Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

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Messerscharf
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Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

Liebe Community,

ich bin seit 10 Jahren Lehrerin an einem Gymnasium. Leider habe ich seit gut 2 Jahren einen Tinnitus und eine Hyperakusis und eine Hörminderung. Ich musste mich deswegen schon mehrmals krank schreiben lassen. Ich bin dann circa 4 Wochen krank und dann verschwinden die Symptome wieder größtenteils. Dann fühle ich mich auch wieder so gesund, dass ich wieder arbeiten kann. Nach spätestens 2 bis 3 Tagen auf Arbeit (in der Schule) beginnen die Beschwerden erneut und werden von Tag zu Tag schlimmer. Dann benötige ich eine erneute Krankschreibung und bin wieder für einige Wochen (meist 3 bis 6 Wochen) zu Hause. Ein BEM Gespräch hatte ich schon aber meine Wünsche nach kleinen Lerngruppen und Entlastung wurde nicht nachgekommen.

Die Ursache für meine Beschwerden liegt an der Lautstärke, am permanenten Stress und an vielen zusätzlichen Terminen und Aufgaben, die man so als (Klassen) Lehrer/in hat.

Nun meine Frage: wahrscheinlich werde ich früher oder später zum Amtsarzt gehen müssen. Der Amtsarzttermin wird aber ja erst dann stattfinden wenn ich wieder längere Zeit krank war. Da sich die Symptome aber nach einigen Wochen immer wieder stark bessern, bin ich unsicher, was ich dann beim Amtsarzt sagen soll bzw. wird er mich sicher auch fragen, welche Beschwerden ich aktuell habe und sicherlich werden auch Tests gemacht. Wenn ich dann aber antworte, dass es mir aktuell wieder gut geht (weil ich ja bereits einige Wochen) krank geschrieben war, dann muss der Amtsarzt doch sonst was von mir denken. Versteht Ihr, was ich meine? Ich habe Angst davor, dass ich nicht ernst genommen werde und der Amtsarzt zu dem Ergebnis kommt, dass mir nichts fehlt und ich gefälligst meinen Dienst machen soll weil ich zu dem Termin beim Amtsarzt keine bis wenig Symptome habe.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend und vielleicht habt Ihr hier den einen oder anderen guten Ratschlag für mich.

Viele Grüße
Hanna
Roderick
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Roderick »

Schreib ein Tagebuch. Nimm auf wann die Beschwerden bestehen, wann sie im relativen Ruhemodus sind, wann sie sich steigern und wann sie komplett überhand nehmen. Schreib einfach alles auf, was damit zu tun hat und sollte es noch so komisch sein. Zum Thema Amtsarzt kann ich nicht viel sagen. Meine Erfahrung ist halt, du kannst einen totalen w****er bekommen, jemanden der empathisch ist oder einfach einen der alles durchwinkt. Bereite sich so gut vor, wie du kannst. Hast du Nachweise über den Tinnitus, die Hyperakusis und die Hörminderung? Falls ja, alles einpacken. Mach dich nicht verrückt. Amtsärzte sind auch nur Menschen :)
Dienstreise
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Dienstreise »

Warst du schon bei einem Spezialisten der eine entsprechende Diagnose Diagnose erstellt hat? Falls nicht würde ich das auf jeden Fall nach Absprache mit dem Hausarzt machen. Das Tagebuch würde ich auch schreiben, wie o.g.
Zum Amtsarzt kommst du i.d.R. ja erst nach 3 Monaten dauerhafter Krankheit, ich selbst war Anfang August dort gewesen. Hier ist es wichtig, das du bis dahin ein ein transparentes Krankenbild darstellen kannst mit allen Befunden und Unterlagen. Nur weil die Symptome weniger sind bei längerer Krankheit, sind sie ja immer noch da, nur eben der Auslöser (laute Klasse) ist eben nicht vorhanden. Beim Amtsarzt sollte das auch ganz klar und ehrlich kommuniziert werden. Das ist wichtig damit er sich ein klares Bild machen kann. Du musst da keine Angst haben, er ist ja nicht dein Feind.

