Südafrika

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Mikesch
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Südafrika

Beitrag von Mikesch » 13.11.2007 02:51

Wer nicht weiß wohin mit seinem Geld, der lege sich ne Frau zu :roll:
Nun ja, die Meinige schlägt in meine Kerbe und so habe ich mich breit schlagen lassen. Ich konnte zwar ein paar Tage ob der eingesetzten Kohle nicht schlafen, aber in Anbetracht meiner verbleibenden Lebenserwartung und eines zunehmenden körperlichen Zerfalls dachte ich, jetzt oder nie...
Mal was ganz Anderes, etwas, was man vielleicht nur ein mal im Leben macht.
Mit einem 4X4 Bushcamper, das ist ein Mini-WoMo auf Basis eines Toyota Landcruisers auf eigene Faust durch Südafrika von Joburg nach Capetown.
Wollten wir uns ursprünglich eines professionellen Anbieters für Individualreisen bedienen, war der doch einfach zu blöde, auf unsere Wünsche einzugehen. So haben wir alles selber organisiert, selber schuld, wir sparten dadurch gut 2.500 Euronen.
Schon im Februar07 endlose Faxe, Mails und Telefongespräche, gut eine Woche saßen wir zu zweit von 18:00 - 24:00 vor dem Rechner, dem Telefon und planten unsere Tour.
Gut, dass ich neben englisch auch fließend niederländisch spreche, dieses Niederenglisch wäre sonst kaum zu verstehen gewesen.

Nun, kurz vor dem Urlaub beginnt das Feintuning.
Kann mir mal einer erzählen, wie ich Camp X oder Y finden soll?
Wie finde ich den Holperweg zu Wasserstelle Z?
Ach, nur gut, dass ich eine Freundin habe, Tante Google!
Die ganze Tour habe ich ergoogelt, GPS-Positionen ermittelt, mir die Gegend angeschaut und mit meinen Tourplan erstellt.
Da habe ich mir ein Routebook mit Karten und Bildern erstellt, auf dass ich meine Ziele auch finde.
Ich habe ein Handy, so gehe ich dort ins Netz und schaue mir meine eigene Karte an.
Geil, dass Tante Google mich so lieb hat. Wer sich die Planung mal anschauen möchte:
http://www.deinklick.de/Suedafrika_Reis ... Tipps.html
Die Zelte bezeichnen die Übernachtungsplätze, die Kameras die Sehenswürdigkeiten. Im Januar08 werden die Infofenster mit meinen Bildern und Kommentaren ergänzt und es kommen garantiert noch einige Kameras hinzu.
Das Ahornblatt bezeichnet ein Guesthouse in Cape Town, das mögen wir uns dann gönnen. Guesthouse, also eine Art Pension hat in SA aber eine besondere Bedeutung. Da fehlt es eigentlich nur an dem Gebläse, welches einem den Zucker in den A. bläst :wink:
Was haben die Leute eigentlich früher gemacht?

Im Januar folgt dann der eigentliche Bericht, ich hoffe, es geht genug daneben, damit für den Unterhaltungswert gesorgt ist.

Cu,
Mikesch
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Beitrag von Mikesch » 25.11.2007 23:46

Nachtrag:
Nun steht er kurz bevor, der Urlaub und schon das erste Pech...
Südafrika ist weit weg und das interessiert hier keine Sau:
Massive Regenfälle um JoBurg, die Drakensberge und im Südosten mit großen Überschwemmungen. Mehrere Tote und gut 1.500 Menschen mussten evakuiert werden. Etliche Touristen wurden im letzten Moment aus ihren Fahrzeugen gerettet.
Ein Ende des Schmuddels ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.
Wir müssen nun versuchen, vier Tage neu zu organisieren, da unsere gebuchte Hütte weggespült wurde und ein Campingplatz nicht mehr existiert.

cu,
Mikesch
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Beitrag von Mikesch » 09.01.2008 01:33

Hi Leuts,
wieder zurück...
In den letzten Jahren hatte ich ja schon so einiges gemacht, aber dies hier setzte dem doch die Krone auf! Allmählich wurde es mir langweilig, ok, für einige vielleicht Traumreisen, aber so ist das halt mit den Menschen. Ist wie mit einer Droge, je mehr Dope, desto mehr braucht man, also musste mal was Neues her.
Mir war vorher schon klar, dass was daneben gehen kann, es viele unbekannte Variblen gebe, darum ja auch die Tour. Aber es hat meine Erwartungen um ein vielfaches übertroffen!
Ich litt unter dauernder Reizüberflutung und Adrenalinschocks, nach einer Woche glaubte ich, schon wieder in einem neuen Urlaub zu sein ;-)

Für einen richtigen Reisebericht reicht hier der Platz nicht, den werde ich demnächst mit vielen Infos für Interessierte auf meiner Website veröffentlichen. Bin schon bei Seite 30 und bei 18 von 31 Urlaubstagen angekommen ;-)

Ich kann dieses Ziel wirklich nur jedem empfehlen und sich schon mal ein Sparschwein zulegen.
Wobei Geld relativ ist...
Teuer sind Flug und Leihwagen, wobei man bei Leihwagen und Unterkunft etliches einsparen kann. Das Leben selbst ist für uns billig zu nennen. 72 Cente für den Liter Sprit, Menüs für 6 Euro, riesen HighQuality-Buffet für 12 Euronen, Bier im Lokal für nen Euro, Wasser umsonst. Übernachtungen in Camps für 8 Euronen, in klasse Chalets für 40 - 60 Euronen.

Dachte ich voller Vorurteile, SA sei eher braun, karg und heiß, weit gefehlt. In diesem Land, drei mal so groß wie DE, ist landschaftlich die ganze Welt vereint. Wüste, Dschungel, plattes Land und Hochgebirge, alles ist vertreten und die Landschaften wechseln manchmal von einer Straßenseite zur Anderen.

Dann die Viecher, mich sieht kein Zoo mehr wieder! Näher sieht man sie dort auch nicht, aber man beobachtet sie in ihrem natürlichen Revier.
Ob Elefanten, Nashörner, Rhinos, Robben oder Wale u.s.w., alles ganz nah! Die haben keine Berührungsängste, eher wir, vor allem, als der Löwe an unserem Auto vorbeistolzierte und ich vergass, das Fenster zu schließen. Ich hätte den streicheln können, wobei ich anschließend dachte, Mik, du bist ein Idiot und mir wurde im Nachhinein schon ein wenig flau ;-)
Den ganzen morgen hatten wir bei einer Elefantenherde von ca. 400 Stck. ausgeharrt. Wenn man sieht, wie sie sich benehmen, ihr Sozialverhalten studiert, geil...
Wenn dann ein riesiger Elefantenbulle in 5m Entfernung meint, es ist nun genug und man solle sich gefälligst verpissen...
Ebenso wie das Flusspferd oder das Rhino, vor allem dieses, welches zum Angriff auf das Auto ansetzte. Blöderweise waren wir an eines der eher agressiven seltenen Spitzmaulnashörner geraten.
Vor dem Hippo hatte ich ganz gehörigen Respekt, nach dem ich erfahren hatte, dass die Viecher zu den Gefährlichsten Afrikas gehören und jährlich zig Tote zu beklagen sind.
Tja, das Auto...

Das war ein 4x4 mit einem Wohnaufbau. Was soll ich mit einem 4x4? Die Straßen sind doch spitze!
Aber wehe, wenn man die verlässt. Sobald es regnet, verwandeln sich die Pisten in tiefe matschige Äcker. Selbst im Kruger hatte ich unsere Kiste an einer Abfahrt mal quer gestellt.
Glaubte ich anfangs, eine miese Straße erwischt zu haben, waren noch Steigerungen möglich, wie der Sani-Pass, der in > 2800m führt. Das ist DIE Abenteuerstrecke für unausgefüllte Südafrikaner mit ihren 4x4. Meine Holde ist die letzten 3 km aus Angst ausgestiegen und hat den Pass und gut 300 Höhenmeter zu Fuss erkrackselt. Frauen, kein Vertrauen, aber ehrlich, hätte ich auch gerne gemacht...
Dachte ich noch, jetzt haste deine 4x4-Prüfung bestanden, weit gefehlt, Lesotho war die Hölle, zu Fuss wäre schneller gewesen, 3 km in einer Stunde!
Matsch, nasse Sandpässe in 3000m Höhe, Flussdurchfahrten, tiefe Absätze...
Hier mussten wir dann auch eine geplante und bezahlte Unterkunft für 40 Euronen sausen lassen, da wir die nicht mehr erreichen konnten und auf dem Dach Afrikas im Matsche im Nirgendwo fest saßen.

Dachte ich danach, jetzt ist es vorbei mit dem Nervenkitzel, wir sind wieder in der Zivilisation, auch hier weit gefehlt. Wie oben bereits geschrieben, war ein gebuchter Campinplatz und eine Hütte abgesoffen.
Klar, als wir in der Gegend waren, kam die zweite Flut, Regen wie unter der Dusche...
Blöde nur, dass wir gerade eine Schlitterpartie über einen Schotter-, nein Matschpass hinter uns hatten, den ich gerade so mit Hängen und Würgen gepackt hatte. Ein Zurück gab es also nicht, es musste also eine Alternativstrecke her. Nur, die war abgesoffen...
Es gab nur die Alternativen, im Nirgendwo Tage auszuharren, na ja, Wasser und Bier hatten wir genug, oder eine knifflige Flußdurchfahrt zu wagen. Da wir sooo viel Bier auch nicht dabei hatten, entschied ich mich zwecks Auffüllung der Biervorräte und Einhaltung des Urlaubsplans für die Flussdurchfahrt.
War eigentlich ganz easy, ok, meine Unterhose musste in die Wäsche und den Teppichboden unseres 4x4 müssen wir wohl bezahlen.

So Abwechslungsreich wie die Landschaft und die Straßen ist auch das Wetter. Ich meine, dort ist nun Sommer...
Heute 35 Grad, morgen 15...
Gerade noch strahlender Sonnenschein, im nächsten Moment gepladder...

Dies alles hat wohl auch die Südafrikaner geprägt ;-)
Wenn ein Südafrikaner bezüglich Wanderweg oder Straße meint: "Easy...", bedeutet das für uns Action...
Die ticken einfach anders! Da sind wir für einen 22 km Marsch auf 2800 m Höhe mit Bergstiefeln, Wetterkleidung und ausreichend Wasser ausgerüstet, werden wir von ganzen Familien, teilweise barfuß und Säugling auf dem Rücken überholt. Dabei überqueren die (mit Säugling) noch eine Stromschnelle, schwimmen durch eine Klamm und klettern an einem losen Seil 40m in die Höhe!
Ich dachte, ich sei im falschen Film!
"Easy" bedeutet klettern, durch Flüsse Schwimmen oder fahren, für uns Action oder für Autos echtes off road!
Wenn irgendwo ein Schild steht "difficult" oder "only 4x4", dann sind solche Strecken fast unpassierbar, zumindest für uns...
Das Wort "Steigung" kennen die nicht, Steigungen von 45 Grad sind normal. Wenn irgendwo das Schild "Steigung" auftaucht, hilft auf unbefestigten Straßen nur ein 4x4 im Kleingang, 50 Grad Steigung kann man dann schon einplanen. Offensichtlich hatten die Strassen- besser Wegeerschaffer gedacht, sollen die sich doch vernünftige Autos zulegen...

Das scheinen teilweise echte Adrenalin-Junkies zu sein. Überall findet man an den unmöglichsten Stellen wie Brücken, Abgründe u.s.w. Gelegenheiten, einen Bungee-Sprung zu wagen. Mal abgesehen von den anderen Möglichkeiten, seiner Gesundheit Schaden zuzufügen...

Menschen leben dort natürlich auch. Der nördliche weiße Südafrikaner viel durch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Der Südliche entspricht eher unserem Naturell vom Typ Ellenbogenmensch mit dickem Bauch.
Die Apartheit ist zwar offiziell abgeschafft, aber auffallend ist die Rassentrennung. Kein Weißer spricht mit einem Schwarzen oder umgekehrt. Jede Rasse hat ihre Territorien. Verstehe ich eigentlich ob der äussert attraktiven schwarzen Damen oder Herren nicht ;-)
Na jedenfalls unterhalten wir regen Kontakt mit schwarzen Menschen, das hängt wohl eher damit zusammen, dass wir von außerhalb kommen und die Problematiken nicht kennen und auch Schwarze einfach als Menschen ansehen. Anfangs waren die schon überrascht, als wir sie ansprachen, so nach dem Motto:"Wie, ihr redet mit uns...".
Unter den Schwarzen tut sich auch ein Unterschied auf, die die es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht haben und die, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Bei Letztgenannten schlägt einem oft offene Feindschaft entgegen, für mich verständlich.
Mit Stacheldraht abgeschirmt kämpfen sie täglich ums Überleben, während in der Nachbarschaft die dicken Häuser mit Wachdienst stehen.
Daraus resultiert wohl auch die in hiesiger Presse breit getretene hohe Kriminalitätsrate. Wobei auch dies relativ ist, lese ich die hiesige Presse, möchte ich auch nicht nach DE reisen ;-)
Hier wird wohl auch wieder maßlos übertrieben, wir jedenfalls hatten keine negativen Erfahrungen, auch in Townships oder sonstigen armen Gegenden nicht.
Bis auf Lesotho, da schlägt einem selbst bei Kindern der blanke Haß entgegen. Ich war froh, als wir da wieder raus waren!

