, vor allem in Hinsicht auf mein Gehalt bei A5-A6. Mein Versicherungsmakler hat auch gesagt, dass es ein schwieriger Fall ist und er die Entscheidung auch nicht treffen wöllte :?

Vielen Dank schon mal im Voraus und liebe Grüße an alle.
Quazzeline
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Re: Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von Quazzeline »

Liebe/r Skippy,

ich kann Dir nur von der PKV abraten.

Ich selbst bin in A 9 und "freiwillig" gesetzlich versichert.
Aufgrund meiner gesundheitlichen Situation ist die PKV uninteressant für mich und auch ich teile Deine Sorgen bezüglich der unkalkulierbaren Beitragshöhe im Alter. Gerade in den unteren Besoldungsgruppen ist ein Einkommen abhängiger Beitragssatz fairer. (Du musst Dich übrigens "nur" mit dem ermäßigten Beitragssatz in der GKV versichern, ohne Anspruch auf Krankengeld, da Du als Beamter im Krankheitsfall Deine Bezüge weitergezahlt bekommst. Immerhin ein schwacher Trost.)

Es ist schon traurig, dass ein 50 %iger Beitragssatz in der PKV schnell teurer wird, als der 100 % Tarif in der GKV!

Ärgerlich ist, dass der Dienstherr sich den Arbeitgeber-Anteil spart und obendrein die Hälfte der Krankheitskosten in Form der Beihilfe.

Ich empfinde das als Ungleichbehandlung und auch als Diskriminierung z.B. Schwerbehinderter Beamter.
Scheinbar lässt sich da aber nichts machen. Im Frühjahr 2024 würde das Thema im Bayerischen Landtag das letzte Mal diskutiert. Der Antrag von SPD und Grünen wurde leider abgelehnt.

Ich hoffe, dass auch der Freistaat Bayern irgendwann die pauschale Beihilfe einführt.

Viele Grüße
Quazzeline
mrradar
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Re: Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von mrradar »

Hello :)

Der Beitrag ist ja jetzt schon ein wenig älter... wie hast du dich jetzt entschieden Skippy? Ich bin in einer ähnlichen Situation und habe noch bis September 2026 Zeit mich zu entscheiden.

Liebe Grüße
MrRadar
Dienstunfall_L
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Re: Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von Dienstunfall_L »

Die Aussage „Du musst Dich übrigens "nur" mit dem ermäßigten Beitragssatz in der GKV versichern“ trifft auf aktive Beamte zu, im Ruhestand wird der erhöhte Beitragssatz verlangt. Zu beachten ist auch, dass in der GKV für freiwillige Mitglieder alle Einnahmen (kaum Ausnahmen, siehe „Katalog Selbstzahler“) beitragspflichtig sind; wenn z.B. Mieteinnahmen oder Einkünfte aus privaten Anlagen zu erwarten sind, werden diese verbeitragt. Das ist in der PKV nicht so, außerdem steigt der Beihilfesatz im Ruhestand. All das ist abzuwägen.
Beiträge steigen auch in der GKV.
Wenn die Entscheidung für die GKV ausfällt, bleibt die Hoffnung, dass in Zukunft auch Bay und andere BL die Pauschale Beihilfe einführen.
ClaraHartmann
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Re: Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von ClaraHartmann »

Skippy, bei A5/A6 plus 30 % Öffnungsaktions-Zuschlag und ohne pauschale Beihilfe in Bayern ist die Skepsis berechtigt.

Was ich gegeneinander legen würde:
- Aktiv: in der GKV als Beamter oft der ermäßigte Beitragssatz (kein Krankengeld, Bezüge laufen weiter). Im Ruhestand greift der höhere Satz, und als freiwilliges Mitglied werden fast alle Einnahmen verbeitragt (Miete, Kapitalerträge).
- PKV: der Beitrag hängt nicht am Brutto, der Beihilfesatz steigt später, aber du startest schon mit Risikozuschlag und bleibst auf Beitragsanpassungen angewiesen. Wenn du heute schon nicht unter dem GKV-Niveau liegst, wird das nach zwei Anpassungen eng.
- Leistung: Öffnungsaktion heißt Standardtarif-Niveau, nicht frei nachversichern. Wenn du dich in der GKV nicht unterversorgt fühlst, ist der Mehrwert der PKV hier dünn.

