Wie gehts weiter?

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Simon07
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Behörde: JVA Augsburg

Wie gehts weiter?

Beitrag von Simon07 »

Guten Morgen allerseits.

Mit gestriger Zustellungsurkunde bin ich ab 01.08. Frühpensioniert. Ich hab nach dem letzten Schreiben meiner Behörde zwar Einspruch eingelegt, weil ich auf dem Weg der Besserung bin - aber dem wurde nicht stattgegeben und ich bin weg vom Fenster.
Mich trifft das tatsächlich sehr, weil ich erst 40 Jahre alt bin und unsere Kinder noch klein sind. Ich weiß momentan noch gar nicht, wie ich damit umgehen soll.
Vielleicht war jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir sagen, wie es jetzt weitergeht?
An welche Stellen muss ich mich wenden und Bescheid geben, dass ich jetzt "arbeitslos" bin?
Wer stellt jemanden auf Minijobbasis ein, der so früh DDU geworden ist?
Gibt es die Möglichkeit wieder in den Dienst zurückzukehren wenn meine Psyche vollständig rehabilitiert ist?
Ich fühle mich wie ein Versager.
Viele Grüße
Simon
Grillmeister
Beiträge: 47
Registriert: 6. Jun 2025, 15:10
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Re: Wie gehts weiter?

Beitrag von Grillmeister »

Guten Morgen Simon07,

ich bin zwar selbst nicht frühpensioniert, doch ich versuche mal etwas beizutragen.

Vorab: fühle dich nicht wie ein Versager. Manchmal gibt es Dinge im Leben, die man einfach nicht beeinflussen kann. Bei mir hat dies auch zu einer Teildienstfähigkeit geführt....

Die Dienstunfähigkeit steht erstmal, doch eine Rückkehr in den Dienst (gerade bei einer rehabilitierten Psyche, wenn dies der Grund für die DU war) ist nicht ausgeschlossen. Der amtsärztliche Dienst nennt im Gutachten normalerweise auch immer eine Frist, bei der eine Nachuntersuchung empfohlen wird (z.B. 2 Jahre).

Im Landesrecht (ich nehme mal an, dies ist bei dir Bayern?) ist auch eine Frist enthalten, innerhalb derer du selbst den Antrag auf eine Wiedereinstellung stellen kannst. Dazu ein Auszug aus dem Bayrischen Beamtengesetz:

Art. 65 BayBG
Verfahren bei Ruhestandsversetzungen wegen Dienstunfähigkeit
[..]
(4) Wird nach der Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit die Dienstfähigkeit wiederhergestellt und beantragt der Ruhestandsbeamte oder die Ruhestandsbeamtin vor Ablauf von fünf Jahren seit der Versetzung in den Ruhestand eine erneute Berufung in das Beamtenverhältnis, ist diesem Antrag zu entsprechen, falls nicht zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen.

Von daher: innerhalb der ersten fünf Jahre kannst du sogar selbst noch mit Antrag die Wiedereinstellung beantragen und auch danach kannst du noch reaktiviert werden, wenn dein Dienstherr dich zur regelmäßigen Untersuchung alle paar Jahre schickt und dort festgestellt wird, dass du wieder dienstfähig bist. Vielleicht hat dir der amtsärztliche Dienst ja mögliche nächste Schritte aufgezeigt, wie deine Psyche wiederhergestellt werden kann? Denkbar wären dabei klassisch ambulante Psychotherapie oder ein vollstationärer Aufenthalt in einer Akutklinik für Psychosomatik/Psychotherapie (oder auch beides in Kombination, kann ich nur empfehlen. Erst die Akutklinik und dann die ambulante Therapie, war auch gut, um die Wartezeit für die ambulante Behandlung zu überbrücken). Wenn du dann z.B. in einem Jahr wieder fit genug für den Dienst bist, dann könntest du auch schon die Wiedereinstellung beantragen, auch wenn der amtsärztliche Dienst dich regulär erst in 2 Jahren wieder eingeplant hätte.

Noch etwas zum Verständnis:
Du schreibst, dass du nach dem letzten Schreiben deiner Behörde Einspruch eingelegt hast. War das Schreiben eine Anhörung, dass man beabsichtigt dich in den Ruhestand zu versetzen? Und dein Einspruch ein "nein, ich sehe es anders?". Wenn ja, dann müsstest du danach eigentlich noch einen Bescheid über deine Ruhestandsversetzung bekommen haben mit der Möglichkeit (je nach Bundesland) zu klagen (oder Widerspruch einzulegen?). Und nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist dann eine Versetzungsurkunde mit Zustellungsurkunde. War das so?

