Amtsarzt, Dienstelle will Gesundheitsdaten, Ablauf?

Themen speziell für Landes- und Kommunalbeamte

Moderator: Moderatoren

Anmula85
Beiträge: 14
Registriert: 07.12.2015 10:42
Behörde:

Amtsarzt, Dienstelle will Gesundheitsdaten, Ablauf?

Beitrag von Anmula85 » 26.09.2019 10:01

Hallo,

ich bin inzwischen schon länger Krankgeschrieben (ca. 12 Monate). Nun kam was zu erwarten war, die Dienststelle meldet sich. Nun hat mich dieses Schreiben etwas verunsichert. Dort steht die "bitte", konkrete Angaben zu meinen gesundheitlichen Einschränkungen zu machen sowie den laufenden / abgeschlossenen Behandlungen, damit die amtsärztliche Untersuchung auf "das notwendige Maß" beschränkt werden kann.
Sollte ich mich dazu nicht äußern, wird nach Ablauf der Frist (17 Tage) ein allgemeiner Untersuchungsauftrag erteilt (Hessen).
Außerdem wird mir gleichzeitig Gelegenheit gegeben zu der beabsichtigten Untersuchung Stellung zu nehmen (auch 17 Tage Zeit).

Ich habe eigentlich nicht vor auf dieses Schreiben zu reagieren, da ich der Dienststelle nicht meine privaten Gesundheitlichen Daten mitteilen will. Das ist mir einfach zu persönlich. Soweit ich das rauslese kann ich dies ja auch machen?

Wenn ich dann zu einem Allgemeinarzt (Amtsarzt) muss, müsste der bei psychisch / neuroligischer Erkrankung nicht auch noch einen Facharzt hinzuziehen?

Mit welchem zeitlichen Ablauf kann ich jetzt generell rechnen (auch in finanzieller Hinsicht, da ich die Mindestversorgung bekomme)?
Wäre über ein paar Informationen oder Erfahrungen dankbar wie lange diese Prozesse so dauern bzw. welche bürokratischen Schritte überhaupt im Einzelnen anstehen. Auch welche Möglichkeiten / Fristen ich habe um Einspruch einzulegen oder Stellung zu nehmen.

Tobi-666-
Beiträge: 12
Registriert: 27.01.2019 15:26
Behörde:
Geschlecht:

Re: Amtsarzt, Dienstelle will Gesundheitsdaten, Ablauf?

Beitrag von Tobi-666- » 06.11.2019 21:57

Hallo was die wollen kann dir egal sein.Du verweisst auf die Ärztliche Schweigepflicht und das du gerne bereit bist die Ärzte von einer Schweigepflicht zu entbinden wenn du beim Amtsarzt vorstellig werden sollst- Der Amtsarzt liest die Gutachten vom Facharzt und lässt seine eigene Meinung mit einfliesen, er muss sein Gutachten auf der Meinung vom Facharzt oder Fachärzten stützen er sieht dich ja nur 15 Minuten kann sich also überhaupt kein Bild machen.Aus der Stelleungsnahme vom Facharzt erstehlt er ein Gutachten , dieses Gutachten ist eine Empfehlung an deinen Dienstherren nicht mehr und nicht weniger. Das ist meine Meinung-und Erfahrung.Je mehr du deiner Dienststelle schreibst um so mehr Futter gibst du denen.

Elenor
Beiträge: 11
Registriert: 25.07.2017 12:14
Behörde:

Re: Amtsarzt, Dienstelle will Gesundheitsdaten, Ablauf?

Beitrag von Elenor » 15.12.2019 17:11

Hallo,
das Posting ist zwar schon etwas alt, aber egal...
Deine Dienststelle hat kein Recht darauf, dass Du irgendwelche ärztliche Unterlagen vorlegst.
Mache so etwas nicht, die gehen durch unzählige Hände, da ja normalerweise der Dienstweg eingehalten wird. Dann wandert Deine Mappe wenns schlecht läuft durch die ganze Behörde.

Du musst nur die Krankenmeldung vorlegen, sonst nichts!

