Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

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noexite1
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Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von noexite1 » 24.01.2017 07:37

Ich wundere (ärgere) mich darüber das die Deutsche T überhaut keine Möglichkeit des Aufstiegs mehr anbietet.
Nicht vom einfachen Dienst in den mittl. Dienst; nicht vom mittl. in den gehobenen Dienst und auch keinen Verwendungsaufstieg.
Ich bin mir nicht sicher ob das gesetzlich so in Ordnung ist, schließlich verbaut die T den Beamten die Chance auf einen höheren Posten und ggf. anderen Kollegen die Chance in ihrer Laufbahn weiter zu kommen, denn die Aufstiegskandidaten machen einen Posten frei. Damit ist die Gleichbehandlung mit anderen Bundesbeamten nicht gegeben.
Auch wenn es wahrscheinlich nur sehr wenige wären die es erreichen würden. Viele Kollegen sind wie ich insichbeurlaubt und bis zu 4 Ämter höher eingesetzt. Das zeigt doch das die Notwendigkeit da ist Personal höherwertig einzusetzen.
Ich hatte mal bei der Personalstelle nachgefragt und lapidar eine Antwort bekommen, das die T keinen Bedarf hat einen Aufstieg anzubieten.
Keinen Bedarf? Was soll das den heißen?
Selbstverständlich nicht, denn es ist ja kostengünstiger Pensionsbeiträge für einen Beamten im mittl. Dienst abzuführen als für einen im gehobenen. Es erzeugt auch Kosten einen Aufruf zu starten, Personal zu bestimmen, Auswahlverfahren durchzuführen und anschließend noch eine Weiterbildung zu finanzieren. Alles das spart sich die T. Ist das so korrekt? Kann man sich dagegen nicht wehren?

Telekommi
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von Telekommi » 24.01.2017 08:15

Schade aber nachvollziehbar.

Die Aufsteiger kosten zu viel, geht doch viel einfacher wie bei Dir über Insichbeurlaubung.
Und ist, wie Du schon schreibst, billiger in der Altersversorung.

Ein Aufsteiger in den gehobenen Dienst wurde zuerst 6 Monate nach Köln geschickt um sein Grundstudium abzuleisten, anschließend noch 3 Studienabschnitte von je 4 Monaten nach Dieburg fürs Hauptstudium. Zwischendurch die Praktika, also keinen normalen Einsatz. Es wurde Unterkunft gewährt, gegen geringe Bezahlung, darüber hinaus Trennungsgeld. Und das volle Gehalt.
Ist dem Unternehmen für ein "Auslaufmodell" schlicht und ergreifend zu teuer.

Abgesehen davon gibt es die FH für öffentliche Verwaltung, Post und Telekommunikation, in Dieburg, gar nicht mehr. Wurde aufgelöst.

dibedupp
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von dibedupp » 24.01.2017 08:44

Telekommi,

es gibt auch den Verwendungsaufstieg, ohne Studium ab 45 Lj.. Aber warum sollte sich die Telekom noch mehr Beamte im gehoben Dienst an die Backe schmieren. Die Insichbeurlaubung ist doch viel einfacher. Solange ich den Beamten in der höherwertigen Tätigkeit brauche, beurlaube ich ihn, wenn ich ihn nicht mehr brauche, beende ich eben die Beurlaubung.

noexite1,

stell doch mal einen Antrag, wenn der dann abgelehnt wird, dann legst du gegen die Ablehnung Widerspruch ein, der wird dann zurückgewiesen und dann steht es dir frei zu klagen. Viel Erfolg.

aquaplex
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von aquaplex » 24.01.2017 09:09

Bei der Deutschen Post gab es bisher einen Aufstieg vom einfachen Dienst in den mittleren Dienst. Dieser lief letztes Jahr aus. Alle zwei Jahre sind dann ca. 50 einfache Beamte aufgestiegen. Allerdings kam nur ca. jeder 10 Beamte mit einer höherwertigen Tätigkeit pro Niederlassung in den Genuss. Die Tätigkeiten die früher Beamte des mittleren und gehobenen Dienstes gemacht haben machen mittlerweile viele ehemalige Zusteller. Eine neue Aufstiegsform war Anfang 2016 im Gespräch, aber ist nicht in Sicht. Ist den Gewerkschaften auch völlig egal. Das Wählervolk der Betriebsräte sind Brief- und Paketzusteller. Ich selber mache seit über 20 Jahren eine Tätigkeit des mittleren/gehobenen Dienstes. Insichbeurlaubungen lohnen sich laut Niederlassungsleitung nicht bzw. kosten unnötig Budget. Man soll froh sein nicht mehr bei Wind und Wetter draußen arbeiten zu müssen. Den Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst gibt es weiterhin.

Telekommi
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von Telekommi » 24.01.2017 12:04

Dibedupp

ich habe auch nicht vom Verwendungsaufstieg gesprochen.
Der Rest Deiner Beitrags ist doch genau das, was ich auch geschrieben habe. Lies mal meinen nächsten Satz.