Dir sollte auch klar sein wo die Reise hin gehen soll, DDU, TDU, oder eine andere Arbeitsumgebung. Nebenbei angemerkt, es gibt ja speziellen Gehörschutz für Erzieher/Lehrkräfte, schon mal damit auseinander gesetzt? Viel Glück für das weitere Vorgehen.
Messerscharf
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

Hallo Ihr beiden,
Ja, ich bin seit 2 Jahren auch in HNO ärztlicher Behandlung. Dort erhalte ich auch die Krankschreibungen. Der HNO Arzt meint, dass ich eine kognitive Verhaltenstherapie machen soll bzw. auch eine stationäre Behandlung für psychosomatische Beschwerden.
Einen individuell angepassten Hörschutz habe ich auch aber der ist contraproduktiv weil ich ja sowieso schon schlecht höre bzw eine Hörminderung habe. Mir fallen Gespräche im Klassenraum extrem schwer weil ich mich sehr anstrengen muss, damit ich die Schüler verstehe. Wenn es dann nicht absolut leise ist, verstehe ich nur die Hälfte leider.
Ich bin sehr gespannt, wohin meine Reise geht.
Dienstreise
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Dienstreise »

Du hast da wohl einen guten HNO gefunden, meiner meinte damals nur " stellen sie das Radio was lauter". :roll: Und so lebe ich nun seit rund 20 Jahren mit einem ständigem Glockentürmchen im Kopf; mal lauter aber auch mal stiller. Wenn die Therapie anschlägt kannst du gerne berichten, vielleicht suche ich mir dann auch noch mal einen HNO, ich hatte mir da nie wieder Hoffnung gemacht auf Besserung.

Aber so wie es aktuell aussieht, kannst du den Unterricht ja kaum fortsetzen, das ist ja fast unmöglich. Und gerade das solltest, nein musst du, mit dem Amtsarzt so transparent und ehrlich vermitteln, wenn es denn zum Termin kommt. Nicht drum herum reden, klare Fakten präsentieren und natürlich auf die Frage anderer Einsatzmöglichkeiten auch Antworten präsentieren können, wenn das denn möglich ist im aktuellem Job. Meine Reise endete Anfang August in der DDU.
Messerscharf
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

Hallo Dienstreise,

mir hat mein Arzt gesagt, dass solche Beschwerden eigentlich nicht heilbar sind. Die Verhaltenstherapie soll dazu beitragen, dass man besser mit der Krankheit zurecht kommt. Bei mir ist es auch so: wenn ich in der Schule bin, dann ist es wirklich teilweise schrecklich, d.h. dass ich schon Fluchtgedanken habe aus dem Klassenraum. Im Lehrerzimmer kann ich mich schon gar nicht mehr aufhalten, weil es mir dort viel zu laut ist und ich sowieso kein Gespräch führen kann wenn da noch 10 andere Leute miteinander reden.

Bist Du denn wegen deinem Tinnitus jetzt in Vorruhestand oder auch noch andere Krankheiten. Magst du vielleicht mal etwas zum Gespräch mit dem Amtsarzt schreiben? Gern auch als PN.
Roderick
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Roderick »

Hallo Messerscharf,

meine Hyperakusis habe ich nach knapp 2 Jahren "verloren" bzw. es wurde immer besser. Allerdings hatte ich auch wirklich Ruhe und keine ständigen lauten Dinge mehr um mich herum. Meine DDU habe ich seit Dezember 25, somit jetzt 8 Monate und es hilft ungemein, auch was die Psyche angeht. Deine Fluchtgedanken sind Psyche. Da hilft nicht nur eine Verhaltenstherapie, du brauchst Verhaltenstherapie und Ruhe! Die Kampf- und Fluchtreaktionen hatte ich im Büro auch. War sehr schwer zu kontrollieren, vorallem die Kampfreaktionen. Da muss man sich echt zusammenreißen....Meine Wand hatte irgendwann ein kleines Loch.
Messerscharf
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