Wer etwas erleben möchte, der mache es so wie ich und organisiere alles selber. Auf 10.000 km kann schon so einiges passieren, aber so ist es zumindest für mich das Geld wert. Im Touribus, für mich nein danke und heraus geschmissenes Geld, man sieht nix...
So war das für mich eines der Highlights meines Lebens, unvergesslich!

Fotografiert habe ich natürlich auch, gut 5.000 Bilder :-)
Davon gingen dann 2.500 gleich in die Tonne. Nach drei mal drüber Schlafen sind 1.600 Bilder übrig geblieben, von denen ich mich nicht trennen kann.
Eine ganz kleine Auswahl könnt ihr hier betrachten:
http://www.deinklick.de/bilder_Suedafrika.html

Was kann dies noch toppen? Vorschläge?
Im Juni versuche ich es mal mit Island, mal schaun, ob das mein Bully überlebt ;-)

Guats Nächtla,
Mik
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Re: Südafrika

Beitrag von Hauseltr » 05.08.2013 13:21

Wenn dann ein riesiger Elefantenbulle in 5m Entfernung meint, es ist nun genug und man solle sich gefälligst verpissen...

Oha!
Da war nichts mehr mit verpissen! :D

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Re: Südafrika

Beitrag von Hauseltr » 05.08.2013 13:24

Mittwoch, 04.03.2009

Um 17.00 Uhr fahren wir in Belen ab, treffen unterwegs an der Straße noch schnell einen Bekannten und übergeben ihm ein paar Bücher, um 19.15 Uhr geben wir dann unseren Wagen auf einem privaten Parkplatz in der Nähe vom Flughafen Antalya ab. Der Spaß kostet für die 3 Wochen etwa 50.00 €. Die Leute bringen uns dann zum Flughafen, das ist im Preis mit enthalten. Der Inlandsflug nach Istanbul geht statt 21.10 Uhr erst um 21.55 Uhr ab. Aber da das Gepäck durchgehend abgefertigt wird, ist das kein Problem. Der Weg vom nationalen Teil zum internationalen Teil des Flughafens in Istanbul dauert etwa 10 Minuten. Der Flug geht dann planmäßig um 23.55 Uhr los.
05.03.
Die Maschine ist nicht mal halb voll. Die leeren Mittelsitzreihen werden gleich in Beschlag genommen, da legen sich dann viele Leute gleich lang zum Schlafen lang. Leider kommen wir da nicht zum Zug. Aber auch so schlafen wir ein wenig im Sitzen, was mir eigentlich selten gelingt. Es sind auch viele Deutsche und Schweden an Bord, die auch in Istanbul umgestiegen sind, weil die Flüge mit Türkisch Airlines auch von Deutschland aus relativ billig sind. Um 9.30 Uhr landet die Maschine in Johannesburg und nach einer Pause von etwas über 1 Stunde geht es weiter in Richtung Kapstadt, wo wir um 12.55 Uhr landen. Es ist brüllend heiß und durch einen etwa 50 km entfernten Waldbrand ist alles in Dunst gehüllt. Der Vermieter unseres Campingbusses steht schon da, holt uns ab und bringt uns zur Rose Lodge am Rande der Innenstadt von Kapstadt. Es ist eine winzige Pension mit 3 Zimmern, aber sehr gut ausgerüstet und 1a gepflegt. Bruce, der Besitzer, ein deutschsprachiger Kanadier schaut etwas verdutzt, als wir von „Lekker Camper“ abgesetzt werden. Er hatte mich wegen dem Transfer angeschrieben und meine Antwort völlig missverstanden. So meldet sich nach einer Stunde sehr verärgert die von ihm bestellte Taxe vom Flughafen, wo wir den blieben. Im nach hinein stellen wir dann fest, das „Lekker Camping“ uns zwar diese Pension empfohlen hat, dass sich die Leute aber überhaupt nicht kannten. Wir machen dann erst mal einen Mittagsschlaf und anschließend gehe ich erst mal allein in Richtung Innenstadt, weil ich Geld aus einem Geldautomaten ziehen will. Erst nach einigem Suchen finde ich dann endlich einen. Der Wechselkurs für 1,00 € liegt etwa bei 12,50 Rand. Abends gehen wir dann erst mal zum Essen in ein Straßenrestaurant, was ich vorher schon ausgeguckt hatte.
06.03.
Morgens gegen 6.00 Uhr werden wir doch tatsächlich von den „zarten Gesängen“ einer benachbarten Moschee geweckt. Ab 8.00 Uhr wird es durch den einsetzenden Berufsverkehr ziemlich laut, wie schon am Abend vorher. Frühstücken tun wir auf dem zur Straße gelegenen kleinen Balkon der Pension, das Frühstück ist im Preis enthalten und sehr gut. Wie verabredet bringt uns „Lekker Camper“ um 12.00 Uhr den VW Bus vorbei. Wir bekommen erst mal eine Einweisung und können dann den Wagen in einem gesicherten Gelände abstellen, zu dem Bruce einen Schlüssel hat und ein kleines Entgelt dafür bekommt. Im Wagen ist eine große Kühlbox eingebaut, die über die Autobatterie oder über 220 V läuft. In dieser Box kann man bis zu –18° einfrieren. Nachmittags machen wir dann eine Fahrt mit einem Sightseeingbus auf der „Roten Linie“mit Unterwegshaltestellen, wo alle 30 Minuten ein Bus fährt und das Ticket für den ganzen Tag gültig ist. Am Tafelberg steigen wir dann aus und fahren mit der Seilbahn nach oben. Die Kabine dreht sich während der Fahrt um die eigene Achse. Da der Wind sich gedreht hat, macht sich der Waldbrand auch nicht bemerkbar, aber man sieht den Rauch von oben. Später fahren wir dann mit dem Bus weiter, es geht eine lange Strecke am Meer entlang. Anschließend gehen wir in der Innenstadt noch bei einem Thailänder zum Essen. Es ist immer noch sehr warm und ein starker Wind bläst. Als sich der Berufsverkehr gelegt hat, ist es auch wieder relativ ruhig.

07.03.
200 km
Nach dem Frühstück machen wir uns dann langsam auf den Weg. Erst mal geht es langsam in Richtung Stadtautobahn. Da muss ich mich an den Linksverkehr gewöhnen und auch der VW Bus hat so seine Tücken. Der Wagen wird in Südafrika montiert und hat nur ein Viergang- Getriebe. Dabei liegen die Wege vom 1 – 2 zum 3 – 4 Gang sehr weit auseinander, so da ich mehr als einmal Schwierigkeiten habe, den 1. oder 2. Gang zu finden. Übt man zu starken Druck aus, landet man vor dem Rückwärtsgang. So ganz kann ich mich in ganzen Urlaub nicht damit anfreunden. Auch die nicht vorhandene Lenkradunterstützung macht sich manchmal störend bemerkbar. Deswegen habe ich einige Bordsteinkanten beim Einparken berührt, weil ich meinte, es passt schon. Man ist doch schon ganz schön verwöhnt. Ein kurzes Stück geht es auf der Autobahn weiter und dann wechseln wir auf die R 27 in Richtung Milnerton und fahren dann am Meer entlang bis nach Langebaan, wo wir unseren ersten Einkauf tätigen. Wir wollten in Langebaan auf einen Campingplatz, aber der Ort ist uns zu voll, ein richtiger Touristenrummelplatz. Da fahren wir ein Stück weiter nach Paternoster in das Columbia Naturreservat, wo wir für eine Nacht 87,00 ZAR bezahlen. Dort finden wir ein schönes Plätzchen am Meer, das wir aber am Abend im Dunkeln verlassen, weil uns die Musik vom Nachbarn mächtig nervt. Aber mit dem VW Bus ist das kein Problem. Gut 200 m weiter ist es wieder ruhiger, das Meeresrauschen übertönt die Musik. Ulla hat erst mal die Sachen im Wagen verteilt, Stauplatz genug ist vorhanden. Das Geschirr, die Bestecke und die Töpfe sind gut, da wurde nicht das Billigste verwendet. Das Bett ist auch schnell ausgeklappt, der Tisch kann innen oder außen montiert werden. Wenn das Bett gemacht ist oder während der Fahrt wird er hinter dem Fahrersitz verstaut. Das Vordach verwenden wir im ganzen Urlaub nur 1 oder 2 mal.
08.03.
227 km
Von Paternoster fahren wir über Vredenburg und Velddrif auf einer geschotterten Nebenstraße am Meer durch Dünen entlang in Richtung Lamberts Bay. Unterwegs machen wir eine Pause direkt am Meer. Dann geht es weiter nach Clanwilliam auf der R 364. Dort geht es an einem Stausee auf einen Campingplatz. Eine Nacht kostet 120,00 ZAR. Auf dem Stausee sind Motorboote unterwegs. Abends geht uns dann das Gas aus, obwohl die Flasche voll sein soll. Abends streichen fünf junge Katzen über den Platz. Ulla hatte so eine Art Bockwurst mit Käseeinlage gekauft und die schmecken uns nicht so besonders. Die Kätzchen schlagen aber sofort zu, als wir sie versuchsweise damit füttern. In Clanwilliam ist das Hauptanbaugebiet für den Roibuschtee, der dort verarbeitet wird.

09.03.
436 km
Morgens tanke ich erst mal in Clanwilliam und frage nach, wo ich die Gasflasche tauschen kann. Bei einem großen Landhandel, an dem wir vorher schon vorbei gefahren sind, würde man uns die Flasche auffüllen. Also wieder zurück und dort füllt man uns die Flasche auf. An der Flasche klebt eine magnetische Füllstandsanzeige und die ist defekt. Keine Ahnung, wie das Ding funktioniert und ob es so was in Deutschland gibt. Später im Internet nachgeschaut, es gibt die auch in Deutschland, kostet ca. 5,00 €. Wir wollen jetzt durch die Cederberge in Richtung Citrusdal. Da nehme ich allerdings die falsche Straße und die endet nach gut 30 km auf einer immer schlimmer werdenden Schotterpiste im Nichts. So fahren wir wieder zurück und fahren dann erst mal 20 km auf der Nationalstraße N 7, bis wir in die Berge abbiegen und erst mal gut 120 km auf Schotterpisten über mehrere Pässe durch eine herrliche Bergwelt bis Ceres weitergeht. Unterwegs machte sich durch die Holperei eine verschlossene Schublade selbstständig und landete samt Inhalt auf dem Fußboden. Das rummste erst mal ganz nett. In Ceres wollen wir auf den Campingplatz, aber ohne ein Permit der Forstbehörde kommt man nicht auf diesen Platz. Das gibt es aber nicht an Ort und Stelle und so fahren wir weiter. Wenn man sonst überall Campingplätze findet, auf der weiteren Strecke ist erst mal tote Hose. Wir müssen bis nach Montagu und kommen dort erst im Dunkeln an. Ich frage jemanden nach dem Campingplatz. Ja, dass geht da lang. Halt, er hält einen Streifenwagen an und die Polizei bringt uns zu dem Campingplatz. Na prima.

10.03.
Wir legen einen Tag Pause ein und gehen morgens in ein natürliches Warmbad mit 40° Wassertemperatur im Ort. Dabei kommen wir auch an den Fabriken vorbei, in denen Früchte aller Art getrocknet werden. Im Ort und auch auf dem Campingplatz sind Wege und Seitenstraßen mit den Schalen von Aprikosen-, Pfirsichkernen usw. geschottert. Ganze Berge davon liegen auf dem Fabrikgelände. Wenn man in die größeren Orte kommt, fährt man meistens erst mal an den Siedlungen mit den kleinen Häusern der schwarzen Bevölkerung vorbei, manchmal sieht man aber auch noch regelrechte Slums mit Bretterbuden. Aber es wird auch viel gebaut. Abends gehen wir zum Essen und bestellen die ersten Spearrips. Für die 2 Tage auf dem Platz bezahlen wir 200,00 ZAR , das ist so der Durchschnittspreis auf den Plätzen, in den Nationalparks kommt dann noch der Eintrittspreis dazu, der meistens auch um die 100,00 ZAR liegt. Auf den meisten Plätzen ist es abends sehr ruhig.

