Mangelhafter Lehrgang und Prüfungsvorbereitung

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Kieskutscher
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Mangelhafter Lehrgang und Prüfungsvorbereitung

Beitrag von Kieskutscher »

Hallo zusammen,

ich befinde mich derzeit im Abschlusslehrgang des mntD in der Bundeswehrverwaltung und würde gern um eine neutrale Einschätzung bzw. Erfahrungswerte bitten.

In unserem Lehrgang kam es über die gesamte Dauer hinweg wiederholt zu krankheitsbedingten Ausfällen von Lehrkräften. (Auch im E-Lehrgang)
Sobald diese Lehrkräfte wieder anwesend waren folgte in der Regel nach kurzer Zeit auch noch Urlaubsabbau. (Im A-Lehrgang)

Aktuell bestehen erneut Unterrichtsausfälle für wichtige Fächer.

Der Stoff musste daher in den meisten Fächern stark verdichtet vermittelt werden, was oftmals zu Bulimie-Lernen geführt hat.
Ich persönlich habe generell aufgrund einer Erkrankung, die das Gedächtnis einschränkt Probleme damit, mir innerhalb von kurzer Zeit sehr viel Stoff anzueignen.
Da ich über mehrere Ausbildungsabschlüsse verfüge, kann ich mit Sicherheit aus Erfahrung sagen, dass diese Abläufe hier in der Verwaltungsschule der Bundeswehr nicht wirklich zum Erfolg, den Abschluss des Lehrgang beigetragen haben.
Ich bin eigentlich ein guter Lerntyp und kann mir ne Menge Stoff verinnerlichen, aber nicht innerhalb von so kurzer Zeit, wo man über Wochen hinweg immer nur die selben gleichen Fächer hatte.

Diese Feststellung haben auch Kolleginnen und Kollegen, die weitaus jünger sind oder die schon mal mit einem Studium begonnen haben.
In einigen Fächern, die oft Prüfungsrelevant gewesen sind und welche wahrscheinlich auch jetzt geschrieben werden bestehen noch enorme Lücken, weil die Lehrer nicht alle in der Lage gewesen sind, den Stoff aber vorallem Lösungswege klar so vorzugeben, wie sie in der Prüfung relevant sind!

Nun wurde uns mitgeteilt, dass die Prüfungsfächer lediglich zwei Wochen vor der Abschlussprüfung bekanntgegeben werden sollen.
Nach Kenntnis aus früheren Lehrgängen waren hierfür üblicherweise drei Wochen vorgesehen. Das spiegelt auch die Aussage eines Rechtslehrers wieder, der klar gesagt hat, dass das bisher immer so gehandhabt wurde.
Andere Lehrer sagten, wir hätten einen Antrag stellen müssen. Gleiches gilt dafür, wen Fächer ausgeschlossen werden sollen.

Sollte es nicht die Aufgabe der Bildungseinrichtung sein, einzuschätzen und das Prüfungsamt zu informieren, wenn Lernlücken vorhanden sind?
Ich habe eher das Gefühl, dass man hier lieber einige Sache verschleiern möchte.

Diese Missstände wurden der Abteilungsleiterin Ausbildung vom BAPersBw schon vor längerer Zeit mitgeteilt. Diese entgegnete nur, dass man sich den Stoff dann halt selbst vermitteln soll! Da frage ich mich, wozu man eine Bildungseinrichtung mit Lehrkräften besucht.
Irgendwie ist es immer nach dem Motto, ISSO. Man wird auf seine Pflichten hingewiesen und sobald etwas negative Auswirkungen hat und man gerne auch mal seine Rechte hören möchte, ignoriert man sowas.

Ich bin schon der Meinung, dass man ein Recht auf eine anständige Ausbildung hat, oder nicht?

Da es sich um den Abschlusslehrgang handelt und die Prüfung entsprechend bedeutsam ist, würde mich interessieren:

Ist ein solcher Ablauf aus eurer Erfahrung üblich?

Wie wurde in vergleichbaren Fällen mit verspäteter Stoffvermittlung oder verkürzter Vorbereitungszeit umgegangen?

Gab es Ausgleichsmaßnahmen oder Anpassungen im Prüfungsumfang?

Mir geht es ausdrücklich nicht um eine Beschwerde, sondern um eine sachliche Einordnung und Erfahrungswerte, bevor weitere Schritte überlegt werden.

Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen.

Viele Grüße
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