Mal wieder Probleme Amtsarzt

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Selfi1983
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Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Selfi1983 » 14.07.2017 22:01

Hallo zusammen,

ich mal wieder mit meinen Problemen mit dem Amtsarzt.
Ich war ja am 26.6.2017 zur Untersuchung und wusste quasi bis heute nicht, wie der AmtsArzt entschieden hat. Seit heute weiß ich es.

Jetzt zu meinem Problem. Ich bin bis heute krank geschrieben, bzw. mein Orthopäde hat mich wieder für die nächsten 3 Wochen krank geschrieben.
Da der AmtsArzt aber nun entschieden hat, dass ich ab Montag den Dienst in Form einer WiederEingliederung antreten kann, bin ich quasi gezwungen dies zu machen. Jetzt ist das PersonalAmt so nett und gewährt mir für die nächsten drei Wochen Urlaub, da ich wirklich nicht in der Lage bin, zu arbeiten.
Leider ist mir dadurch nicht geholfen. Ich bat darum, dann die kompletten Ferien Urlaub nehmen zu dürfen, da mein Mann die letzten Wochen frei hat und wir noch ein pflegebedürftiges Kind haben und wenigstens uns ein paar Tage zusammen erholen wollen.
Dies konnte mir aber nicht versprochen werden.

Heute teilte ich meiner Sachbearbeiterin ebenfalls mit, dass gegen den Amtsarzt eine Beschwerde wegen unsachgemäßer Untersuchung vorliegt.
Dies solle ich jetzt in Kopie, sowie die neue KrankMeldung, welche ja nicht anerkannt wird, in Kopie zusenden und das schnellstmöglich. Was das noch bringen soll, weiß ich jedoch auch nicht.

Ich bin so fertig. Und das alles an meinem Geburtstag.
Habe ich irgendwelche Möglichkeiten irgendwas zu unternehmen??fühle mich so hilflos.

Einen schönen Abend. Und vielen Dank.

Torquemada
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Torquemada » 14.07.2017 23:18

Was sagt denn der Fachanwalt?

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und die besten Wünsche.

Dienstunfall_L
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Dienstunfall_L » 14.07.2017 23:19

Erstmal Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute für das neue Lebensjahr - auch wenn der Start dich niederdrückt.

Wichtig:
1.
Eine Wiedereingliederung ist keine Gesundschreibung!
Du bist weiter DU. Deine Krankschreibung reichst du ganz normal ein wie immer. Wenn sie abgelaufen ist, kümmerst du dich um eine Verlängerung wie immer.
Cool down.

2.
Eine Wiedereingliederung braucht eine Wiedereingliederungs-Vereinbarung.
An dieser sind mehrere "Rollen" beteiligt:
- dein behandelnder Arzt: Er macht den Vorschlag der Anfangsstunden und langsamen Std.erhöhung und legt fest, was evtl. komplett ausgeschlossen ist, schreibt was zu Pausen etc., Hllfsmittel-Bedarf u.a.)
- du: Du stimmst das mit dem behandelnden Arzt ab und solltest alle Bedenken und evtl. Wünsche an Hilfsmitteln, Entlastungen von speziellen Aufgaben etc. mit ihm besprechen, er ist kein Hellseher und kennt deine individuelle Situation nicht en detail.
- der Amtsarzt: Er muss dem von euch ausgearbeiteten Plan zustimmen.
[ - ob die Dienststelle den Plan auch noch absegnen muss, weiß ich nicht, das merkst du dann]

Wenn dein Orthopäde (oder ein mit ihm kommunizierender anderer Arzt) einen Erholungsurlaub aus medizinischen Gründen für erforderlich hält oder z.B. wegen seines eigenen Urlaubs dir einen Termin für die Wiedereingliederungsplanung erst in 4 Wochen anbieten kann, dann ist doch auch alles ok., mach dich nicht verrückt. Du musst einzig auf die Krankschreibung achten und darauf, dass eine Wiedereingliederung mit deinem Orthopäden besprochen wird. Wie schnell: ?

Während der gesamten Wiedereingliederungszeit giltst du als dienstunfähig.
Ich würde deswg. (addierend) für eine fortlaufende Krankschreibung sorgen, solange du krank bist.
Erst wenn die stufenweise (!) Wiedereingliederung erfolgreich abgeschlossen ist, wird die DU beendet.
Während der W. kann der Arzt / du? diese aus gesundheitl. Gründen abbrechen.

Torquemada
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Torquemada » 14.07.2017 23:42

Die Wiedereingliederungen laufen m.W. auf Bundes- und Landesebene anders. Auf Bundesebene ist man weiterhin DU-geschrieben, laut Landesrecht NICHT. Hier gilt man als dienstfähig und darf eben einen Teil des Tages früher nach Hause gehen.

Ich habe auf die Schnelle als Beispiel die Erläuterungen zum "Hamburger Modell" in Berlin gefunden:

https://www.personalabteilung.hu-berlin ... ger-modell

Hier ist man dienstfähig.
Es stellt sich die Frage, ob der Amtsarzt den behandelnden Arzt "überstimmen" kann und somit Dienstpflicht besteht.
Ein Fachanwalt sollte konsultiert werden. Ist der Beamte nämlich in Wirklichkeit gar nicht dienstfähig, besteht ein erhebliches gesundheitliches Risiko, für dessen Folgen Dienstherr und Amtsarzt haftbar gemacht werden könnten.