11.03.
258 km
Von Montagu fahren wir auf der Route 62 weiter nach Oudtshoorn. Während wir am Anfang noch durch Weinanbaugebiete fahren, tauchen dann so langsam die Straußenfarmen im Gebiet der kleinen Karoo auf. In dieser Halbwüste ist es natürlich bedeutend trockener. Den Besuch auf einer der Schaufarmen verkneifen wir uns.
12.03.
200 km
Von Oudtshoorn geht es weiter auf der Route 62 und dann auf der N 12 durch die Berge über den Meiringspoort Pass auf die Hochebene in Richtung Beaufort West. Eine herrliche Fahrt durch die Berge, wo wir dann die ersten Affen auf der Straße sehen. Überall sind die Farmgelände an den Straßen mit Zäunen abgesperrt, so dass man fast nur an eingezäunten Farmen entlang fährt. Eine Sache, an die man sich erst gewöhnen muß, ist bei vielen Einmündungen und Kreuzungen die Vorfahrtregelung. Dort gilt das 3 oder 4 Stop Prinzip. An jeder Straßenecke steht ein Stopschild und wer zuerst dort anhält, darf auch als erster weiterfahren. Die Regelung ist nicht schlecht und man hält sich auch daran. Allerdings wird das Prinzip auch auf Kreuzungen von breiten zu schmalen Straßen angewandt und am Anfang übersehe ich die relativ kleinen Stopschilder schon mal, weil man das einfach nicht gewohnt ist. Insgesamt wird in Südafrika bedeutend ruhiger gefahren, als in Deutschland. In Beaufort West gehen wir auf den Campingplatz im Karoo National Park. Dort wechsele ich erst mal den rechten Hinterreifen, denn der ist an einer Kante bis auf 1 mm runter gefahren. Abends haben wir ein Gewitter mit Regen und als ich dann von der Toilette komme, sitzt ein junges Stachelschwein direkt vor dem Wagen.

13.03.
327 km
Morgens fahren wir erst mal ein Stück in den Wildpark, ein paar wenige Gazellen sind zu sehen. Dann verlassen wir den Park und fahren weiter nach Graaf Reinet. Eine einzige Hochebene, auf der man vereinzelt Schafe oder Kühe sieht. Alles ist eingezäunt. Es muss vorher noch kräftig geregnet haben, denn es steht noch überall Wasser. Auf dem Platz will Ulla etwas Wäsche waschen, die ihr sofort von den Bediensteten abgenommen wird und für ein kleines Entgelt gewaschen wird. Abends gehen wir dann zum Essen. Für mich gibt es wieder Rippen und Ulla isst ein Steak.
14.03.
Morgens fahren sie in den Nationalpark zum „The Vallay of Desolation“. http://www.suedafrikatour.de/regionen/o ... eserve.htm Es geht bei mit Wolken verhangenen Wetter in die Berge. Unterwegs sitzen ein paar Affen am Straßenrand. Oben am Rande der Felsenschlucht sind Aussichtspunkte befestigt und ein kurzer und ein langer Rundwanderweg angelegt. Ab und zu verschwinden die gegenüber liegenden Felsen in den Wolken, dann hat man wieder eine leicht dunstige Aussicht bis in die Täler. Dann geht es zurück, dabei fahren wir in einen anderen Teil des Cambeboo National Park, in dem man auf einer Rundfahrt Wasserbüffel, Strauße, Springboecke und Elenantilopen sehen kann. In einer Furt gehe ich erst mal durch den Fluss, um zu sehen, wie hoch das Wasser steht. Kein Problem fuer den VW Bus. In Park machen wir dann auf einem Rastplatz Kaffee fuer uns. In Graaf Reinet suchen wir einen Kaktusgarten, der aber geschlossen ist. Allerdings stehen in den ganzen angrenzenden Strassen grosse Kakteen an den Rändern. Abends schleicht eine Katze über den Platz, die sich gerne von uns füttern lässt.

15.03.
248 km
Von Graaf Reinet, wo wir morgens noch mal an dem Kaktusgarten vorbei fahren, geht es dann weiter ueber die R 75 und R 336 in Richtung Addo Elefant Nationalpark. Erst ist die Strecke weiterhin kahl, dann tauchen vermehrt große kaktusartige Wolfsmilchgewächse auf und dann geht es in riesige Apfelsinenplantagen über. Es wird schlagartig grün. Wir passieren einige Fabriken, in denen Apfelsinensaft gepresst wird. Fast alle haben Gleisanschluss an die südafrikanische Eisenbahn mit ihrer Kapspur von 1047 mm. Einige geschlossene Gueterwagen fuer den Apfelsinentransport stehen dort herum. Kurz vor dem Nationalpark gehen wir noch in ein Restaurant, dort sind die Preise auf großen Schiefertafeln angeschrieben und als wir eine Speisekarte haben wollen, kommt die Bedienung mit einer dieser großen Tafeln an den Tisch.

16.03.
130 km
Morgens machen wir eine Rundfahrt mit einem Land Rover durch den Park. http://suedafrika.net/Garden/gaddoele.htm . Hier gibt es schon einiges an Wildtieren zu sehen, die man von den hohen Sitzen besser beobachten kann, als wenn wir den VW Bus genommen hätten. Wir sehen natürlich außer vielen Elefanten noch Warzenschweine, Zebras, Büffel und verschiedene Antilopen. Nach gut 2 Stunden ist gegen 11.30 Uhr die Fahrt durch den Park beendet und wir fahren weiter über die R 335 und R 334 nach Jeffrays Bay am Indischen Ozean. Es gibt mal ein kurze Unterbrechung, als eine Rinderherde mit gut 100 Tieren die Straße kreuzt. Unterwegs kaufen wir uns die erste Portion Biltong. Das ist eine Spezialität der südafrikanischen Küche, in Suedafrika bestehend aus luftgetrocknetem Rindfleisch, Strauß u.a., das im Laden aus einem Stück fuer uns in einer speziellen Maschine in Scheiben zerkleinert wird. Auf diesem Platz ist es sehr windig, wie auch auf fast allen folgenden Plätzen, die direkt am Meer liegen.
17.03.
2000 km
Ueber Humansdorp fahren wir wieder auf einem Teil der Route 62 http://suedafrika.net/Cape/route62.htm und http://suedafrika.net/Cape/route62map.htm . Kurz vor einer Eisenbahnuberfuehrung taucht auf den Gleisen ein Gueterzug auf, den ich erst mal fotografiere. Es handelt sich um die Strecke des Apple Express mit einer Spurweite von 610 mm. Auf einem Teil dieser Strecke findet noch Touristenverkehr statt, mit einem Güterzug hatte ich hier nicht gerechnet. Die fast 90 km lange Strecke wurde mal zum Abtransport der Äpfel gebaut, die hier reichlich angebaut werden. Wir folgen dieser Strecke parallel auf der R 62 bis zum Endbahnhof Avontuur. Eine auch mit dem Auto sehr schöne Strecke, dann biegen wir auf die R 339 ab in Richtung Knysa. Jetzt sind wir wieder auf einer Schotterpiste mitten durch die Berge. Teilweise ist diese von Sträflingen angelegte Strasse sehr eng. In den Jahren 1862–1866 wurde diese Strasse ueber den Prince Alfred’s Pass erbaut. http://www.kapstadt.de/gardenroute/knysna/knysnaforest/ An einer breiteren Stelle machen wir eine Pause über einem Fluss. Kurz darauf steht ein Pajero am Wegrand und wir kommen mit dem Fahrer ins Gespräch. Er hat etwas weiter ein kleines Restaurant „Angies G Spot“ mit ein paar Zimmern und einem Campingplatz und laedt uns natuerlich ein, bei ihm und seiner Frau einzukehren. Der Platz in den Bergen in De Vlug gefaellt uns wirklich gut. Die Einwohnerzahl kann man an zwei Händen abzählen. Gleich haben wir die beiden Hunde, einen hellbraunen Labrador und einen urigen Dackel, an der Backe. Mmh, ein paar Stücken Biltong sind die nicht abgeneigt. Abends gibt es Kudu zum Abendessen und wir sitzen am Lagerfeuer. Der Platz hat keinen Internetanschluss und auch keinen Stromanschluss. Eine Solaranlage erzeugt Strom für den normalen Verbrauch und für den Betrieb der Waschmaschine wird der Generator angestellt. In der Küche wird auf einem Holzofen gekocht.
18.03.
78 km
Es wird allerdings sehr kalt dort oben und Harold sagt uns morgens, dass es normalerweise nicht mal im Winter so kalt sei. Angie macht uns morgens noch ein herzhaftes Frühstück und dann fahren wir weiter auf der durchgehend unbefestigten R 339. Auch hier geht die Strecke weiter durch Wälder und Berge. Dann stossen wir bei Knysa auf die N 2. Etwas weiter finden wir einen schönen Campingplatz am Buffalo Strand, wo wir direkt am Felsenufer stehen können.
19.03
170 km
Unser heutiges Ziel ist eigentlich Mossel Bay an der Gardenroute. Vorher kommen wir durch Hartenbos, da gibt es zwar viele Campingmöglichkeiten mitten in der Stadt auf mehrere Plaetze verteilt, das ist aber überhaupt nicht unser Ding. Wir fahren gleich weiter nach Mossel Bay. Aber da dort am Wochenende bei Treffen von einigen Tausend Motorradfahrern stattfindet, ist der Ort schon jetzt völlig ueberfüllt und wir fahren gleich weiter. Dann geht es auf der R 325 weiter nach Gouritsmond. Da ist ein grosser Platz mitten im Ort, der allerdings schoen angelegt ist und dort bleiben wir. Obwohl der Strand gut 500 m entfernt ist, hört man das Meeresrauschen bis zum Platz. Auf dem Platz sind kaum noch Gäste.


20.03.
270 km
Von Gouritsmond fahren wir weiter, diesmal fast ausschließlich über Schotterpisten, auf denen es sich auf einigen Strecken fährt sie auf geteerten Straßen, weil sie gerade frisch hergerichtet wurden. Wir fahren fast nur durch Farmgelände nach Port Beaufast und müssen dann in das Landesinnere abbiegen, weil es keine Brücke über den Breede Rivier gibt. Weiter geht es durch flaches Land, dann kommt dort, wo ich eine Brücke vermute eine Pontonfähre, die vom schwarzen Personal mit der Hand am Drahtseil über den Fluss gezogen wird. Die beiden Fährleute arbeiten langsam, aber stetig. Bis zu drei Pkw oder ein Lkw mit Anhänger passen auf die Fähre, die nicht mehr als 10 t laden darf. Als wir übergesetzt sind, trinken wir erst mal Kaffee unter den Bäumen am Flussufer. Kaum haben wir das Flussbett verlassen, wird es auch wieder kahl. Weiter fahren wir über Bredasdorp auf der R 319 nach Struisberg. Da kommen wir dann auf den bisher langweiligsten Campingplatz der Fahrt. Dort werden wir dann allerdings abends von ein paar Südafrikanern an ihr Lagerfeuer eingeladen. Gegen 22.00 Uhr ist dann Ruhe auf dem Platz.
21.03.
217 km
Von Struisbaai fahren wir morgens 10 km weiter bis Kap L`Agulhas. Das ist der südlichste Punkt Afrikas, sozusagen das Südkap. Dann geht es wieder zurück und kurz nach Struisberg biegen wir wieder auf eine unbefestigte Seitenstraße ab. Auf dieser fahren wir erst mal bis Elim. Hier sehen wir sehr schöne alte Häuser an der Straße, die überwiegend von Schwarzafrikanern bewohnt werden. Weiter geht es auf Schotterstraßen bis nach Gansbaai, wo wir wieder an Ozean sind. Dann fahren wir auf der R 44 weiter nach Hermanus, wo wir uns zwei Campingplätze anschauen, die uns aber beide nicht gefallen. So fahren wir weiter auf der R 43 und dann auf der R 44 in Richtung Kapstadt. Die Küstenstraße R 44 führt oft direkt hoch über dem Meer in die Felsen geschlagen entlang. Wieder mal eine schöne Strecke und dort finden wir dann auch noch einen Campingplatz. Von hier haben wir dann auch schon einen direkten Blick nach Kapstadt auf der anderen Seite der Bucht. Es ist bereits dunkel, als eine Horde junger schwarzer Männer auf dem Platz auftaucht und einen Grill anfeuert. Da rechnen wir für die Nacht mit dem Schlimmsten, aber, auch gedämpft durch die rauschenden Wellen, bleibt es schön ruhig. Wir müssen als nicht umziehen.