Aber warum soll T irgendetwas in dieser Richtung anbieten, wenn wir ein Auslaufmodell sind? Im Personalportal ist von Aufstieg etc. überhaupt keine Rede mehr. Dem Ausstieg, obwohl sich die Worte kaum unterscheiden :D , ist viel mehr Platz gelassen.

novo57
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von novo57 » 24.01.2017 17:22

Nach meiner Einschätzung wird es einen Regel- oder Verwendungsaufstieg bei Telekom nie mehr geben. Warum:
Der Aufstieg in eine höhere Laufbahn wurde angeboten, um den Bedarf an qualifizierten Personal in der entsprechenden Laufbahn abzudecken. Wenn kein Bedarf vorhanden ist, warum sollte der Arbeitgeber den Aufstieg anbieten? Wie hier schon im Forum geschrieben wurde, war die Aufstiegsmaßnahme für das Unternehmen sehr teuer. Jetzt ist der Konzern in der Situation, wo er sich über jeden Beamten freut, der seinen Teil zum Personalabbau beiträgt. Egal, in welcher Laufbahn.
Zusätzlich gibt es auch noch die Möglichkeiten der Beurlaubung für Kollegen, die einen Job mit höherer Bewertung ausüben - wurde hier im Forum ja auch schon erwähnt. Und zum Schluss: Es würde Jahre dauern, bis eine solche Organisation für einen Aufstieg etabliert werden könnte.

1. die FH Dieburg wurde organisatorisch und auch physisch platt gemacht
2. Die Fernmeldeschulen und Lehrbeamte/Trainer von früher gibt es nicht mehr bzw. sind fast alle im Ruhestand; Wer kann denn heute noch Beamtenrecht bei der Telekom unterrichten :-)
3. Telekom Training wurde jetzt auch beerdigt
4. Seit Jahrzehnten werden die Kostenschrauben im Konzern immer fester gezogen; Da kann ich schon lange keinen großen Spielraum für freiwillige Angebote erkennen, die über das notwendige und erforderliche Maß hinaus gehen.

Kurz gesagt: Es gibt keinen Bedarf und den wird es auch in Zukunft nicht geben. Und damit keine Aufstiegsmaßnahmen. Ist leider so.

Froschlurchschlucker
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von Froschlurchschlucker » 24.01.2017 22:25

... und was sagte man uns früher immer ..... niemand wird einen beruflichen Nachteil durch die Privatisierung haben :lol:

noexite1
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von noexite1 » 25.01.2017 07:18

Froschlurchschlucker hat geschrieben:
24.01.2017 22:25
... und was sagte man uns früher immer ..... niemand wird einen beruflichen Nachteil durch die Privatisierung haben :lol:
...und genau darum geht es mir. Warum sollen wir diesen beruflichen Nachteil in Kauf nehmen? Nach dem Gleichbehandlungsgesetzt (Mann - Frau, Behindert - nicht Behindert, Religiös - Atheist, u.s.w.) muss eine Gleichbehandlung erfolgen. Somit vergleiche ich uns T Bundesbeamten mit allen anderen Bundesbeamten. Eine Gleichbehandlung ist nicht gegeben. Man sollte sich wirklich überlegen zu klagen.

Auf meine Anfrage beim Personalmanagement bekam ich die lapidare Antwort: Wird nicht mehr angeboten.

Telekommi
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von Telekommi » 25.01.2017 12:18

Wobei ich nicht glaube, dass dies etwas bringt.
Früher wurden ganz oben bei der Generaldirektion die einzelnen Quoten nach Bedarf ermittelt und runtergebrochen auf die Oberpostdirektionen mit Ihren Fernmeldeämtern.
Will damit sagen, dass war damals schon bedarfsgerichtet.
Und diesen Bedarf gibt es auf dem Papier einfach nicht mehr, da mittlerweile durch die Möglichkeit der ISB höherwertige Tätigkeiten auch durch Beamte, dort wo nötig, abgedeckt werden können. Man muss auch mal sehen, dass nicht jeder eine Aufstiegsmaßnahme auf sich nehmen kann oder will und froh sind, solch ein Instrument zu haben, um einsatzgerecht bezahlt werden zu können.

Bruddler
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von Bruddler » 25.01.2017 12:51

noexite1 hat geschrieben:
24.01.2017 07:37
Ich wundere (ärgere) mich darüber das die Deutsche T überhaut keine Möglichkeit des Aufstiegs mehr anbietet.
...
Ich hatte mal bei der Personalstelle nachgefragt und lapidar eine Antwort bekommen, das die T keinen Bedarf hat einen Aufstieg anzubieten.
Keinen Bedarf? Was soll das den heißen?
Selbstverständlich nicht, denn es ist ja kostengünstiger Pensionsbeiträge für einen Beamten im mittl. Dienst abzuführen als für einen im gehobenen. Es erzeugt auch Kosten einen Aufruf zu starten, Personal zu bestimmen, Auswahlverfahren durchzuführen und anschließend noch eine Weiterbildung zu finanzieren. Alles das spart sich die T. Ist das so korrekt? Kann man sich dagegen nicht wehren?
Wie wäre es nun mit einer entsprechenden Nachfrage dazu beim BMF?
Gesetz zum Personalrecht der Beschäftigten der früheren Deutschen Bundespost (Postpersonalrechtsgesetz - PostPersRG)
§ 3 Dienstrechtliche Zuständigkeiten des Bundesministeriums der Finanzen
...
(9) Die bei den Postnachfolgeunternehmen beschäftigten Beamten können ohne Einhaltung des Dienstwegs Eingaben an das Bundesministerium der Finanzen richten.
http://www.gesetze-im-internet.de/postpersrg/__3.html
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 143b
...
(3) Die bei der Deutschen Bundespost tätigen Bundesbeamten werden unter Wahrung ihrer Rechtsstellung und der Verantwortung des Dienstherrn bei den privaten Unternehmen beschäftigt.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_143b.html

