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Teildienstunfähigkeit Erfahrung

Verfasst: 7. Jun 2026, 11:48
von unaufmerksam
Liebe Community,

ich brauche bitte eure Hilfe, Ratschläge oder vielleicht hat der ein oder andere sogar selbst eine vergleichbare Biografie und kann von dieser berichten (gerne auch per PM).

Ich werde für längere Zeit ausfallen. So wie es aussieht werde ich in eine ambulante Tagesklinik gehen. Es ist das erste mal, dass ich bei meiner Stelle für längere Zeit ausfalle. Mit Wartezeit auf den Platz und der Maßnahme werde ich vermutlich für zirka 3 Monate ausfallen. Wenn ich richtig informiert bin werde ich in dieser Zeit auf jeden Fall ein BEM angeboten bekommen werden. Ob ich jedoch zum Amtsarzt geschickt werde oder nicht hängt (wenn ich es richtig verstanden habe) sehr von meinem Dienstherrn ab. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass die Dienstherrn seit dem 16 Jahre krank Lehrerin Fall aufgeschreckt sind und eher früher als spät zum Amtsarzt schicken.

Ehrlich gesagt bin ich gerade total im Gefühls- und Grübelchaos. Ich weiß nicht was das richtige für mich ist. Ich weiß nur, dass sich gravierend etwas ändern muss in meinem Leben. Meisten komme ich an den Punkt, dass ich glaube, dass Teildienstfähigkeit der richtige Weg für mich wäre. Irgendetwas zwischen 50 - 60 Prozent.

Meine Frage. Soll ich zum BEM? Soll ich den Amtsarzt abwarten? Soll ich den Amtsarzt sogar beantragen - sollten sie mich selbst nicht zum Amtsarzt schicken? Insbesondere wenn ich natürlich am Ende lieber Teildienstfähig geschrieben werden würde anstelle von Teilzeit zu gehen, wenn mir das einfach nicht möglich ist eine Vollzeitwoche zu bewältigen.

Über Erfahrungen und Tipps (auch bezüglich dem Thema Teildienstfähigkeit Amtsarzt) wäre ich sehr dankbar. Sind Amtsärzte zum Beispiel eher froh, wenn der Patient von sich aus vorschlägt gerne zu arbeiten nur eben weniger? Wie ist es mit den Prozenten. Fragen über Fragen. Schon mal vielen Dank für Eure Hilfe.

Re: Teildienstunfähigkeit Erfahrung

Verfasst: 7. Jun 2026, 12:48
von Dienstunfall_L
Hallo
Wie das alles abläuft, hängt auch von deinem Bundesland ab und wie da gerade der Personalstand ist z.B. bei Dienstbehörde, Amtsarzt (nicht nur ob Knappheit, sondern auch, wer da gerade arbeitet) - so meine Erfahrung. Ich verstehe dich so, dass es bei dir bisher noch keinen längeren Krankenstand gibt. Bist du aktuell im Krankenstand? Ob dir überhaupt ein BEM angeboten wird, während du in der Klinik bist, ist nicht sicher. Es wäre aber gut, jemanden zu haben, der deine Post sichtet, wenn du längere Zeit abwesend bist. Evtl. bereitest du eine Vollmacht oder ein Antwortschreiben wegen evtl. BEM-Einladung vor (in etwa: Ich habe Interesse an der Teilnahme, bin aktuell aber in stationärer Behandlung … ohne Details).

Dann versuchst du dich damit nicht zu belasten, in der Klinik geht es um dich und darum, wieder auf die Beine zu kommen. Es braucht die Zeit, die es braucht. Das ist für dich nicht absehbar bzw. planbar.

Den Amtsarzttermin würde ich nicht selbst beantragen. Was sollst du zum jetzigen Zeitpunkt dort auch sagen? Nach dem Klinikaufenthalt wirst du fachärztliche Berichte und vielleicht auch eine andere eigene Einstellung haben. Lass dir erstmal von denen helfen, der Rest kommt dann. Das betrifft auch die Einschätzung, ob du dich teildienstfähig siehst, wieviel und wie.