22.03.
120 km
Morgens stellen wir erstaunt fest, dass immer noch gut zehn Mann dick eingemummelt am Feuer sitzen. Die machen sich dann so langsam aus dem Staub. Ruhig und gesittet. Wir machen uns dann auch auf den Weg in Richtung Kapstadt. Da wir auf dem Platz vorher keinen Handy Empfang hatten, melden wir uns jetzt erst bei einer Tante von unserer Nachbarin Brigitte an. Die alte Dame ist 88 Jahre alt, wir hatten sie schon Tage vorher angerufen und gefragt, ob ihr ein Kurzbesuch recht wäre. So treffen wir dann gegen 11.00 Uhr in der Altenwohnanlage ein, wo sie einen kleinen Reihenbungalow bewohnt. Ihr ehemaliger Lebensgefährte, mit dem sie 20 Jahre lang zusammen war, lebt jetzt in Deutschland und kann sich wegen Alzheimer an nichts mehr erinnern und erkennt sie auch nicht mehr. Wir klönen eine Zeit lang und erzählen ihr auch einiges von Brigitte, die vor gut 30 Jahren zwei mal bei ihr in Südafrika war. Nach über 2 Stunden verabschieden wir uns dann von ihr und fahren weiter. Jetzt geht es quer durch die Vororte von Johannesburg in Richtung Kap der guten Hoffnung. Dort finden wir dann hinter Simons Town am Miller´s Point einen schönen Campingplatz, auf dem wir für zwei Tage bleiben. Dicht am Platz ist ein Restaurant, wo wir abends zum Essen gehen, das erste Mal, dass wir Straußensteak essen.

23.03.
Morgens fahren wir dann in Richtung Cape Point, wo wir uns im Nationalpark einige Zeit aufhalten. Einiges darüber kann man hier lesen http://de.wikipedia.org/wiki/Cape_Point . Dann fahren wir zurück am Platz vorbei nach Fish Hoek, denn wir wollen noch etwas einkaufen. So kaufen wir u.a. ein paar Kilo marinierte und eingeschweißte Spearrips ein, um sie mit in die Türkei zu nehmen. Als wir auf den Parkplatz zurück kommen, hängt ein Strafzettel an unserem Auto. Unser Vermieter hat es versäumt, eine gültige Plakete für die Jahreslizenz an das Auto zu kleben und dafür sind gut 800,00 Rand, also etwa 64,00 EURO fällig. Wir fahren zurück zum Platz und gehen Abends noch mal schön essen.

24.03.
Gegen 11.00 Uhr verlassen wir den Platz und fahren am Meer entlang bis zum Sunrise Strand, wo wir uns noch einige Zeit aufhalten und unseren letzten Kaffee in ZA trinken. Um 14.00 Uhr wollen wir am Flughafen sein und den Wagen übergeben. Die Fahrt zum Flughafen gestaltet sich schwieriger als gedacht. Als wir zwei Tage vorher von Brigittes Tante kamen, waren überall Hinweisschilder zum Flughafen, aus der Richtung, aus der wir jetzt kommen, finden wir nicht eins. So geht es erst mal der Nase nach hin und her, bis Ulla dann ein kleines Hinweisschild am Straßenrand entdeckt. So geht es dann in Richtung Flughafen und gegen 14.15 Uhr kommen wir am Abflug an, wo auch schon unser Vermieter wartet. Ich zeige ihm, was für Fehler und Schäden von mir am Wagen entdeckt wurden, dass ich z.B. einen Reifen gewechselt habe, dass das Gas am zweiten Tag schon leer war und ein paar Kleinigkeiten, die man reparieren sollte. Als ich ihn auf die abgelaufene Lizenz aufmerksam mache, sagt er, die Plakette liegt bei ihm im Büro. Die Höhe der Strafe lässt ihn dann aber doch schlucken. Wir verabschieden uns dann im guten Einvernehmen. Wir kaufen dann im Flughafen noch ein paar Sachen und dann geht es um 16.30 Uhr in Richtung Flugzeug. Dummerweise gehe ich davon aus, dass der Flug auch nicht voller ist als beim Hinflug sein wird. Ich habe auf ein paar leer Sitze in unserer Reihe spekuliert und Sitze in der Mittelreihe reservieren lassen. Das ist leider ein Fehler, denn neben und vor uns sitzen ein paar besoffene Russen, die schon vor dem Abflug die Gläser kreisen lassen. Um 17.10 Uhr hebt die Maschine ab und nach einer Zwischenlandung in Johannesburg geht es dann weiter nach Istanbul. Die besoffenen Kameraden sind ziemlich laut, so das sogar Ulla der Kragen platzt und sie wird sehr laut. So eine Unterhaltung mit Stinkefinger muss man nicht haben. Erst nachdem die Chefstewardess nach einiger Zeit ein paar deutliche Worte spricht, werden die Herren dann auch ruhig.
25.03.
Gegen 6.00 Uhr landen wir dann in Istanbul. Unser Gepäck ist durchgehend abgefertigt und wir begeben uns zum nationalen Teil des Flughafens. Erst mal rufe ich Brigitte an und auch unseren Parkplatzbesitzer. Da sage ich, dass wir uns melden, wenn wir das Gepäck in Antalya haben. Zwar sind wir dann pünktlich in der Maschine, aber da sich eine Reihe von sieben Maschinen vor uns aufgebaut hat, geht es im Zuckeltrapp in Richtung Startbahn und der Abflug verzögert sich um gut 40 Minuten, weil nur alle 5 Minuten eine Maschine startet. Als wir dann endlich an der Reihe sind, haben sich hinter uns schon wieder gut 12 Maschinen aufgereiht. In Antalya steigen wir dann am nationalen Teil des Flughafens aus, werden aber wegen der Zollabfertigung zum Terminal 1 gefahren, wo wir unser Gepäck abholen können. Ich rufe sofort den Parkplatz an, dass wir unser Gepäck haben. Kontrolliert werden wir nicht und auch unsere Abholerin ist fast gleich zu Stelle, als wir am Flughafen an der vereinbarten Stelle stehen. Dann geht es zum Parkplatz, wo wir unseren Wagen übernehmen und gut 90 Minuten später zu Hause ankommen. Filax sieht das Auto als Erster, weiß aber nicht, was er davon halten soll und sieht etwas ratlos aus. Lotta bekommt das aber sofort gebacken und das große Schwanz abdrehen, Ouietschen und Bellen beginnt. Wir sind wieder da.


