Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Themen speziell für Landes- und Kommunalbeamte

Moderator: Moderatoren

Antworten
Messerscharf
Beiträge: 1
Registriert: 25. Aug 2026, 21:40
Behörde:
Geschlecht:

Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Messerscharf »

Liebe Community,

ich bin seit 10 Jahren Lehrerin an einem Gymnasium. Leider habe ich seit gut 2 Jahren einen Tinnitus und eine Hyperakusis und eine Hörminderung. Ich musste mich deswegen schon mehrmals krank schreiben lassen. Ich bin dann circa 4 Wochen krank und dann verschwinden die Symptome wieder größtenteils. Dann fühle ich mich auch wieder so gesund, dass ich wieder arbeiten kann. Nach spätestens 2 bis 3 Tagen auf Arbeit (in der Schule) beginnen die Beschwerden erneut und werden von Tag zu Tag schlimmer. Dann benötige ich eine erneute Krankschreibung und bin wieder für einige Wochen (meist 3 bis 6 Wochen) zu Hause. Ein BEM Gespräch hatte ich schon aber meine Wünsche nach kleinen Lerngruppen und Entlastung wurde nicht nachgekommen.

Die Ursache für meine Beschwerden liegt an der Lautstärke, am permanenten Stress und an vielen zusätzlichen Terminen und Aufgaben, die man so als (Klassen) Lehrer/in hat.

Nun meine Frage: wahrscheinlich werde ich früher oder später zum Amtsarzt gehen müssen. Der Amtsarzttermin wird aber ja erst dann stattfinden wenn ich wieder längere Zeit krank war. Da sich die Symptome aber nach einigen Wochen immer wieder stark bessern, bin ich unsicher, was ich dann beim Amtsarzt sagen soll bzw. wird er mich sicher auch fragen, welche Beschwerden ich aktuell habe und sicherlich werden auch Tests gemacht. Wenn ich dann aber antworte, dass es mir aktuell wieder gut geht (weil ich ja bereits einige Wochen) krank geschrieben war, dann muss der Amtsarzt doch sonst was von mir denken. Versteht Ihr, was ich meine? Ich habe Angst davor, dass ich nicht ernst genommen werde und der Amtsarzt zu dem Ergebnis kommt, dass mir nichts fehlt und ich gefälligst meinen Dienst machen soll weil ich zu dem Termin beim Amtsarzt keine bis wenig Symptome habe.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend und vielleicht habt Ihr hier den einen oder anderen guten Ratschlag für mich.

Viele Grüße
Hanna
Roderick
Beiträge: 32
Registriert: 15. Okt 2024, 19:45
Behörde:
Geschlecht:

Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Roderick »

Schreib ein Tagebuch. Nimm auf wann die Beschwerden bestehen, wann sie im relativen Ruhemodus sind, wann sie sich steigern und wann sie komplett überhand nehmen. Schreib einfach alles auf, was damit zu tun hat und sollte es noch so komisch sein. Zum Thema Amtsarzt kann ich nicht viel sagen. Meine Erfahrung ist halt, du kannst einen totalen w****er bekommen, jemanden der empathisch ist oder einfach einen der alles durchwinkt. Bereite sich so gut vor, wie du kannst. Hast du Nachweise über den Tinnitus, die Hyperakusis und die Hörminderung? Falls ja, alles einpacken. Mach dich nicht verrückt. Amtsärzte sind auch nur Menschen :)
Dienstreise
Beiträge: 6
Registriert: 12. Mai 2026, 17:48
Behörde: BEV
Geschlecht:

Re: Chronisch krank – aber beim Amtsarzt beschwerdefrei?

Beitrag von Dienstreise »

Warst du schon bei einem Spezialisten der eine entsprechende Diagnose Diagnose erstellt hat? Falls nicht würde ich das auf jeden Fall nach Absprache mit dem Hausarzt machen. Das Tagebuch würde ich auch schreiben, wie o.g.
Zum Amtsarzt kommst du i.d.R. ja erst nach 3 Monaten dauerhafter Krankheit, ich selbst war Anfang August dort gewesen. Hier ist es wichtig, das du bis dahin ein ein transparentes Krankenbild darstellen kannst mit allen Befunden und Unterlagen. Nur weil die Symptome weniger sind bei längerer Krankheit, sind sie ja immer noch da, nur eben der Auslöser (laute Klasse) ist eben nicht vorhanden. Beim Amtsarzt sollte das auch ganz klar und ehrlich kommuniziert werden. Das ist wichtig damit er sich ein klares Bild machen kann. Du musst da keine Angst haben, er ist ja nicht dein Feind.

Dir sollte auch klar sein wo die Reise hin gehen soll, DDU, TDU, oder eine andere Arbeitsumgebung. Nebenbei angemerkt, es gibt ja speziellen Gehörschutz für Erzieher/Lehrkräfte, schon mal damit auseinander gesetzt? Viel Glück für das weitere Vorgehen.
Antworten