Dienstunfall_L
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Dienstunfall_L » 15.07.2017 07:20

Dass Bund und Länder Unterschiede machen bzgl. der Krankschreibung, war mir neu. (Danke.)
Ggf. bei der Personalstelle nachfragen, wie es gehandhabt werden soll.

Amtsarzt und Facharzt sind sich offenbar nicht einig über den Gesundheitszustand und die Dienstfähigkeit. Es muss/sollte (wie Torquemada bereits schrieb) geklärt werden, ob ein gesundheitliches Risiko besteht, wenn entgegen der fachärztl. Beurteilung Dienst verrichtet wird. Dazu würde ich zunächst den Facharzt aufsuchen. Welche Risiken sieht er?

Selfi1983
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Selfi1983 » 15.07.2017 07:37

Guten Morgen.

Vielen lieben Dank für die Antworten. Werde sie jetzt mal genau studieren und mich schlau machen. Mein Arzt ist jetzt leider drei Wochen in Urlaub.
Vielen vielen Dank.

herr b
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von herr b » 15.07.2017 09:49

Meiner Meinung nach kann der Aa den behandelnden Arzt gar nicht "ausstechen". Ich habe es bisher i.d.R. so kennen gelernt das die Aa Allgemein Mediziner waren.
Wenn mich aber ein Spezialist, z.B. Kardiologe, Orthopäde etc behandelt, wegen meiner Krankheit, wie will ein Allgemein Mediziner (auch wenn er Aa ist) das ganze übergehen können und mich wieder für dienstfähig erklären?
Zum Glück war ich noch nicht in dieser Situation, meine Amtsärztin hat von Anfang an gesagt das ich nicht mehr dienstfähig bin, selbst für einen anderen Job (zu der Zeit) nicht mehr zu gebrauchen bin.
Ich bin befördert worden...
Aus dem Dienst!

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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Selfi1983 » 15.07.2017 17:29

So war auch immer meine Vermutung und so sagte es auch mein Orthopäde. Aber laut Sachbearbeiterin des Personalamtes gilt für sie nur das, was der Amtsarzt schreibt.

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Hauseltr
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Hauseltr » 15.07.2017 18:10

Da der AmtsArzt aber nun entschieden hat, dass ich ab Montag den Dienst in Form einer WiederEingliederung antreten kann, bin ich quasi gezwungen dies zu machen.

Der Amtsarzt kann entscheiden was er will, seine Entscheidung ist durch eine vorliegende Krankschreibung hinfällig! Er ist nicht dein behandelnder Arzt. Solange eine gültige Krankschreibung vorliegt, bist du krank. Ich glaube, dein Arzt wird dir auch nichts anderes sagen. So lange mußt du auch keinen Urlaub nehmen.

*** Link gelöscht ***
Aber laut Sachbearbeiterin des Personalamtes gilt für sie nur das, was der Amtsarzt schreibt.


Das ist ausgesprochener Blödsinn!

Hast du Rechtsschutz? Dann nimm dir einen Anwalt.

Torquemada
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Torquemada » 15.07.2017 19:16

Anwalt nehmen !!! Ist der Amtsarzt überhaupt kompetent für das Krankheitsbild? Hat er eigene Fachleute beauftragt?

Der Anwalt macht den Schriftwechsel und geht je nach Notwendigkeit auch in den einstweiligen Rechtsschutz vor das Verwaltungsgericht.
Beratung ist dringend nötig.
Dass du quasi in den Urlaub "gezwungen" wirst, kann der Anwalt auch gleich miterledigen.

Hier die Meinung des Bundesverwaltungsgerichts (man beachte die Thematik der Kompetenz)

http://www.michaelbertling.de/beamtenre ... atarzt.htm

Selfi1983
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von Selfi1983 » 16.07.2017 22:07

Hallo,

ja, wir haben RechtSchutz.
Den Urlaub habe ich ja jetzt quasi genommen, weil ich noch so Schmerzen habe und nicht arbeiten kann.
Die hätten mich sonst morgen zum Dienst gezwungen,bzw sie hat gesagt, dass anderenfalls, wenn ich nicht kommen würde es ein grobes dienstliches Vergehen sei und ich mit starken Konsequenzen rechnen müsse. Sie sagte, es wäre ja schon ein Entgegenkommen, dass sie mir jetzt überhaupt den Urlaub gewähren. Dass ich diesen nur nehme, weil ich nicht kann, interessiert da keinen.

herr b
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Re: Mal wieder Probleme Amtsarzt

Beitrag von herr b » 18.07.2017 13:12

Geh zum Anwalt!!! Der soll denen mal den A**** hoch binden. Du kannst zu nichts gezwungen werden. Das Gericht möchte ich sehen das dann deiner Behörde recht gibt.
Ich bin befördert worden...
Aus dem Dienst!

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