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Re: Südafrika

Beitrag von Hauseltr » 05.08.2013 13:28

25.01.2013
Kurz nach 13.00 Uhr kommt Uwe, Susanne kommt dann gegen 14.00 Uhr. Gegen 16.00 Uhr fahren wir dann los in Richtung Antalya. Kurz vor dem Flughafen gucken wir bei einem Dacia Haendler vorbei, weil Susanne mit einem neuen Auto liebaeugelt. Dann geht es zu Park und Fly am Flughafen. Da ist aber niemand da. Susanne hat da ja ein Jahresabo und telefoniert erst mal hinter dem Chef her. Der hat uns erst am 26. erwartet und hat meine Anmeldung per Internet angeblich nicht erhalten. Naja, gut 15 Minuten spaeter kommt sein Bruder vorgefahren und bringt uns zum Flughafen. Mit dem Einchecken klappt alles prima und gegen 20.30 Uhr startet unsere Maschine nach Istanbul. Dann geht es vom nationalen Teil des Flughafens zum internationalen Teil. Es klappt alles Bestens. Die Maschine nach Johannesburg – Kapstadt ist gut ausgebucht, es sind kaum noch Plaetze frei. Die Verpflegung ist gut. Wir koennen auch alle ein wenig schlafen. In Jo´burg steigen gut 2/3 der Fahrgaeste aus und nach knapp einer Stunde geht es weiter nach Kapstadt. Auch dort geht es schnell durch den die Passkontrolle und den Zoll, der so gut wie nicht kontrolliert. Draussen wartet unser bereits vorbestelltes Taxi auf uns und bringt uns zur Pension Rose Lodge. Unser Pensionswirt Bruce war etwas am Schleudern, denn ich hatte 2 Zimmer fuer je 1 Person bestellt, allerdings waren es jeweils Doppelzimmer. Die hatte ich ueber eine Agentur bestellt und ich hatte bei der Bestellung in die Maske 1 x fuer 2 Personen eingegeben, aber die hatten nur den Preis fuer 1 Person berechnet. So muss ich noch ein paar Rand nachbezahlen. Wir gehen dann gegen 18.00 Uhr in die Stadt und suchen uns ein Restaurant. Wir landen dann bei dem Thai, wo wir vor ein paar Jahren schon mal waren. Die Preise sind sehr moderat. Gegen 22.00 Uhr geht es dann zureuck in die Pension. Das ist ja nur ein winziges Gebaeude mit zwei Gaestezimmern. In dem Zimmer in dem wir vor Jahren waren, hat sich Bruce eingerichtet. Er hat in der Naehe noch ein zweites Haus gekauft und vermietet insgesamt 11 Zimmer.
27.01.
Nach dem sehr reichhaltigen Fruehsteuck machen wir uns dann auf den Weg und suche die Bushaltestelle von City Sightseeing Cape town. Wir wollten eigentlich auf den Table Mountain, aber da seit einigen Tagen ein sehr stuermischer Wind weht, fahrt die Seilbahn nicht. So waehlen wir statt der roten Route die die blaue Route, die etwas weiter aus der Stadt fuehrt. Als erstes Ziel waehlen wir den Kirstenbosch National Botanical Garden. Ein sehr sehenswerter botanischer Garten auf einem riesigen Gelaende. Dort koennte ein wirklich interessierter Mensch bestimmt eine Woche verbringen, wenn er alles sehen will. Weil Wochenende ist, herrscht dort reger Betrieb, der sich dort aber verlaeuft. Ueberall sitzen auf den Rasenflaechen Leute und machen Picknick. Sein Essen kann man mitbringen oder aber man bestellt es sich im Restaurant, die bringen es dann an Ort und Stelle. Nach etwa 2 Stunden gehen wir dann in das Restaurant. Auch hier sind die Preise sehr moderat, das Essen ist prima. Dann geht es zur Bushaltestelle und wir fahren weiter zu einem Vogelpark. Der ist ganz interessant, aber wirkt doch ein wenig runter gekommen. Nach 16.00 Uhr geht es dann wieder mit dem Bus weiter in Richtung Hout Bay an der Atlantikkueste. Dort kommen wir an ein Duenengebiet. Durch den tagelangen Sturm ist der Sand teilweise bis auf die Strasse geweht und zwei kleinere Haeuser sind schon teilweise von den Duenen bedeckt. Dann geht es weiter an der Kueste ueber Camps Bay am kleinen, aber wegen dem Sturm menschenleeren Strand, Clifton, Bantry Bay und Sea Point entlang in Richtung Kapstadt Waterfront. Linkerhand sind Hauser in die Haenge gebaut. Es soll eine sehr teure Wohnlage sein. Dann kommen auch rechts Haeuser, die in das Steilufer gebaut sind. Davon sehen wir fast nur die Dachflaechen, die als Parkplatz genutzt werden. Erst dicht vor Kapstadt wird die Bebauung dichter. Der Bus nimmt uns dann von der eigentlichen Endhaltestelle noch mit in die Innenstadt und wir koennen dort aussteigen. Auf dem Weg zur Pension kommen wir an einem Restaurant vorbei, wo wir gleich einen Tisch reservieren. Weil Sonntag ist, haben viele Restaurants geschlossen. Darauf hatte uns auch schon Bruce hingewiesen. Dann geht es zur Pension, wo wir uns erst mal etwas frisch machen. Anschliessend geht dann zum Essen. Auch dieses Restaurant ist keine schlechte Wahl. Als wir gegen 22.30 Uhr wieder in der Pension sind, hat uns Bruce eine Flasche Weisswein spendiert, die im Kuehlschrank auf uns wartet. Er selber kommt dann etwa eine halbe Stunde spaeter.
28.01.2013
Um 9.00 Uhr steht schon unser Abholer vor der Tuer, da haben wir noch nicht mal gefruehstueckt. Kein Problem, er bringt noch andere Leute weg und kommt 45 Minuten spaeter. Dann verabschieden wir uns von Bruce und ab geht es in Richtung Flughafen. Dort in der Naehe ist der Standort von Maui. Erst mal muss ein Wust an Papierkram erledigt werden. Das dauert seine Zeit. Besonders unangenehm stoesst uns auf, dass der Wagen nur von 6.00 – 18.00 Uhr versichert ist. Das war uns so nicht bekannt. Dann koennen wir endlich den Hof verlassen und es geht gleich zur naechsten Tankstelle. Erst mal blubbern gut 80 l Diesel in den Tank. Dann geht es so langsam auf die Piste, erst mal mit einem kleinen Umweg, denn ich muss mich erst mal auf die Linksfahrerei einstellen und versuche, dabei nicht die Orientierung zu verlieren. Dann sind wir auf der A 2 und fahren wieder in Richtung Kapstadt. Dann biegen wir ab auf die M 7 und luegen uns so langsam aus Kapstadt raus. Dann biegen wir ab in Richtung Meer und fahren durch Milnerton. So langsam sind wir auf der Suche nach einem Einkaufszentrum. In Table view finden wir dann einen Pik und Pay. Freundlicherweise rueckt dort der Geldautomat meine Visa Karte nicht mehr raus. Da stehen wir da mit unserem Talent. Es kommt aber nur die Anzeige, der Automat bearbeitet die Angelegenheit. Diese Bank hat eine Filiale auf der anderen Strassenseite in einem anderen Einkaufszentrum. So mache ich mich zusammen mit Susanne auf den Weg, waehrend Ulla den Automaten im Auge behaelt. Die wissen aber auch nicht genau, wann der Automat am naechsten Tag vom Sicherheitsdienst geöffnet wird und ob sie die Karte dann bekommen koennen. Dann versuche ich noch Bargeld mit meiner Maestro Karte bei eine anderen Bank zu ziehen, aber das klappt auch nicht. Als wir wieder bei Ulla sind, arbeitet der Automat wieder, aber meine Karte hat er behalten. Ich probiere noch mal an einem anderen Automat mit meiner Maestro Karte zu ziehen und diesmal klappt es anstandslos, als ich die Summe von 5000 auf 3000 Rand ermaessigt habe. Das sind etwa 270,00 €. Dann koennen wir endlich einkaufen. Anschliessend geht es auf die Suche nach einem Campingplatz und wir werden in Melkbosstrand fuendig. Dort gehen wir auf den Platz. Ulla und Susanne raeumen dann erst mal den Camper ein. Dann lasse ich erst mal die Visa Karte in Deutschland sperren. Wir wollen nicht versuchen, die Karte am naechsten Tag eventuell zurueck zu bekommen. Das ist mir alles zu vage. Ich kloene ein wenig mit einem Deutschen, der mit seiner Frau schon fast 2 Jahre in Afrika unterwegs ist. Dann geht es zum ersten Mal an den Grill, es gibt erst mal suedafrikanische Boerewurst, eine Art Bratwurst. Ausserdem Buletten aus Straussenfleisch. Abends kaempfen wir dann noch ein paar Liter Rosewein nieder. Das von uns gekaufte Dosenbier entpuppt sich nach dem ersten Schluck als Cidre mit 5 % Alkohol. Trinkbar, aber eben kein Bier.
Anfangsstand 19.145 km
29.01.2013
Abfahrt 19.192 km
Morgens gibt es dann erstmal Fruehstueck und Susanne verschwindet dann in Richtung Pool. Als sie dann zurueck kommt, geht es ans Einpacken und dann fahren wir ab. Erst mal suchen wir einen Zugang zum Meer, aber da ist alles verbaut. Dann geht mit einer Kaffeepause an einem Strandzugang weiter nach Velddrif bis nach Lamberts Bay, wo wir auf einen Campingplatz gehen. Unterwegs kommt und die Strecke teilweise bekannt vor und ein spaeterer Blick auf die Karte zeigt, hier sind wir schon mal vor Jahren gewesen. Kurz vor Lamberts Bay ist die Teerstrasse zu Ende und wir mussten einige Kilometer auf einer Sandpiste fahren. Erst bei etwa 80 km/h faehrt der Wagen einigermassen ruhig, bei niedriger Geschwindigkeit ist es ein elendes Geschuettel. Die ganze Zeit ueber ist es entlang der Kueste sehr nebelig. Vom Meer sieht man nur ein paar weisse Wellenkaemme, sonst nichts. Die Lady im der Reception meinte, das sei sehr aussergewoehnlich, aber die Wochen vorher soll es sehr warm gewesen sein und deswegen bildet sich jetzt dieser Nebel. Gegen Abend wird die Sicht etwas besser. Ulla und Susanne machen einen Strandbummel. Danach geht es zum Hafen, dort gehen wir in das Lokal Isabella´s, weil das gute Bewertungen in Susannes Reisefuehrer bekommen hat. Das ist ein kleines uriges Lokal. Die Damen bestellen sich etwas mit mehreren Meeresfruechten, ich nehme einmal Spaerrips large. Die sind aber auch wirklich large, ich muss mich schon ganz schoen ins Zeug legen, um die alle zu verputzen. Dann geht es wieder zureuck zum Platz. Der ganze Ort wirkt wie ausgestorben. Durch den Nebel ist es ausserdem sehr kuehl, ohne Pullover geht da nichts. Wir gehen dann relativ frueh ins Bett. Zwischendurch ist uns klar geworden, dass der Camper nicht dem entspricht, was wir bestellt hatten. Wir hatten einen etwa 4-5 Jahre alten japanischen Wagen mit einem Aufbau fuer 5 Personen bestellt. Bekommen haben wir einen relativ neuen Mercedes Sprinter mit ca. 20.000 km Laufleistung fuer 4 Personen. Der hat im Heck eine Liegeflaeche mit ca. 120 cm Breite und im Mittelteil eine Liegeflaeche von 120 cm an einem Ende und ca. 100 cm am anderen Ende. Dort schlaeft Susanne. Fuer 2 erwachsene Menschen waere das schon relativ eng. Ausserdem verfuegt der Wagen ueber einen zweiflammigen Gaskocher, eine Spuele, einen Kühlschrank fuer Gas-, 12 Volt und 220 Voltbetrieb. Dann ist noch eine Duschkabine mit einem WC-Becken vorhanden. Bei einem 220 Voltanschluss steht auch noch eine Mikrowelle und eine Klimaanlage zur Verfuegung. Wir gehen dann fuer unsere Verhaeltnisse schon relativ frueh ins Bett.
30.01.2013
Abfahrt 19.423 km
Gesamt 274 km
Morgens ist es immer noch kuehl und bewoelkt. Susanne macht morgens ihre Joggingtour und kommt zwar nicht mit Broetchen, aber immerhin mit einem neuen Besen zurueck, denn der Handfeger im Auto ist ein Witz. So haben wir erst mal was zu Lachen. Gegen 9.30 Uhr geht es dann wieder los, erst mal natuerlich in die falsche Richtung, bis wir einen Wegweiser nach Clan Williams finden. Dort wende ich auf der Kreuzung und dann geht es weiter. Kurz vor Clan Williams, dem Weltanbaugebiet fuer den Roibushtea, biegen wir nach gut 50 km auf die N 7 in Richtung Namibia ab. Unterwegs haelt uns die Polizei: sorry, wir dachten es sei ein Lieferwagen, bitte weiterfahren. Weiter geht es ueber Clawer, Bitterfontain und Garies. Unterwegs wird die Vegetation immer sparsamer, erst kurz vor Kamiskroon wird es wieder gruener. Ausserdem werden wir von vier langen einspurigen Baustellen ausgebremst, wo wir erst mal warten muessen, bis der Gegenverkehr durch ist. Unterwegs finden wir tatsaechlich auch ein etwas schattiges Plaetzchen, wo wir erst mal Kaffee trinken. In Kamieskroon geht es auf einen voellig leeren Campingplatz, wo wir einen schoenen Stellplatz finden.
31.01.2013
Abfahrt 19.752 km
Der Platz liegt relativ dicht an der Hauptstrasse nach Namibia, also an der N 7. Ab uns zu brummt mal ein Lkw vorbei, aber wir haben gut geschlafen. Der Ort selber ist eher ein Weiler als ein Dorf. Aber immerhin mit Kirche, Tankstelle und Laden. Kamiskroon im Namqua Nationla Park ist fuer seine Blumenpracht von Mitte August bis Mitte September. Dann geht in diesem winzigen Ort die Post ab. Wir fahren aber weiter in Richtung Springbook, wo wir erst mal tanken. Mit einem Verbrauch von ca. 11 ltr auf 100 km bin ich sehr zufrieden, wobei noch oft genug die Klimanlage mitlaeuft. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt, denn wir muessen einiges einkaufen. Superbillig sind abgepackte Schafkottelets, das kg fuer ca. 5,50 €. Ausserdem kaufen wir noch drei grosse Kaffeebecher, denn die Tassen sind uns zu klein. Dann geht es weiter auf der N 14 in Richtung Augrabies. Es ist unterwegs sehr warm, als wir in Augrabies ankommen, haben wir gut 40° Aussentemperatur. Unterwegs halten uns einige Baustellen mit bitte 10 Minuten warten auf, viel schlimmer aber ist, saemtliche Rastplaetze an der Strasse sind gesperrt und es dauert lange, bis wir mal von der Strasse runterkoennen. Das Gelaende ist ueberwiegend flach, ab und zu tauchen mal ein paar Felsen oder Berge auf, die Strasse ist fast schnurgerade und bietet kaum Abwechselung. Nach 160 km erreichen wir Pofadder und weiter geht es gut 120 km, bis der Abzweig nach Augrabies kommt. Hier wird es schlagartig wieder gruen. Zu unserer Ueberraschung wird Wein angebaut, der aber wohl ueberwiegend zu Rosinen verarbeitet wird. Ueberall am Wegesrand sieht man Anlagen, wo der Wein getrocknet wird. Dann sind wir endlich im Augrabies Falls Nationalpark Park. Wir finden nach einigem Hin und Her einen schoenen Stellplatz. Wir haben ja die grosse Auswahl, denn wir sind fast allein auf dem Platz. Aber Schatten und Elt-Anschluss scheinen sich hier zu beissen. Auch unser Kabel ist fast zu kurz und ich muss erst mal rangieren bis das Kabel passt. Die Klimaanlage im Wohnteil des Campers kann man vergessen, die bringt es nicht bei 40°. Auch die Duschen sind nicht das Wahre, denn selbst beim Kaltwasser kommt nur heisses Wasser aus dem Hahn, so aufgeheizt ist die Erde. Sogar fuer das Geschirrspuelen ist das Wasser zu heiss und Susanne muss einige Zeit warten, bis es etwas abekuehlt ist. Einige Baabons, also die Felsenpaviane treiben auf dem Platz ihr Unwesen. Man soll nichts unbeaufsichtigt draussen stehen lassen. Die klauen wo sie nur koennen. Ausserdem gibt es noch Meerkatzen und ein paar Klippschliefer. Ausserdem fliegen ein paar sehr neugierige Glanzstare umher. Abends kuehlt es sich dann ab und auch im Wagen ist es ertraeglich.
01.02.2013