Hallo Roderick,

darf ich fragen, wie du das hinbekommen hast, dass deine Hyperakusis nach 2 Jahren dann weg war? Aktuell ist es bei mir so, dass es mal besser und mal schlechter läuft aber das Schuljahr hat auch gerade erst begonnen und ich komme aus einer 6 wöchigen Ruhezeit (Sommerferien). Ich merke aber schon, wie meine Kraftreserven langsam dem Ende entgegen gehen und ich sehne mich schon jetzt nach den Herbstferien.
Es fällt mir auch schwer, mich schon wieder krank schreiben zu lassen, weil meine lieben Kollegen das alles auffangen müssen wenn ich länger ausfallen sollte. Da beisse ich dann noch stärker auf die Zähne aber ewig kann und wird es so nicht weitergehen können leider ;-(
Roderick
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Roderick »

Du musst davon Abstand nehmen dir um deine Kollegen Gedanken zu machen. Es tut mir wirklich leid das zu sagen, aber es ist wirklich so. Löse dich von dem Gedanken. Am Anfang wird es dir weh tun, ist allerdings nötig und es wird besser. Du musst egoistisch denken. Deine Gesundheit geht vor und du wirst noch früh genug merken, dass Kollegen nur Kollegen sind und irgendwann auch mit allem an Verständnis aufhören. Spätestens wenn sie etwas nicht mehr nachvollziehen können. Ich habe meine Hyperakusis durch Ruhe, wirklich Ruhe und Zeit verloren. Wobei verloren vielleicht das falsche Wort ist. Sie ging, im Laufe der Zeit. Und ich wiederhole, durch Ruhe! Es wurde weniger und weniger und weniger. Allerdings ist leider meine Schreckhaftigkeit geblieben, aber an der Arbeite ich.
stuntmanmike
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von stuntmanmike »

es ist nicht sonderlich schwer nachzuvollziehen, was du in wenigen sätzen hier erläutert hast. wenn das der amtsarzt dann nicht versteht, ist er wohl nicht der hellste.

davon mal abgesehen was soll schon passieren? wirst du halt nicht auf dauer dieunstunfähig geschrieben, bekommst dein volles gehalt und gehst halt on und off arbeiten. irgendwann werden sie es dann auch mitbekommen, dass sie so einen haufen geld verlieren und sich keine besserung einstellt. die sachen wird ganz normal ihren weg gehen.
Messerscharf
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

Guten Morgen,

ja das habe ich leider auch schon gemerkt, irgendwann bleiben die "gute Besserung" Wünsche aus bzw. werden sehr viel weniger wenn du mal öfter oder länger aus gesundheitlichen Gründen fehlst. Irgendwie habe ich Angst davor, dass der Amtsarzt mir nicht ausreichend Zeit gibt, gesund zu werden. Ich würde gern 6-12 Monate aus dem Dienst, eine stationäre Reha machen und dann schauen, ob es besser geworden ist und auch besser bleibt. Ich habe das Glück als Lehrerin immer 6 Wochen (eigentlich sind es nur 5 Wochen) am Stück eine Auszeit zu bekommen und die Beschwerden werden in dieser Zeit auch wirklich besser. Wie wird die Genesung voran schreiten wenn ich mal 6 Monate Auszeit bekomme?
lavinia21
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von lavinia21 »

Ich gehe seit fast 10 Jahren beim AA ein und aus und hatte jetzt erst wieder eine Untersuchung. Wichtig ist, dass Sie Ihre Beschwerden dokumentieren. Tagebuch schreiben, Einschränkungen auflisten, Bewältigungsmethoden und v.a. brauchen Sie einwandfreie gutachterliche Stellungnahmen Ihrer behandelnden Fachärzte und eine Dokumentation Ihrer dauerhaften Therapiebemühungen - hier wäre neben der Behandlung der akuten Beschwerden des Ohres. v.a. wohl auch Therapie angesagt. Mitunter wäre auch ein stationärer Aufenthalt sinnvoll, um Dokumentation und Behandlung nochmals auf ein anderes Level zu heben.