Der Ablauf bei längere Krankheit ist vorgeschrieben (wenn der Ablauf eingehalten wird).
Nach längere Krankheit leitet die Dienststelle - hier die Verwaltung (Personalbehörde) - eine Überprüfung der Dienstfähigkeit ein.
Du bekommst ein Schreiben mit einen Termin, bei dem Du Dich beim Amtsarzt vorstellen musst.
Bei diesen Termin kannst Du alle ärztliche Unterlagen mitnehmen. Der Amtsarzt schaut was er gebrauchen kann.
Du kannst aber auch keine Unterlagen mitnehmen und den Amtsarzt dann sagen, er solle sich die notwendigen Auskünfte aktuell bei Deinen Ärzten einholen. Dann musst Du natürlich eine Entbindung der Schweigepflicht unterschreiben.
Spiele auf keinen Fall den Vermittler zwischen dem Amtsarzt und Deinen Ärzten, der Amtsarzt soll die schön anschreiben und kann die Fragen formulieren, was er wissen möchte.
Der Amtsarzt kann auch eigene Untersuchungen / Gutachten beauftragen, das passiert eher selten.
Dann schreibt der Amtsarzt sein Ergebnis der Überprüfung der Dienstfähigkeit und teilt es der Verwaltung mit.

Wenn der Amtsarzt Ärzte von Dir anschreiben möchte, dann teile dass dann auch Deinen behandelten Ärzten mit und sprich mit Ihnen darüber, dass eine Überprüfung der Dienstfähigkeit ansteht.

Amtsschimmel
Beiträge: 4
Registriert: 04.09.2013 04:53
Behörde:

Re: Amtsarzt, Dienstelle will Gesundheitsdaten, Ablauf?

Beitrag von Amtsschimmel » 16.12.2019 04:15

Muß man seine Ärzte von der Schweigepflicht entbinden? Was ist, wenn man es nicht tut?

Was ist wenn man gar nicht alle Ärzte angibt, bei denen man behandelt wird?

Warum sollte man noch aktiv daran mitwirken zwangspensioniert zu werden und dadurch massive finanzielle Einbußen zu erleiden?

Elenor
Beiträge: 11
Registriert: 25.07.2017 12:14
Behörde:

Re: Amtsarzt, Dienstelle will Gesundheitsdaten, Ablauf?

Beitrag von Elenor » 16.12.2019 07:58

Wenn man möchte, dass der Amtsarzt die Ärzte um Auskunft / Gutachten bittet, dann natürlich.
Wenn man das nicht möchte, dann halt nicht.
Du musst auch nicht alle Ärzte, die dich behandeln angeben.
Man hat eine Pflicht zur Mitarbeit, wenn jemand keine Ärzte angibt und keine Unterlagen der Ärzte vorlegt, ist das schon sehr merkwürdig.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass der Amtsarzt nicht im Sinne des Dienstherrn handelt, sondern versucht mit einem eine Lösung zu finden.
Und zwischen Dienstfähigkeit ja/nein gibt es noch jede Menge, wie nur bestimmte Tätigkeiten, Anzahl Stunden X usw. usf.
Man muss sich auch selbst fragen, wohin der Weg gehen soll in seiner persönlichen Situation.

Der Dienstherr hat ein Recht auf die Überprüfung der Dienstfähigkeit und das ist auch gut so.
Denn damit wird ja auch seitens des Amtsarzt aufgezeigt, dass man gesundheitliche Probleme hat und zu Recht krank ist und nicht nur krankgeschrieben ist. Auch finde ich es gut, dass ich jederzeit eine erneute Überprüfung veranlassen kann, sobald ich der Meinung bin, dass ich wieder arbeiten kann und sei es nur eingeschränkt.

Wenn man also nicht aktiv mitwirkt, dann wird der Amtsarzt Gutachten erstellen lassen und Du musst mit diesen Ärzten arbeiten bzw. Dich untersuchen lassen. Da sollte sich jeder Fragen, welche Variante besser ist; eigne Ärzte oder vom Amtsarzt beauftragte.

Und jeden sollte es klar sein, dass es nicht sein kann, länger als ein Jahr krank zu sein ohne eine kommende gesundheitliche Überprüfung. Als Beamter bekommt man sein volles Gehalt in der Krankenzeit, das kann ja nicht endlos so laufen. Denkt mal daran, wie so etwas in der freien Wirtschaft aussieht.

Werbung