Susanne hat sich schon frueh von dannen gemacht, sie will erst mal eine Runde wandern. Gegen 11.00 Uhr kommt sie dann zurueck. Die Faelle, wir hoeren sie ja die ganze Zeit rauschen, sind ja nicht all zu weit entfernt, aber trotzdem wird es bei der Temperatur eine Schweiss treibende Angelegenheit. Wir sind froh, als wir zurueck sind. Mittags gehen die Damen dann zu einem kleinen Pool in der Naehe, den sie ganz fuer sich alleine haben. Dort liegen sie auf 2 Liegen unter einem Sonnendach. Als ich dann gut 90 Minuten spaeter mit dem gewuenschten kalten Bier nach komme, haben die Damen sich schon selber kaltes Bier im Platzshop besorgt, incl. einer Plastiktuete voll mit Wuerfeleis. Der Boden um den Pool ist so heiss, dass man sich nach einigen Schritten die Fuesse verbrennt. Nachmittags streiten sich die Paviane relativ dicht am Wagen. Eines von den Biestern macht schon lange Augen: bei denen muss es doch was zum Klauen geben. Ein Stein in der Hand und die Androhung: ich werfe reicht dann aber aus, die Planung zu nichte zu machen. Susanne massiert Ulla den Ruecken, denn sie hat schon wieder arge Probleme.
02.02.2013
Abfahrt 20.129 km
Gesamt 982 km
Morgens beim Fruehstueck erfreuen wir einen Klippschliefer mit ein paar Scheiben vom Toastbrot. Auch ein paar Stare sind nicht abgeneigt. Dann geht es gegen 9.30 Uhr weiter auf die Reise. Erst mal geht es zurueck zur N 14, da werden wir erst mal von der Polizei kontrolliert. Die gucken etwas ratlos in den internationalen Fuehrerschein, dann duerfen wir weiterfahren, aber nicht ohne zwei Flaschen kaltes Wasser da zu lassen. Dann sind wir wieder auf der N 14 und es geht dann weiter ueber Kakamas nach Uptington. Da herrscht am Samstag der grosse Einkaufswahnsinn. Es dauert einige Zeit, bis wir einen Parkplatz fuer den Wagen haben. Dann geht es zum Einkauf, besonders Mineralwasser ist angesagt. Bei Tagestemperaturen um die 40° knallt man ganz schoen was weg. Da suchen wir den Weg aus Upinton in Richtung N 10 nach Prieska, aber die Ausschilderung zeigt erst mal nur nach Groblershoop. Ausserdem sind die Verkehrsschilder durch die Sonne sehr verblichen und so dauert es einige Zeit, bis wir auf dem richtigen Weg sind. Erst mal ist die Gegend weiterhin ziemlich langweilig, aber das aendert sich langsam. Es wird gruener, groessere Straucher und kleine Baeume tauchen auf und auch die Bebauung nimmt langsam zu. Zuerst haben wir noch ein paar Huegel und Kurven, dann ist die Strasse wieder auf viele Kilometer schnurgerade. Einige „warte ein wenig“ Baustellen bremsen uns immer wieder aus, die sind teilweise mehrere Kilometer lang. Um nach Prieska zu kommen, muessen wir von das N 10 abfahren und Susanne erkundigt sich an einer Tankstelle nach dem dortigen Campingplatz. Dort tanke ich dann auch gleich den Wagen voll. Der Platz ist auf Gelaende einer sehr kleinen Lodge, mehr wie 5 Wagen passen da wohl kaum drauf. Der Ort liegt am Orange-River, das ist der gleiche Fluss, die Augrabiesfaelle bildet. Ausser uns sind noch 6 schwarzeArbeiter einer Strassenmarkierungsfirma auf dem Platz, die in einem Wohnwagen uebernachten. Die kriegen von uns den Rest unseres Lammfleisches geschenkt, denn das ist einfach zu viel fuer uns. Die sind auch nicht abgeneigt, das anzunehmen.
03.02.2013
Abfahrt 20.498 km
Gesamt 1.350 km
Der Platz verfuegt nur ueber eine Toilette und ein Badezimmer, das ist etwas reichlich wenig. Aber im Notfall haben wir ja eine Toilette und auch eine Dusche an Bord. So gehe ich heute zum ersten Mal auf unsere Toilette, denn es draengt. Gegen 9.30 Uhr sind wir dann wieder unterwegs, weiter geht es auf der N 10 ueber Bristown und De Aar in Richtung Hanover. Dort wollen wir eine Pause einlegen. Der Gegenverkehr bringt uns um, 3 Wagen in 2 Stunden und dann ueberholt uns auch noch ein Wagen. Es ist auch kuehler geworden und aus einigen Wolken faellt abseits sichtbar Regen und ich muss sogar die Scheibenwischer betaetigen. Kurz vor Middelburg machen wir eine Kaffeepause. Noch 10 km bis Hanover. Das sind aber lange Kilometer. Endlich kommt ein neues Hinweisschild, aber auf der Gegenseite. Im Vorbeifahren lesen die Damen 10 km bis Hanover. Unterwegs war aber nirgendwo ein Wegweiser zu dem etwas abseits liegenden Ort zu sehen. So fahren wir weiter. Der Verkehr nimmt zwar zu, aber das ist nur Witz zu deutschen Fernstrassen. Viele Pkw sind mit kleinen Anhaengern unterwegs. Die Fernlaster sind deutlich laenger als in Deutschland. Meistens haengt am Sattelauflieger ein zweiter Auflieger. Mittlerweile ist auch die Landschaft wieder gruener und huegeliger geworden. Vereinzelt kommen kleine Waelder und Feuchtstellen oder kleine Seen. Auch der Sundays Fluss fuehrt Wasser. Nach Middelburg wechseln wir dann auf die N 9 in Richtung Graaff-Reinet. Die Strasse ist anfangs etwas schlechter, dafuer sind aber die kleinen Rastplaetze groesser als die neuen Spieldinger auf der A 10. Die Temperaturen liegen bei 30°. Wir passieren zwei Paesse, den Lootsberg Pass und den Naude(s)berg Pass (1400 m), das hoert sich zwar gewaltig an, aber aus etwa 1000 m Hoehe ist das nicht so wild. Dann kommen wir in Graaff-Reinet an und wir muessen erst mal sortieren, wo es zum Campingplatz geht. Hier waren wir auch bei unserer letzten Afrikafahrt, sind aber aus einer anderen Richtung gekommen. Einmal in die falsche Richtung, wenden und zurueck. Dann finden wir den Platz sehr schnell. Wir suchen uns einen schoenen Stellplatz. Susanne geht noch mal in die Stadt, sich die Beine vertreten. Abends streicht eine hungerige fast schwarze Katze ueber den Platz. Susanne hat ihre Spagetti nicht ganz geschafft und stellt sie der Katze hin. Die geht erst mal ganz vorsichtig dabei, aber dann haut sie die Nudeln weg, schafft aber nicht alle, ein Rest bleibt ueber. So voll hatte die den Magen bestimmt schon lange nicht mehr, der Hungerhaken. Abends massiert Susanne mal wieder Ullas Ruecken.
04.02.2013
Es ist richtig kuehl geworden, morgens haben wir nur 17°. Da wird es einem unter den duennen Zudecken schon unangenehm. Susanne ist schon wieder unterwegs, als ich aufstehe. Sie kommt dann mit frischen warmen Blaetterteiggebaeck aus dem Ort zurueck. Nach dem Fruehstueck fahren wir dann in den Ort. Als wir den Wagen abstellen wollen, wird uns gleich die Bewachung des Autos durch zwei Schwarze angeboten, die sich gleich in die Haare kriegen, wer denn zuerst da war. Da fahre ich doch lieber gleich weiter, die sind mir zu aufdringlich. Vor der Standardbank haben sich lange Schlangen gebildet, wir vermuten dass sich die Leute ihre Sozialhilfe oder aehnliches abholen. Dann fahren wir erst mal eine Gaertnerei an, wo ich einen passenden Gardena Schlauchanschluss kaufe, damit wir Wasser im Wagen nachfuellen koennen. Meine Damen kommen mit 2 Blumentoepfen an. Ich falle vom Glauben ab. Sie wollen davon nur Ableger machen. Dann gehen sie zu Spar zum Einkauf, ich bleibe beim Wagen, denn ich stehe da etwas daemlich und mache fuer breite Wagen die Strasse dicht. Fuer einen Lkw muss ich etwas Platz machen. Dann geht es weiter zu einem Kaktusgarten, den wir vor 4 Jahren schon mal besuchen wollten. Diesmal wird uns geoeffnet. Den Garten kann man nicht beschrieben, er ist einfach gigantisch. Die reinste Qual fuer Ulla, nachdem der Chef ihr erklaert, das es bei der Ausfuhr von Pflanzen argen Aerger geben kann. Anschliessend fahren wir zum Valley of Desolution, einer wahnsinnigen Felsformation, deren Alter auf zig Millionen Jahre geschaetzt wird. Wir waren auch dort vor 4 Jahren. Ich mache zusammen mit Susanne den Rundgang, Ulla hat Schwierigkeiten beim Laufen und bleibt bei Wagen. Dann geht es zurueck zum Platz. Unterwegs fuettern wir noch eine Affenbande mit trockenem Kuchen. Der passende Gardenaanschluss erweist sich als zu gross. Meine Begeisterung kennt keine Grenzen. Die weissschwarze Katze von gestern abend streicht erwartungsvoll mauzend um unseren Camper. Da fallen gleich ein paar Krabbenreste fuer sie ab. Die mag sie aber nicht. Als wir dann beim Abendessen draussen sind, kommen noch ein paar Katzen dazu, die begeistert von unseren Essen Reste erbetteln, sie verschmaehen nicht mal die Schalen von den Pellkartoffeln.
05.02.2013
Abfahrt 20.961 km
Gesamt 1.814 km
Nach dem Fruehsteuck verlassen wir den schoenen, aber leider besonders in den Sanitaeranlagen sehr heruntergekommenen Platz. Ueber die R 75 fahren wir ueber Jansenville und Kirkwood bis zum Addo-Nationalpark. Die Gegend ist auf die ersten 100 km noch sehr trocken und kaum bewachsen. Nachdem wir eine Huegelkette ueberquert haben, aendert sich das zusehend. Einen unterwegs liegenden Campingplatz lassen wir liegen. Prompt haben die dort keine Plaetze mehr frei. Also geht es wieder zurueck und wir folgen einer Ausschilderung zu einem anderen Campingplatz. Na, das ist dann aber eine gut 16 km lange Schuettelpiste. Auch wenn sie durch eine schoene Natur fuehrt, am Ende ist der Weg zu schlecht und wir koennen wieder zurueck fahren. Auf der Hauptstrasse fragen wir in einer Backpackeranlage nach, ob wir da stehen koennen. Kein Problem, nur Strom gibt es nicht. Aber der Kuehlschrank laeuft ueber eine zusaetzliche Batterie, so ist auch das kein Problem. Wir haben einen schoenen Stellplatz und wir essen im angeschlossenen Restaurant unter Palmen. Auch ein Lagerfeuer ist am Brennen. Es ist eine schoene Anlage. Ab und zu faehrt etwas entfernt auch mal ein Zug vorbei.
06.02.2013
Ulla ist 69 Jahre alt geworden. So gibt es morgens erst mal eine Gratulation von uns. Nach dem Fruehstueck geht es dann zum Addo. Wir fahren mit dem eigenen Wagen durch den Park. Weit und breit keine Spur von Tieren. Dann tauchen ein paar vereinzelte Zebras auf. Ab und zu mal ein Kudu. Dann endlich sehen wir auch einen Elefantenbullen in der Naehe. Auch eine Elefantenkuh sehen wir halb verborgen im Busch beim Fressen. Etwas spaeter zeigen sich dann in der Ferne auch ein paar Elefanten. Dann endlich sind wir an einer Wasserstelle, wo sich dann tatsaechlich einige Elefanten zeigen. Auch Warzenschweine mit Ferkeln kommen zur Wasserstelle. Dort bleiben wir erst mal einige Zeit stehen. Susanne schiesst Bilder ohne Ende. Ich lege mich eine Weile aufs Ohr, irgendwie bin ich geschafft. Ein Ranger pault die Damen an, weil die Tuer vom Wohnmobil offen ist. Dann verlassen die Elefanten so langsam die Wasserstelle. Ein Bulle kommt direkt auf unseren Wagen zu, bleibt davor stehen und dann koennen wir sehen, wie Bimbo das Wasser laesst. So etwa 100 ltr sind es, so schaetzen wir, die vor uns auf die Strasse pladdern. Dann fahren wir weiter und oberhalb einer anderen Wasserstelle, in der sich nur Voegel aufhalten, machen wir eine Kaffeepause. Dann kommen auch noch ein paar Zebras an den Teich. Eine Streifenmaus holt sich das von uns hingeworfene Brot und verschwindet schnell damit. Dann geht es weiter und ein ganzes Stueck weiter sehen wir dann etwas weiter noch mal an die 30 Elefanten im Busch beim Fressen. An einer weiteren Wasserstelle steht ein einsamer Kaffernbueffel im Wasser. Dann verlassen wir den Park und fahren zurueck zu unserem Platz. Dort hat man inzwischen auch unser Waesche gewaschen. Im Lokal gibt es Strom und wir koennen Laptop, Akkus und Susannes Handy aufladen. Unser Abendessen hatten wir schon vorbestellt. So wird es noch ein gemuetlicher Abend.
07.02.2013
Abfahrt 21.239 km
Gesamt 2.182 km
Eine Besonderheit auf dem Platz ist die Erwaermung des Duschwassers. Das funktioniert im Prinzip wie ein alter Kohlebadeofen, nur hat das ca. 1,5 m lange Rohr einen Durchmesser von ca. 15 cm und wird mit fluessigem Paraffin geheizt. Das Paraffin steht in kleinen Flaschen im Bad. Das dauert etwa 10 Minuten, bis das Wasser warm ist und es haelt auch nicht lange vor. Gegen 10.00 Uhr geht es dann wieder weiter. Erst mal fahren wir die Strecke zurueck, die wir vor 2 Tagen gefahren sind, dann geht auf der R 329 durch Steidlerville, einem blitzsaubernen Staedtchen weiter bis zur N 9. Das letzte Stueck der Strasse ist nur einspurig in der Mitte betoniert. Wenn Verkehr entgegenkommt, muss man halb im Schotter fahren. Aber auch das ist kein Problem. Auf den N 9 machen wir dann eine Kaffeepause. Die Landschaft war mal wieder langweilig, dann ploetzlich wieder gruen und ein paar Teile der Strecke fuehren durch interessante Felsenpaesse. In Unionsdale tanken wir noch auf, kaufen Brot und heben Geld ab. Dann biegen wir im Ort nach Avontur ab. Hier kommen wir in ein Apfelanbaugebiet. Hier endet auch die 610 mm Bahnstrecke des Apfelexpress, die leider nicht mehr befahren wird. Dann geht es den unbefestigten Prinz Albert Pass in Richtung Knysa bergab weiter. Die Strecke der R 339 ist teilweise sehr schmal und prompt kommt uns auch ein Lkw der Strassenverwaltung entgegen. Der bleibt sofort stehen, faehrt einige Meter zurueck und laesst uns rechtsseitig passieren. Dann geht es durch eine schmale Schlucht ueber einige Bruecken. Kurz danach kommen wir zu unserem heutigen Ziel, Angies G Spot. Dort waren wir vor 4 Jahren schon mal. Die Hundebande von vor 4 Jahren gibt es nicht, mehr dafuer begruessen uns ein paar neue Hunde, darunter eine kleine Hundemama mit 4 etwa 6 Wochen alten Jungen. Es sind ein paar Gaeste auf dem Platz, die sich leider ziemlich besaufen und endsprechend lautstark sind. Denn ganzen Abend laeuft der Generator, denn einen Stromanschluss gibt es nicht. Das Abendessen auf dem Platz ist einfach, aber sehr gut.
08.02.2013
Abfahrt 21.650 km
Gesamt 2.503 km
Wir fruehstuecken gemuetlich, Susanne war vorher erst mal joggen. Ich hatte fuer den Platz 2 Tage veranschlagt, aber die Damen stoert zwar nicht der Platz, aber das Drumrum, so fahren wir gegen 10.00 Uhr los. Es geht weiter die unbefestigte Strasse hinab. Als uns zwei Pkw´s entgegen kommen, fahre ich ein paar Meter zurueck und lasse sie linksseitig passieren. Ein Grader vor uns macht gleich Platz fuer uns, als wir hinter ihm auftauchen. Rechterhand geht es fast die ganze Zeit bergauf, linkerhand kann man in die tiefergelegenen Taeler gucken. Teilweise sieht es aus wie in deutschen Mittelgebirgen. Ab und zu tauchen ein paar Haeuser auf, dann gabelt sich die Strecke und wir fahren links ab auf der R 340 nach Plettenberg Bay am Indischen Ozean. Dort fahren wir auf den ersten Campingplatz, der fast direkt am Meer liegt. Nur eine Lagune liegt dazwischen. Susanne geht eine Runde schwimmen. Nach dem Kaffeetrinken verschwindet sie dann in Richtung Stadt. Die ist immer wieder gerne lange Strecken zu Fuss unterwegs. Die Moewen sind immer wieder im Gange und fliegen ueber den Platz.
09.02.2013
Abfahrt 21.707 km
Gesamt 2.560 km