Beim AA kann man Glück haben oder nicht. Ich selbst habe BISHER die Erfahrung gemacht, dass der AA wesentlich mehr aus meinem Verhalten und meinen Schilderungen herausliest als das, was ich tatsächlich auf den Tisch lege. Ich habe das Gefühl, dass ich mich gut präsentiere, alles zusammenhalte - tja, der AA sieht in mir mehr oder minder ein Wrack, was ich auch bin, aber eben bei den Terminen nie zeige. Wichtig ist immer Ihre Behandlungseinsicht und was Sie tun, damit die Beschweren gemindert werden. Der AA reitet eher nicht auf Ihren Beschwerden selbst herum, sondern wie Sie diese aktiv bewältigen. Darum geht es nämlich - wie wird es besser?!

Ihre Forderungen nach kleinen Klassen usw. können Sie vergessen. Das wird nicht funktionieren. Das sage ich Ihnen jetzt wirklich aus Erfahrung und persönlicher Betroffenheit. Andernfalls müssen Sie sich eine andere Tätigkeit suchen oder nach anderweitiger Verwendung schauen, aber auch hier wird man Sie nicht bevorzugen. Seien Sie bitte realistisch. Der AA würde das ggf. vorschlagen, aber die Antwort steht da bereits fest und es endet in der DDU. Daher ganz ehrlich: Wenn Sie Ihren Job nicht machen können und der AA ins Spiel kommt, dann wird es nur noch um die DDU gehen. Um sonst nichts, sollten Sie selbst nicht in der Lage sein eine Versetzung an eine andere Position anzuschieben. Seien Sie sich aber dann bewusst, dass es nicht im Lehrberuf selbst sein wird, sondern mit 41,x Stunden ohne groß Ferien in einer Behörde. Sie können natürlich immer wieder krank machen und danach arbeiten gehen. Solange Sie nicht vorgeladen werden, ist das einfach das, was Sie durchziehen sollen. Die Kollegen, die Schulleitung...müssen Ihnen egal sein. Wenn es der SL zu auffällig wird, wird Sie schon die Meldung ans RP mit Überprüfung der DDU in die Wege leiten.

Hilfreich ist immer ein GdB. Wenn Sie den noch nicht haben, beantragen inkl. ab 30 die Gleichstellung.
Messerscharf
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

die Sache mit dem Tagebuch schreiben kann ich schon nachvollziehen aber jeder Tag ist bei mir gleich: nach der Schule vermeide ich jeglichen Lärm und ich versuche zu entspannen. Ich gehe nicht auf Familienfeiern, Geburstage, Kino oder Restaurant weil es dort viel zu laut ist. Ebenso gehe ich am liebsten gleich morgens um 7 Uhr einkaufen weil es dann noch schön ruhig ist.

Zum Thema Bewältigungsmethoden: was schreibt man denn da auf? Ich vermeide Lärm und suche Entspannung.

Wenn mir der Job nicht so viel Spass und Freude machen würde, dann würde ich sofort aufhören aber ich versuche eben, mich von Ferien zu Ferien durchzubringen. In den Ferien wird es schliesslich jedes mal wieder besser
Dienstunfall_L
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Dienstunfall_L »

Ich habe Zweifel, dass eine 6monatige Auszeit etwas wesentlich bessern wird. Der Lärm wird nach 6 Mon. nicht besser sein und vermutlich wieder zu ähnlicher Problematik führen.

Bewältigungsmethoden: „Entspannung“ ist unspezifisch. In Therapie kann man sich verschiedene Techniken der Entspannung zeigen lassen, diese Aneignung gezielter Strategien wertet der AA als aktive Mitwirkung.
Das Weglassen von Familienfeiern etc. und anderem Lärm im Privatleben sind sog. Vermeidungsstrategien, also auch diese notieren.
Diese nicht mehr mögliche Teilhabe und Auswirkungen davon (Lebensfreude, Sozialkontakte, …) wäre für den GdB-Antrag auch von Bedeutung.
Es gibt für Tinnitus spezielle Bewältigungsmethoden, da ist der HNO der Ansprechpartner für Empfehlungen von Anlaufstellen mit Expertise.