Ohne genaue Beihilfequote, Vorerkrankung und sonstige Einkünfte würde ich das nicht als klare PKV-Empfehlung verkaufen. Bei A5/A6 mit Chroniker-Risiko tendiere ich eher zur GKV und der Hoffnung auf pauschale Beihilfe irgendwann, so unbefriedigend das politisch ist.
stuntmanmike
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Re: Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von stuntmanmike »

Quazzeline hat geschrieben: 07.02.2026 17:51 ich teile Deine Sorgen bezüglich der unkalkulierbaren Beitragshöhe im Alter.
für sowas gibt es altersrückstellungen. unkalkulierbare beiträge gibt es in dem sinne nicht. gut das gerücht hält sich halt weiterhin hartnäckig. viele leute scheinen nicht mal im zeitalter von ki in der lage zu sein sich eine kurze erklärung geben zu lassen.
Saxum
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Re: Öffnungsaktion PKV oder GKV Bayern

Beitrag von Saxum »

ClaraHartmann hat geschrieben: 17.08.2026 09:15 - Leistung: Öffnungsaktion heißt Standardtarif-Niveau, nicht frei nachversichern. Wenn du dich in der GKV nicht unterversorgt fühlst, ist der Mehrwert der PKV hier dünn.
Zu den anderen Punkten wurde bereits schon etqas gesagt, aber hier jetzt mal explizit diesen Punkt. Die Öffnungsaktion führt nicht zu einem (anderen) Standardtarif oder einem etwaigen Sondertarif.

Es handelt sich bei der Öffnungsaktion um den exakt gleichen Grundtarif, in dem auch alle anderen Beamt*innen sind und in Beihilfeverordnungen mit Wahlleistungen können diese auch mit abgeschlossen werden. Was also „fehlt“ ist also je nach Beihilfe ggf. die Wahlleistung und oft auch der Ergänzungstarif. Manchmal kann man aber auch den kleinen Ergänzungstarif nehmen oder sich selbst einen vergleichbaren basteln.

Man ist also mit der Öffnungsaktion nicht in einem schlechteren Tarif und auf dem Niveau der Beihilfe wird das meiste grundsätzlich wohl zu 100% erstattet / übernommen.

Der Verbleib in der GKV ist selbstverständlich auch eine valide gute Option, nur das pokern um die pauschale Beihilfe oder das tragen des AG Anteils bzw. des gesamten Beitrags kann aber tatsächlich leider stressig sein.
Quazzeline hat geschrieben: 07.02.2026 17:51 Ärgerlich ist, dass der Dienstherr sich den Arbeitgeber-Anteil spart und obendrein die Hälfte der Krankheitskosten in Form der Beihilfe.

Ich empfinde das als Ungleichbehandlung und auch als Diskriminierung z.B. Schwerbehinderter Beamter.
Scheinbar lässt sich da aber nichts machen. Im Frühjahr 2024 würde das Thema im Bayerischen Landtag das letzte Mal diskutiert. Der Antrag von SPD und Grünen wurde leider abgelehnt.
Diese Aussage ist ziemlich schwammig. Der Dienstherr spart sich zwar den AG-Anteil, aber nicht damit „die Hälfte der Krankheitskosten“, was das entsprechende Äquivalent zum AG Anteil darstellt. Bei der gleichen Aussage zahlt man als Angestellter ja auch den AN Anteil „selbst“ bzw. der Dienstherr spart sich diesen sozusagen dann auch oder eben die Erstattung der Krankheitskosten. Alles in einen Topf zu werfen, umzurühren und undifferenziert eine Aussage draus zu basteln, stellt nicht zwingend die tatsächliche Situation dar.