Morgens landet eine Moewe auf dem Camperdach, das rumpelt aber recht heftig. Es sind ein paar Wolken am Himmel, Susanne unkt rum wegen schlechtem Wetter und behaelt Recht. Aber erst mal wird gefruehstueckt, bevor es auf die Piste geht. Von George bis Mossel Bay ist die Strasse als Autobahn ausgebaut. In Mossel Bay wollen wir auf einen Campingplatz, die Plaetze in der Stadt sind randvoll, etwas weiter finden wir zwei weitere Plaetze, beide sind geschlossen. Ein ganzes Stueck weiter finden wir einen weiteren Platz, aber auch der ist fast randvoll. Eine Rundfahrt auf dem Platz ueberzeugt uns ueberhaupt nicht. Also wieder zurueck in Richtung Autobahn, aber erst mal machen wir eine ungewollte Rundfahrt, weil entweder die Ausschilderung nicht stimmt oder weil wir ein Schild uebersehen haben. Dann endlich sind wir raus aus Mosselbay. Weitergeht es auf der N 2 in Richtung Kapstadt. Unterwegs steht abseits der Strasse ein Einkaufszentrum, aber die haben nur Bekleidung usw., aber leider keine Lebensmittel. Die Damen werden aber erst mal fuendig in punkto Bekleidung. Irgendwann machen wir unterwegs eine Kaffeepause auf einem Rastplatz. So langsam hoert es auch wieder auf zu regnen, denn wir sind einige Stunden im stroemenden Regen gefahren. Unterwegs kaufen wir auch noch ein, u.a. ein paar schoene grosse Stuecke Fleisch zum Grillen. Dann biegen wir ab nach Stilbaai-Wes, dort wollen wir auf einen Campingplatz, den wir auch finden. Der ist völlig leer, aber nach einem Telefonat wird uns aufgetan. Etwas unangenehm beruehrt erklaert uns der farbige Verwalter, dass das kein guter Platz fuer Weisse waere, er koenne nicht fuer unsere Sicherheit garantieren. Wir sollten noch 10 km weiter nach Groot Jongensfontain fahren, dort sei ein weiterer Platz. So fahren wir weiter, kurz vor 18.00 Uhr treffen wir auf diesem Platz ein. Immerhin, denn unser Wagen hat ja ab 18.00 Uhr keinen Versicherungsschutz mehr. Ein schoener Platz direkt am Meer. Wir muessen etwas warten, bis die Dame der Rezeption erscheint. In dieser Zeit spricht Susanne mit einem Mann, der ihr erklaert, die Gaeste auf dem anderen Platz seien alle Baboons, also Paviane. Soviel zum Verhältnis zwischen Schwarz und Weiss in SA. Auf diesem Platz ist auch einiges los, viele der Gaeste grillen und saufen sich die Hucke voll. Suedafrika pur am Wochenende. Durch das Meeresrauschen hoert man aber nicht viel davon. Auf vielen Plaetzen hat man direkt auf dem Stellplatz einen Braai, also einen Grill stehen. Auf diesem Platz nicht, die haben einen seperaten Braaiplatz. Der ist aber bei dem Wetter nicht so ideal. Nicht weit entfernt ist noch ein Laden, vermutlich der einzige im Ort. Dort kaufe ich einen kleinen Grill und bei etwas troepfeligen Wetter koennen wir dann auch grillen. Waehrend wir gegen 22.00 Uhr ins Bett gehen, kloent Susanne noch mit den direkten Nachbarn.
10.02.2013
Das Wetter ist leider weiterhin wolkig, sehr ungewoehnlich fuer diese Jahreszeit. Gegen 10.00 Uhr verschwinden bereits die ersten Wohnwagen vom Platz. Auf anderen Stellplaetzen ist schon wieder der Braaigrill in Betrieb, da liegen mal wieder Fleischstuecke drauf, gegen die ist die Schuhgroesse 45 winzig. Susanne macht sich mal wieder auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Wir wollen gerade zum Strand gehen, da stelle ich fest dass sich eine der drei Belueftungsklappen auf dem Dach ausgehaengt hat. Wie schoen, wie komme ich denn da dran? Erst versuchen wir es mit einer ueber das Dach gezogenen Waescheleine. Dass funktioniert aber nicht, weil da noch die anderen Klappen im Wege sind. Da bleibt mit tatsaechlich nichts anderes ueber, als von unten ueber unserem Bett das Fliegengitter in der Dachluke aufzuschneiden. Dann kann ich dann durchgreifen und die Luke schliessen. Die hatte sich auch noch seitwaerts verschoben. Mit ein wenig Druck geht die Klappe dann wieder zu und ich kann sie feststellen. Aber oeffnen werden wir sie wohl nicht mehr, sonst haben wir den Aerger wieder von vorn. Die Klappe war aber schon vom ersten Tag an nicht in Ordnung. Wir gehen dann zum Strand, dass sind nur ein paar Meter. Susanne geht auch mal kurz in das Wasser. Am Strand hat noch ein Fast Food Restaurant geoeffnet, angeschlossen ist ein Eisstand mit Softeis und ein Weinshop. Abends beginnt es wieder zu regnen. Es ist kuehl, obwohl es zu dieser Jahreszeit sonst sehr warm ist.
11.02.2013
Abfahrt 22.018 km
Gesamt 2.871 km
Als ich morgens aufwache und zum Badehaus gehe, ist es am Nieseln. Eine graue Wolkendecke haengt am Himmel, ab und zu sieht man mal etwas blau. Immer wieder regnet es. Gegen 9.00 Uhr verlassen wir den Platz und fahren zurueck zur N 2. Weiter geht es in Richtung Kapstadt. Vorbei an Riversdale geht es weiter nach Heidelberg, einem kleinen Ort an der N 2. Unterwegs ueberholen wir einem einsamen Radfahrer mit viel Gepaeck, ein paar km weiter sind 2 Leute mit einer Art Sitztandem unterwegs, ebenfalls voll bepackt. Ob die zusammen gehoeren? Jedenfalls sind diese Art Fahrraeder meist schneller unterwegs, als jemand auf einem normalen Reiserad. Immer wieder regnet es heftig. Viele Steigungen und starke Gefaelle haben wir unterwegs. Wenn man auf den Seitenstreifen ausweicht, bedanken sich die ueberholenden Wagen mit eingeschaltetem Warnblinklicht. Auch hier faehrt man fast immer an langen Zaeunen vorbei, die die Rinder-, Schafs- und Straussenweiden von der Strasse trennen. Hinter Swellendam biegen wir ab auf die R 313 in Richtung Bredasdorp. In dem Ort kaufen wir erst mal ein. Dann geht es weiter nach Arniston an das Meer, wo wir erst mal gut 1 ½ Stunden am Strand bleiben. Susanne geht baden. Da sind auch noch andere Gaeste. Die haben eine Jagdhuendin dabei, die eine wahre Wasserratte ist. Selbst wenn die Wellen ueber ihr zusammenschlagen, macht ihr das nichts aus. Dann fahren wir zurueck zu dem fast leeren Campingplatz, an dem wir vorbeigefahren waren und stellen uns dort auf. Am Nachmittag wird das Wetter besser, der Himmel ist ueberwiegend blau. Vor dem Abendbrot stellt sich heraus, die vorher gekauften Straussensteaks sind geschnittene Gulaschfleischstuecke. Na gut, gibt es eben Straussenfleischspiesse. Dazu noch ein gewuerztes Schweinesteak. Na bitte, geht doch.
12.02.2013
Abfahrt 22.241 km
Gesamt 3.004 km
Morgens stellen wir fest, dass unser Toastbrot mal wieder schimmelig ist. Um unseren Platz sind ein paar huehnergrosse fast schwarze Voegel (Kapfrankoline) im Gange, die fallen dann ueber die hingeworfene Brotscheibe her und danach sind ein paar Singvoegel nicht abgeneigt. Susanne ist morgens schon wieder unterwegs und kommt genau richtig zum Fruehstueck zurueck. Gegen 9.00 Uhr geht es wieder los. Zuerst in den kleinen Ort. Dort ist aber kaum was los, ausserhalb der Saison sind die kleinen Kuestenorte fast ausgestorben. Wir fahren dann wieder zurueck nach Bredasdorp und von dort auf der R 316 in Richtung Caledon, dann biegen wir aber ab ueber den Akkedisbergpas nach Stanford und weiter nach Gansbaai. Dort suchen wir einen Campingplatz. Bisher waren alle Campingplaetze deutlich auch mit Vorwegweisern ausgeschildert. Der erste Platz liegt an dem kleinen Hafen, er ist sehr klein und ist ueberwiegend von Dauercampern belegt. Aber es soll noch mindestens einen weiteren Platz geben. Nach dem suchen wir, finden ihn aber nicht. Keine uebliche Ausschilderung, nichts. Nach einigem Hin und Her und Rueckfrage bei einem Polisten soll er an der Strasse sein, die wir schon gefahren sind. Also probieren wir es nochmal. Susanne sieht im Vorbeifahren ein Schild mit dem Hinweis auf einen Campingplatz. Unterwegs fragen wir noch mal nach, ja, wir muessen wieder zurueck. An der Kreuzung biege ich rechts ab, Susanne geht zu dem Schild um nachzuschauen. Dabei faellt mein Blick im Rueckspiegel auf relativ kleine Symbole am Fuss einer gemauerten Einfahrt. Es ist u.a. die Zufahrt zum Campingplatz. Der ist relaiv sehr gross und liegt fast direkt am Meer. Auch hier ist nichts mehr los. Aber wir haben weit ueber eine Stunde nach dem Platz gesucht. Nach gut zwei Stunden stelle ich den Wagen noch mal kurz um. Der Ast eines Baumes kratzt auf dem Dach des Campers, denn es ist bei strahlendem Sonnenschein sehr windig geworden. Susanne ist schon wieder unterwegs.
13.02.2012
Abfahrt 23.392 km
Gesamt 3.245 km
Gegen 9.30 Uhr sind wir fertig zur Weiterfahrt. Erst mal geht es zurueck auf der R 316 bis nach Bredasdorp, dann weiter in Richtung Caldedon, bis wir abbiegen in Richtung Stanford auf die R 326. Zeitweise hatte sich dichter Hochnebel vor den Bergen gestaut, der sich nur langsam aufloest. Dann ist es wieder heiter bis wolkig. Ueber Hermanus geht es an der Kueste entlang in Richtung Bettys Bay. Unterwegs liegen immer wieder kleine Orte, die wohl ueberwiegend dem Fremdenverkehr dienen oder Wohnsitze von Pensionaeren sind. Alle Orte sind sauber und weitraeumig bebaut. In Bettys Bay suchen wir den „Harold Potter National Botanical Garden“ auf und verbringen gut eine Stunde auf den Rundwegen. Die beiden Damen sind voll in ihrem Element. Dann geht es noch in das angeschlossene Restaurant. Beim Abschliessen der Tuer in den Camper habe ich dann den Schliesszylinder am Schluessel haengen. Bloss gut, dass sich die Tuer von innen verriegeln laesst. Etwas spaeter fahren wir dann noch die Pinguinkolonie an. Dann geht es weiter in Richtung Kapstadt. Die schmale Kuestentrasse ist sehr kurvig und fuehrt an der Steilkueste entlang. Wie schon vor vier Jahren fahren wir einen Platz an, aber diesmal laesst man uns nicht auf den Platz, weil wir kein Permit haben. Die schwarze Herrscherin der Schranke ist nicht gewillt, uns passieren zu lassen. Na denn nicht, wir fahren weiter. So langsam kommen wir in die Vororte von Kapstadt. Laut unserer Karte sollen hier noch ein paar Campingplaetze sein, aber kurzentschlossen fahren wir weiter am Meer entlang nach Simon´s Town. Da stehen wir dann erst man gut 15 Minuten lang in einem Baustellenstau. Als wir dann den uns bekannten Platz anfahren, zeigt man uns schon wieder eine lange Nase. Die Rezeption ist seit ca. 30 Minuten geschlossen, heute keine Einfahrt mehr. Das ist schon etwas seltsam. Aber kurz vorher sind wir an einem anderen Platz vorbeigefahren. Den suchen wir auf, aber auch da ist die Rezeption geschlossen. Ein Anruf klaert aber die Situation schnell auf, wir sollen bei der Abreise bezahlen. Der Platz liegt auch nicht unweit vom Meer, aber auf der anderen Strassenseite. Von einem Terrassenplatz aus haben wir Sicht auf die See. Susanne geht erst mal in den Ort und wird von vielen Schwarzen angebaggert.
14.02.2013
Abfahrt 22.597 km
Gesamt 3.450 km
Nachts ist es stuermisch und es gibt ein paar kraeftige Schauer. Nach dem Fruehstueck wollen wir in Simon´s Town noch etwas einkaufen, aber wir finden erst einen Ort weiter einen kleinen Spar-Markt. Der hat aber auch kein ueberzeugendes Angebot. Dann geht es zurueck in Richtung „Kap der guten Hoffnung“. Unterwegs wollen wir aber gleich auf dem anderen Platz einen Platz suchen. Da faengt das Theater von vorne an. Wir sollen zurueck nach Fish Hoek und dort bei einer bestimmten Bank das Geld einzahlen. Dann kaemen wir auf den Platz. Das sagen sie aber Susanne erst, als sie sich durch einen Wust von Papieren gearbeitet hat. Darauf verzichten wir dann aber dankend. Wie bloed ist das denn? Wir fahren weiter in Richtung Kap. Dort will man aber erst mal Geld von uns fuer den Eintritt. Wir stehen hinter zwei Bussen und das dauert. Wir beschliessen, Kap Kap sein zu lassen, Rueckwaertsgang rein, ein Stueck zurueck und wenden. An der Abfahrt zum Kap haben Souvenirverkaeufer ihre Sachen aufgebaut, ein Riesenangebot an Schnitzereien. Unterwegs kommen uns laufend Busse zum Kap entgegen. Dann fahren wir weiter auf einer schmalen Kuestenstrasse an die Atlantikseite bis nach Kommentjie, wo wir einen Campingplatz finden. Der liegt etwa 500 m vom Meer. Man hoert es und man riecht es. Abends werden fuer das Abendessen die vorhandenen letzten Reste verwendet. Es wird reichlich frisch und lange Hosen und Pullover sind angesagt. Im Nachhinein haben wir die Vermutung, die letzen drei Problemplaetze werden von Schwarzen gefuehrt und die wollen scheinbar keine weissen Gaeste. Zumindest im Einzugsbereich der grossen Staedte scheint das Verhaeltnis zwischen weiss und schwarz nicht gerade das Beste zu sein.
15.02.2013
Morgens scheint die Sonne. Im Schatten ist es immer noch frisch. Nach dem Fruehsteuck und dem Abwasch verschwinden die Damen in Richtung Meer. Wir bleiben auf dem Platz. Susanne macht noch einen grossen Rundgang und stellt immer mehr fest, alles ist eingezaeunt. Das ist nicht so ihr Ding. Das grosse Einpacken ist angesagt. Abends fahren wir noch in den Ort in ein Restaurant. Susanne isst Fisch, Ulla eine Pizza. Fuer mich nehmen wir eine Pizza mit, denn es ist mir noch zu frueh zum Essen.
16.02.2012
Nach dem Aufstehen wird noch ordentlich gefruehstueckt und es werden ein paar Brote geschmiert. Kurz nach 9.15 Uhr verlassen wir den Platz. Alle Sachen einschliesslich ein paar Lebensmittel, die wir nicht mitnehmen koennen oder verbraucht haben, schenken wir dem Platzwaechter an der Platzeinfahrt. Der freut sich maechtig. Dann geht es ueber die M 65 nach Fishhoek, wo wir nur kurz in den Stau an der Baustelle geraten. Unterwegs muss ich zig Radfahrer ueberholen, da muss irgendwo ein Nest sein. In Muizenberg suchen wir noch nach einem Supermarkt, denn wir wollen noch etwas einkaufen. Aber wir sind schneller am Strand als geplant. Vom Strand aus fuehrt die Strasse M 22 direkt zum Flughafen, allerdings durch die Mitchells Plains und die entpuppen sich als Townships, teilweise mit relativ neuen Haeusern, aber auch mit Slums übelster Sorte an beiden Seiten der Strasse auf fast 10 km Laenge. Ich versuche noch einen vernuenftigen Supermarkt zu finden, wir haben noch Zeit und Sprit genug, um ein paar Kilometer umsonst zu fahren. Ein Markt, den wir anfahren, entpuppt sich als Grosshandel fast nur fuer schwarze Einzelhaendler. Wir sind die einzigen Weissen, die da reinschauen. Aber auch da finden wir nicht, was wir suchen, naemlich ein paar ordentliche verpackte und gewuerzte Steaks in der Groesse XXXL. Gegen 11.00 Uhr sind wir dann in der Abgabestation von Maui-Camper am Flughafen. Dort wird der Wagen relativ schnell u.a. auf Schaeden kontrolliert. Alles ist in Ordnung, ich frage natuerlich nach, was der zu kleine, angeblich auf allen Plaetzen passende Wasseranschluss soll. Da kann man uns natuerlich auch keine ueberzeugende Antwort geben. Ausserdem spreche ich noch mal die Regelung mit der Versicherung nur von 6.00 bis 18.00 Uhr an. Die kennen ihre eigenen Regeln scheinbar nicht, denn der eine sagt Hue und der andere Hot. Aber das haben wir schriftlich. Dann bringt man uns zum Flughafen, wo wir dann die Zeit tot schlagen. Immerhin fliegt die Maschine erst um 16.30 Uhr an. Kurz nachdem wir am Gepaeckschalter stehen, kommt noch eine Gruppe mit ca. 50 Schweden an, so wird dann die Maschine schon in Kapstadt reichlich voll, in Johannesburg ist sie dann vollstandig ausgebucht. Wir haben die letzte Dreierreihe in dem Airbus 330. Diese Reihe erweisst sich als sehr eng, mehr wie bei einem Charterflug. Die Reihe vor uns ist sichtbar breiter. Das kommt daher, dass das Heck des Fliegers sich bereits in diesem Teil verengt. So ist das fuer einen langen Flug nicht gerade sehr bequem, besonders in der Nacht ist das unangenehm, weil man sich kaum ruehren kann. Zu allem Uberfluss sitzt vor und noch eine schwedische Familie mit Kindern, deren Benehmen doch etwas daneben ist. Da muss man erst mal sagen, dass man beim Essen doch bitte die Sitzlehnen hochstellen soll, weil es sonst wieder zu eng ist. Die eine Goere knallt dann, nachdem sie fertig ist mit dem Essen, die Ruecklehne derart zurueck, dass Susannes Tablett ihr fast auf den Schoss faellt und einen Gin-Tonic ueber Susanne schwappt. Dass dabei auch noch ein Schuss Rotwein bei Ulla am Hosenbein landet, sehen wir erst nach der Landung in Istanbul. Jedenfalls meint der schwedische Vater, er muesse uns noch anmeckern, weil wir uns beschwert haben.
17.02.2013
Wir kommen gut 40 Minuten frueher an, als geplant. Dann geht es erst mal durch die Passkontrolle und dann zum Dutyfree. Die dort gekauften Getraenke werden in Tueten eingepackt, die man dann auch auf dem Inlandsflug mit nehmen kann. Erst mal sitzen wir eine Zeit auf einer Bank in Durchgang zwischen den Flughafenteilen, dann gehen wir weiter zur Abflughalle des nationalen Terminals. Dort trinken wir erst mal einen Kaffee in einem Retaurant, dass wir erst finden, nachdem sich Susanne schlau gefragt hat. Susanne ruft in Antalya bei Park & Fly an, der Typ dort wusste angeblich mal wieder nicht Bescheid, dass wir heute kommen. Um 9.00 Uhr soll unser Flugzeug starten, aber erst gegen 9.25 Uhr hebt es ab. Je weiter wir nach Antalya kommen, um so mehr lockert sich die Bewoelkung auf. Die plamaessige Flugzeit ist wohl sehr grosszuegig bemessen, denn wir landen mit nur 5 Minuten Verspätung. Dann geht unser Gepaeck beim Zoll noch durch die Roentgenkontrolle. Besonders der Grill, den wir fuer Susanne mitgenommen haben, erregt erst mal Aufmerksamkeit. Aber dann koennen wir passieren. Als wir mit dem Gepaeck draussen sind, ruft Susanne wieder bei Park & Fly an. Der fragt nach, ob er mit unserem Wagen kommen soll, weil wir ja viel Gepaeck dabei haben. So kommt nach 10 Minuten unser Wagen vorgefahren und wir koennen unsere Sachen verstauen. Dann bringen wir den Abholer noch schnell bei der Firma vorbei und ab geht es in Richtung Belen. Unterwegs kaufen wir noch schnell bei einem kleinen Migros Markt ein, denn Uwe hat am Telefon signalisiert, dass kaum noch was zu Futtern im Haus ist. Gegen 13.00 Uhr kommen wir dann am Haus an, Uwe ist gerade mit den Hunden oben dan der Zufahrt. Lotta schnallt wohl als Erste, wer da kommt, Filax ist sichtlich am Ueberlegen, wer da kommt, bis es es auch begreift. Wotan verbindet das Auto natuerlich mit niemanden. Na, das gibt erst mal eine freudige Begruessung. Susanne war der Meinung, Wotan wuerde erst mal drei Tage lang mit ihr schmollen, aber als der merkt, wer da noch aus dem Auto steigt, ist auch bei ihm die Freude gross. Dann gibt es erst mal eine Kleinigkeit zum Essen. Kaffee trinken faellt heute aus. Es gibt erst mal viel zu erzaehlen. Dann fahren Uwe und Susanne nach Haus, es regnet mal wieder. Wir sind wieder angekommen. Das merkt dann auch Tinka, die sich dann erst mal an Ulla ranschmeisst.
Soviel zu unserem Urlaub in Suedafrika.