Ich würde mal mit dem Personalrat das Gespräch suchen und beraten, welche alternativen Einsatzmöglichkeiten es geben könnte. Auch solche Gespräche und Überlegungen stellen eine aktive Mitwirkung dar, es geht um Bemühungen, die Dienstfähigkeit (Verwendung) zu erhalten. Je nach Bundesland gibt es z.B. Schulen mit kleineren Lerngruppen, Krankenhausunterricht, Beratungsstellen oder Schulbuchbibliotheken, in denen ein Einsatz denkbar wäre.

Wenn keine Rechtsschutzversicherung besteht, wäre Gewerkschaftsbeitritt zu erwägen wegen berufl. Rechtsschutz und ggf. Rechtsberatung.
lavinia21
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Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von lavinia21 »

Vermeidungsverhalten, Fehlende Teilhabe, Restrukturierung des Alltags ebenfalls notieren, da dies Einschränkungen sind, die vornehmlich für die GdB relevant sind. Es gibt sicherlich Fachärzte oder Zentren oder eben Krankenhäuser, die außer Entspannungstechniken und Vermeidungsverhalten noch andere Dinge empfehlen können. Leider müssen Sie diese Dinge ausschöpfen, wenn Sie weiterhin im Dienst bleiben wollen, sollte die DDU im Raum stehen. Der AA hat konkrete Anforderungen an Sie und das RP will idR dass Sie Therapiemöglichkeiten ausschöpfen. Ansonsten wird aufgezeigt, dass Sie nicht mehr dienstfähig sind, da eben keine Behandlungseinsicht und nicht therapierbar.

Wie soll ich sagen? Das, was Sie tun oder denken, dass es korrekt ist, entspricht nicht dem, was der AA hören will. Der sieht es aus ärztlicher Sicht und da geht es nur um das, was aus ärztlicher Sicht gemacht werden muss. Selbst wenn es eine OP oder ein Hörgerät oder sonst was wäre, würde man wollen, dass Sie das ohne Murren tun. Das, was Sie beschreiben ist im Prinzip, dass Sie nicht DU sind, sondern es schlimmer wird und dauerhaft sein wird.

RS is zu empfehlen. Da es bei Ihnen nicht um einen Dienstunfall geht, reicht idR die Mitgliedschaft beim DGB oder einem Lehrerverband. Der Syndikusanwalt kann das. Wenn Sie sich zur Wehr setzen wollen, dann RS über die RS-Versicherung, denn dann brauchen Sie wohl andere, teure Anwälte, die auch nach Stunden gezahlt werden. Habe ich hinter mir und für 8 Stunden knapp 3500 Euro zugezahlt, aber das war es wert.

Wie gesagt, Sie müssen proaktiv nach anderen Stellen suchen. Ihr Dienstherr wird das eher nicht tun. Schule für Kranke ist okay, aber da können Sie auch in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie kommen...müssen Sie wissen. Oder Schule der Bundeswehr...auch angenehm. Wenn Sie natürlich örtlich nicht flexibel sind, wird es schwer. So oder so müssen Sie sich mitunter von den AZ als Lehrer inkl. Ferien verabschieden. Auch in einer Schule für Kranke ist man mit vielen Freistunden konfrontiert und hat mitunter Zeiten von 8-17 Uhr...ich habe lange im KH gearbeitet, daher kenne ich das.

Wie gesagt, Sie sollten für sich wirklich real überlegen, was geht und was nicht geht. Wir alle hier haben uns erstmal gegen die DDU gewehrt, dachten, dass es weitergeht. In der Summe habe ich dann z.B. die DDU selbst beantragt, obwohl mich der DH weiterhin hätte krank sein lassen und bezahlt hätte. Hätte allerdings meine Gesundheit ruiniert, da das Damoklesschwert über einem hängt. Die DDU war zwar hat, aber das Beste. Gesundheitlich wird es idR nicht besser, aber man kann mehr auf sich achten.
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