Froschlurchschlucker
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von Froschlurchschlucker » 25.01.2017 13:30

Telekommi hat geschrieben:
25.01.2017 12:18
[.....] mittlerweile durch die Möglichkeit der ISB höherwertige Tätigkeiten auch durch Beamte, dort wo nötig, abgedeckt werden können. Man muss auch mal sehen, dass nicht jeder eine Aufstiegsmaßnahme auf sich nehmen kann oder will und froh sind, solch ein Instrument zu haben, um einsatzgerecht bezahlt werden zu können.
Dabei wird aber ein ganz wichtiger Punkt übersehen: Tätigkeiten bei ISB sind nicht ruhegehaltsfähig. Es gibt danach die schmale Pension auf Grundlage der letzten Besoldungsstufe. Man fällt also noch tiefer und der Verzicht ist gewaltig (besonders im mittleren Dienst). Das Rackern auf höherwertigen Posten ist nur während der aktiven Zeit auf diesem Posten lohnenswert. Für die T ist solch ein ISB-Einsatz dauerhaft lohnenswert.

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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von noexite1 » 29.01.2017 10:36

Froschlurchschlucker hat geschrieben:
25.01.2017 13:30
Telekommi hat geschrieben:
25.01.2017 12:18
[.....] mittlerweile durch die Möglichkeit der ISB höherwertige Tätigkeiten auch durch Beamte, dort wo nötig, abgedeckt werden können. Man muss auch mal sehen, dass nicht jeder eine Aufstiegsmaßnahme auf sich nehmen kann oder will und froh sind, solch ein Instrument zu haben, um einsatzgerecht bezahlt werden zu können.
Dabei wird aber ein ganz wichtiger Punkt übersehen: Tätigkeiten bei ISB sind nicht ruhegehaltsfähig. Es gibt danach die schmale Pension auf Grundlage der letzten Besoldungsstufe. Man fällt also noch tiefer und der Verzicht ist gewaltig (besonders im mittleren Dienst). Das Rackern auf höherwertigen Posten ist nur während der aktiven Zeit auf diesem Posten lohnenswert. Für die T ist solch ein ISB-Einsatz dauerhaft lohnenswert.
Das sehe ich ganz genau so.
Den größten Vorteil hat die T.
Im Grunde genommen ist es eine Wettbewerbsverzerrung, da andere Unternehmen das nicht können.
Wer kennt einen guten Anwalt der sich mit diesem Thema gern mal beschäftigen würde? Bitte PN an mich senden.

dibedupp
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von dibedupp » 29.01.2017 10:44

Meines Wissens haben schon einige Beamte versucht, den Aufstieg bei der Telekom einzuklagen. Ich habe von keinem gehört, der seine Klage gewonnen hat.


Andere Unternehmen in der Branche haben keine Beamten und bezahlen in der Regel schlechter als die T. Wo ist da die Wettbewerbsverzerrung?

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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von a.no-nym » 29.01.2017 11:28

dibedupp hat geschrieben:
29.01.2017 10:44
Meines Wissens haben schon einige Beamte versucht, den Aufstieg bei der Telekom einzuklagen. Ich habe von keinem gehört, der seine Klage gewonnen hat.


Andere Unternehmen in der Branche haben keine Beamten und bezahlen in der Regel schlechter als die T. Wo ist da die Wettbewerbsverzerrung?
Falls jemand auf Urteile zu dem Thema verweisen kann - das würde mich sehr interessieren. Aus meiner Sicht wäre das schlagende Argument nicht die Wettbewerbsverzerrung, sondern die Tatsache, dass der Aufstieg m.E. zu den hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums gehört und es somit ein Nachteil für die betroffenen Beamten wäre, wenn er in ihrem Tätigkeitsbereich generell nicht mehr möglich wäre. Oder habe ich da einen Denkfehler?

dibedupp
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Re: Warum gibt es keinen Aufstieg mehr?

Beitrag von dibedupp » 29.01.2017 11:34

Die T ist ja nicht blöd. Sie sagt ja nicht, dass es generell keine Aufstieg mehr gibt, sondern sie schreibt jedes Jahr aufs Neue, dass in diesem Jahr auf Grund der Personalsituation kein Aufstieg möglich ist. Und womit hast du kaum eine Chance, vor einem Gericht zu gewinnen.

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