arme Sau
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Re: Südafrika

Beitrag von arme Sau » 14.08.2013 19:50


Hallo Mike,

deine Bild gehen

- ins Leere (zumindest bei mir)
und auf
- Error 404

Bild
Grüne Beiträge sind -Mod- Beiträge, schwarze geben meine "private Meinung" wieder!
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Wenn der Staat versagt http://www.harrywoerz.de/?pg=0

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Re: Südafrika

Beitrag von Mikesch » 14.08.2013 22:37

DAAANKE!

Die Inhalte der Seiten wurden neu geordnet, an dieses Post hatte ich nicht mehr gedacht :shock:
Posting geändert, hier die richtigen Links, bleibt auch so bestehen ;-)

http://www.deinklick.de/Suedafrika_Reis ... Tipps.html

http://www.deinklick.de/bilder_Suedafrika.html
SELECT 'dreams' FROM 'erinnerungen' WHERE HARDCORE = 'yes'
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Re: Südafrika

Beitrag von Amanda » 19.08.2013 13:24

Wow! Ich hätte nicht gedacht, dass sich wer für ein Forum so viel Mühe macht. Toller Bericht, tolle Links. Da kann man ja glatt seine ganze Mittagspause mit verbringen, die verschiedenen Beiträge und Berichte zu lesen! :)

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