Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

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Zollzujva
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Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Zollzujva »

Guten Mittag zusammen,
Ich bin aktuell Beamter auf Probe beim Zoll bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Hab mir das vor antreten der Ausbildung spannender vorgestellt. Bin jetzt 1 Jahr dabei und ich sitze 80 Prozent der Arbeitszeit vor dem PC oder vor irgendwelchen Akten. Die Stimmung ist auch typisch Verwaltung, überhaupt nicht meins. Dazu kommt noch ein Fahrtweg von einer Stunde hin, sowie einer Stunde zurück. Ein Umzug möchte ich ungern bewerkstelligen, die Gegend sagt mir absolut nicht zu. Eine andere Stelle beim Zoll wäre ebenfalls mit einen Umzug verbunden und ist erst in 2 Jahren möglich, zudem sind die spannenden Stellen mit Aussendienst sehr begehrt, da muss man mit Wartezeiten von 5-10 Jahren rechnen.

Ich wollte damals ursprünglich zur Polizei, wurde aber aufgrund diverser Vorerkrankungen nicht angenommen. Da die JVA au nach der Pdv 300 aussortiert, hatte ich das Thema dann direkt abgehakt. Da von mir aber 5 Minuten entfernt eine JVA liegt und mich die Pendelei und die monotone Arbeit aktuell aber so fertig machen, habe ich mal. Rücksprache mit der JVA gehalten. Ich hatte nun eine Amtsärztliche Einstellungsuntersuchung auf eigene Kosten, bevor ich mich bewerbe. Und diese habe ich bestanden.

Jedoch weiss ich nicht ob ich mich nun tatsächlich für die JVA bewerben soll. Ich bin jetzt 25 Jahre alt. Und würde folgende Benefits vom aktuellen Job verlieren: Gleitzeit, keine Schichten, kein Wochenenddienst und 1 x die Woche Homeoffice. Aber die JVA wär halt heimatnah und ich stell mir die Arbeit auch spannender und nicht so kompliziert vor wie meine aktuelle. Bei der Finanzkontrolle ist es schon echt anstrengend neben dem monotonen muss man auch fit in BWL sein.
Das grösste Risiko ist noch dazu, ich müsste mein n Beamtenstatus auf Probe abgeben und wäre wieder Anwärter, hätte dazu auch wieder das schmale Gehalt.

Hier liest man ja wirklich viel negatives über den Strafvollzug, könnt ihr mir vielleicht ein bisschen Eindrücke geben und eventuell wie ihr in meiner Situation entscheiden würdet?

Dankeschön und ein Schönes Wochenende
Dienstunfall_L
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Dienstunfall_L »

Hallo Ich würde erstmal die „auf Probe“-Zeit abschließen, d.h.: in der Zeit das Beste geben, versuchen, bei der Arbeit zu lernen und ihr etwas Positives abzugewinnen. Monoton scheint die Tätigkeit aktuell nicht zu sein, wenn sie teilweise herausfordernd ist. Punkte wie 1 Tag Homeoffice und Arbeitszeit ohne Schichtdienst sind für die Gesundheit eher vorteilhaft. Alles Gute!
Zollzujva
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Zollzujva »

Aber noch 2 weitere Jahre weiss ich nicht ob ich das schaffe. Habe jeden Tag keine Lust aufzustehen weil ich mir denke die monotone Arbeit könnte ich auch von zuhause aus machen, aber mehr als 1 mal Homeoffice geht nicht.
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zeerookah
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von zeerookah »

Du bist schon mit falschen Vorstellungen zum Zoll.
Und jetzt überlegst Du mit noch falscheren Vorstellungen zu einer JVA zu wechseln.
Vermutlich kannst Du dir nicht vorstellen was es heißt 24/7 zu arbeiten und mit dem Abschaum dieser Gesellschaft zusammen zu sein.
Das einzige was Dich von denen abhebt das Du einen Schlüssel hast. Ansonsten bist Du auch jeden Tag 8 Stunden eingesperrt.
PS: Das was ab & an in TV Krimis über dies Thema gezeigt wird ist nicht ausgedacht. Das ist eher noch die schöngefärbte Seite der Wirklichkeit.
Zollzujva
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Zollzujva »

Kannst du nicht mal genauer erzählen? Hier liest man soviel negatives aber nichts konkretes. Beim zoll bin ich ebenso im büro eingesperrt da ich an meinem Rechner arbeiten muss.
Zollzujva
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Zollzujva »

Ich hab doch eine 41 Std Woche wenn ich einspringe sind das Überstunden diese kann ich zeitnah nehmen… sehe ich das falsch
Dienstunfall_L
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Dienstunfall_L »

Wenn dich belastet, dass du nicht draußen bist („ Beim zoll bin ich ebenso im büro eingesperrt da ich an meinem Rechner arbeiten muss.“), dann wäre ein Wechsel zur JVA doch gar keine Verbesserung. Ich weiß nicht, welche Verbesserung du darin siehst abgesehen vom Arbeitsweg, in Summe hebt sich dieser Vorteil wegen des einen Tags Homeoffice aktuell aber wieder auf.
Zollzujva
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Zollzujva »

Ich möchte körperliche Bewegung in der Arbeit. Draussen im freien muss ich nicht unbedingt sein. Zudem möchte ich nicht 80 Prozent am PC verbringen sondern maximal 50. Hier gibt es anscheinend keine Beamten mehr die aus erster Hand berichten können, Schade…
Klaus1717
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Re: Ist die Arbeit in der JVA wirklich so beschi**en?

Beitrag von Klaus1717 »

Hallo

ich verstehe deine Gedanken.
Aber nach über 30 Jahren in einer JVA würde ich dir dringend abraten sich da in etwas zu verrennen, wo du vom Regen in die Traufe kommst..
oft 12 Tage Dienst am Stück, WE Dienst......Kaum Beförderungsmöglichkeiten........Und ständig die Gefahr, dass ein Inhaftierter irgend etwas gegen dich einleitet, zerren an den Nerven.
Vorgesetzte die dich im Fall der Fälle fallen lassen, und Nasenfaktor Beförderungen sind, meiner Erfahrung nach normal.
Jeder geht mit dem Rücken zur Wand
Viele meiner Kollegen gingen deshalb entnervt in den Vorruhestand.
Es kann sein, dass es woanders (andere Anstalt) evtl besser ist.
Nur der Job als Vollzugsbeamter ist für meine Person bis heute nie mein Traumberuf geworden, und ich denke damit teile ich die Meinung anderer .
Es gibt natürlich auch Menschen die in diesem Beruf ihre Erfüllung sehen.
Mach erst einmal deine Ausbildung zu Ende und dann seh weiter.
Sonst stehst du auf einmal vor dem Nichts.
Eins haben alles öffentliche Dienst Jobs gemeinsam.
Sicher und das Geld kommt regelmäßig. ;-)
Wie gesagt ist das alles meine Meinung und Erfahrung