Ich nehme an, du bist privat krankenversichert: dann solltest dich mit deiner Ruhestandsurkunde bei deiner Krankenkasse melden wegen der Änderung der Beihilfe. Zumindest bei uns in Niedersachsen steigt im Ruhestand der Beihilfeteil (von 50% auf 70%), wodurch dein selbst zu versichernder Teil geringer wird und du monatlich Beiträge sparst.

Eine Idee als jemand, der keine eigene Familie hat: vielleicht kannst du die Zeit bis zu deiner Genesung für mehr Zeit mit deiner Familie nutzen und dich parallel um Therapien oder ähnliches kümmern, da du ja augenscheinlich möglichst schnell wieder dienstfähig in den Dienst zurückkehren möchtest. Vielleicht kannst du das auch mit deiner Partnerin/Frau besprechen, dass der Ruhestand für dich nun nicht endgültig ist und ihr positiv in die Zukunft schauen könnt. Sodass du von dort auch Unterstützung bekommst und nicht neben der aktuellen Dienstunfähigkeit dort auch noch "Baustellen" entstehen.

Viele Grüße

Grillmeister
Grillmeister
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Registriert: 6. Jun 2025, 15:10
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Re: Wie gehts weiter?

Beitrag von Grillmeister »

P.S.: noch als Ergänzung: sollte eine Dienstunfähigkeitsversicherung vorliegen (ggf. auch gekoppelt mit einer Lebensversicherung), dann könnten die Leistungen nun beantragt werden
stuntmanmike
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Re: Wie gehts weiter?

Beitrag von stuntmanmike »

was ist mit klage?

klar kannst du wieder in den dienst, wenn du gesund bist. die untersuchen dich ja sogar regelmaessig i.d.r.

die scheinen dich ja extrem schlecht informiert zu haben.

sag deiner pkv bescheid. i.d.r. zahlt die beihilfe jetzt mehr prozente und die pkv wird günstiger.
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zeerookah
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Re: Wie gehts weiter?

Beitrag von zeerookah »

Simon07 hat geschrieben: 30. Jul 2026, 08:20 Mit gestriger Zustellungsurkunde bin ich ab 01.08. Frühpensioniert.
Vielleicht war jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir sagen, wie es jetzt weitergeht?
An welche Stellen muss ich mich wenden und Bescheid geben, dass ich jetzt "arbeitslos" bin?
Zur Info
Du bist nicht arbeitslos. Du bist im Ruhestand. Nur eben mit 40 Jahren statt der üblichen 65-67 Jahre.
Du kannst Dich jetzt jeden Tag um Deinen kleinen Kinder kümmern und versuchen es zu geniessen.
Eventuell muss deine Frau etwas mehr verdienen, damit ihr finanziell klarkommt. Aber du bist ja jetzt den ganzen Tag zu Hause um dich um die Kinder zu kümmern.
Saxum
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Re: Wie gehts weiter?

Beitrag von Saxum »

Erstmal ist hier kein Versagen erkennbar.

Nutze gerade genau diese Zeit für zwei Angelegenheiten, komm zur Ruhe mit deiner Psyche nimm die Zeit für die für dich wichtigen Maßnahmen wie Reha, Kur, Psychotherapie oder ähnliches dann ist auch der Weg zur guten Genesung und Rückkehr positiv vorgezeichnet. Zeitgleich kannst du dich um die Familie kümmern und das ist auch ein wertgleicher Vollzeit-Job der sich nicht vor anderen Berufsfeldern sich verstecken muss.

Zu den Vorgehensweisen haben die Vorredner ja bereits schon was geschrieben, die eigene Reaktivierung und die wiederkehrende Amtsärztliche Untersuchung - gegebenenfalls steht auch eine Teildienstunfähigkeit im Raum, weil der Grundsatz ist ja "Verwendung vor Ruhestand". Dazu gibt es auch entsprechende Rechtsprechung zugunsten der Beschäftigten. Auch eben gegebenenfalls BU / DU Versicherung prüfen, sofern vorhanden und ob eine EU bzw. EM-Rente von der Gesetzlichen Rentenversicherung gibt, allerdings kann es ebenfalls sein, dass die Ruhestands-Versorgung um den entsprechenden Betrag gekürzt wird - da kenne ich mich jetzt nicht so aus.
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