Dein Dienstherr erwartet von dir, dass du die Einstellung hast, wieder dienstfähig zu werden.
Du hast -so nehme ich an - die Erwartung und den Wunsch, wieder gesund zu werden.
Also tust du jetzt erstmal das, was es braucht, um wieder gesund zu werden.
Und falls der Amtsarzt dich das in naher Zukunft überhaupt schon fragt, dann ist es dein Ziel, gesund und dienstfähig zu sein.

Re: Teildienstunfähigkeit Erfahrung

Verfasst: 7. Jun 2026, 14:51
von Grillmeister
Hallo unaufmerksam,

ich kann meinem Vorredner nur zustimmen.

Du kannst ganz beruhigt sein - deine AU Zeiten sind ja noch "frisch". Nehme an deiner geplanten Behandlung teil und schaue dann, was dir dort empfohlen wird. Vielleicht nutzt die die Wartezeit schon, und lässt dich bei einer ambulanten Psychotherapie auf die Warteliste nehmen. Dort wartet man in der Regel auch mindestens 6 Monate. Und wenn du dies nach der Tagesklinik dann doch nicht mehr benötigen solltest, kannst du es immer noch absagen. Im Normalfall steht im Abschlussbericht immer "ambulante Weiterbehandlung empfohlen". Sollte bei dir nach Ansicht der Fachärzte noch weiter Bedarf bestehen, dann gehe auch ruhig in eine psychosomatische Fachklinik (nicht Reha) - besser erst so als das später dann noch nachzuholen und insgesamt länger auszufallen.

Wenn du Zwischendrin eine Einladung zum BEM bekommst, dann gehe hin. Dort kannst du dann erzählen, dass noch ein dreimonatige ambulante Behandlung geplant ist. Dann dürfte dein Dienstherr auch noch keinen Amtsarzt einschalten, da ja eine Besserung absehbar ist. Das würden Sie wahrscheinlich eher nach den drei Monaten machen, wenn du komplett blockierst und sie nichts über deine weiteren Planungen wüssten.

Selbst eine amtsärztliche Untersuchung zu beantragen finde ich daher bei dir auch nicht sinnvoll. Ich hatte dies selbst mal gemacht, jedoch hatte ich zu der Zeit auch noch keine Behandlung in absehbarer Nähe. Hatte dann die Hoffnung, dass weiterarbeiten (bzw. weniger leiden...) mit weniger Dienstzeit ausreicht. War dann eine Zeit lang teildienstfähig (30 Std./Woche), doch im Nachhinein hätte ich es lieber nicht tun sollen, sondern gleich "Vollzeit-Behandlungen" nutzen sollen, um meine Gesundheit zu verbessern. Denn da ich auch in meiner Teildienstfähigkeit nach einigen dienstlichen Querelen ausgefallen bin, wird mir dies seitdem in BEM Protokollen als negative Entwicklung aufgeführt (sinngemäß: "Teildienstfähigkeit hat keine nachhaltige Besserung gebracht"). Das sich meine Gesundheit aufgrund der dienstlichen Entwicklungen im Amt (und nicht wegen meiner Tätigkeit generell) wieder verschlechtert hat, interessiert dann keinen mehr. Ob ich danach in Zukunft nochmal die Teildienstfähigkeit nutzen kann oder nicht - ehrlicherweise gesagt: keine Ahnung :oops:

Zu deinen Fragen zum Amtsarzt und Teildienstfähigkeit:
Bei mir war es ein Vorschlag des Amtsarztes, nachdem ich meine aktuelle (und längere) Situation geschildert hatte. So wie ich das Empfunden habe war das aber auch, um eine DDU erstmal vorrangig zu vermeiden. Die Prozente der Teildienstfähigkeit konnte ich mir im gesetzlichen Rahmen meines Bundeslandes (zwischen 50% und 99%) frei aussuchen - ich sollte dann selbst einschätzen, was mir helfen würde.

Drücke dir die Daumen für deinen Aufenthalt in der Tagesklinik.

LG Grillmeister