Anordnung Medikamente durch Amtsarzt?

Beihilfeforum, Reisekostenforum: Fragen zu Beihilfe, Reisekosten ...
Antworten
ehemaliger User

Anordnung Medikamente durch Amtsarzt?

Beitrag von ehemaliger User » 09.06.2017 13:09

Hallo,

weiß jemand, ob Amtsärzte (oder Ärztliche Dienste, die den Amtsärzten vorgeschaltet sind) die Durchführung bestimmter Therapien anordnen können (bzw. diese dem Dienstherrn empfehlen, der z.B. die Einnahme von Medikamenten dann anordnet)?

Oder wie weit gehen andersherum die Rechte von Betroffenen, Therapien abzulehnen? Es gibt ja quasi keine Medikamente ohne das Risiko von (teils schweren) Nebenwirkungen. Wer entscheidet, was demjenigen an Risiken zugemutet werden kann und was nicht? Oder interessiert es die Amtsärzte gar nicht, was bereits alles ausprobiert wurde?

AndyO
Beiträge: 207
Registriert: 17.01.2017 09:50
Behörde: DTAG

Re: Anordnung Medikamente durch Amtsarzt?

Beitrag von AndyO » 09.06.2017 19:11

Es kann dich keiner zwingen, Medikamente zu schlucken. Beamte kann man in DDU schicken, Angestellte entlassen. Mitwirkung deinerseits zeigt, dass du Letzteres vermeiden willst. Also musst du selbst wissen, was du willst.

dibedupp
Beiträge: 1491
Registriert: 03.12.2012 11:20
Behörde:

Re: Anordnung Medikamente durch Amtsarzt?

Beitrag von dibedupp » 09.06.2017 19:43

Ein Beamter hat zur Erhaltung oder Widerherstellung seiner Gesundheit alles Zumutbare zu tun. Was zumutbar ist, entscheidet meines Erachtens der Arzt.
Beispiel: Du hast Diabetis und der Arzt sagt, du musst Insulin spritzen, damit du dienstfähig bleibst. Wenn du es dann nicht machst, kann dich der Dienstherr im Extremfall sogar aus dem Dienst entlassen. In der Regel wird es aber auf eine Zurruhesetzung hinauslaufen.
Es kommt halt ganz darauf an, was du für eine Krankeit hast und was du dagegen tust.

ehemaliger User

Re: Anordnung Medikamente durch Amtsarzt?

Beitrag von ehemaliger User » 09.06.2017 20:06

Danke. Das leuchtet ein und hilft weiter.

In dem Fall gibt es gegen die eigentliche Krankheit keine Medikamente (und sowas wie Heilung auch nicht). Da ist leider noch nichts erfunden. Das Leiden ist zwar chronisch (und lästig), aber nicht gefährlich. Es verträgt sich nur nicht mit einem vernünftigen Maß an zuverlässiger Leistungsfähigkeit im Beruf...

Manchen Betroffenen helfen aber Medikamente, die normalerweise gegen andere (sehr viel schwerere) Krankheiten zum Einsatz kommen. Aber diese Pillen sind dann aus Bereichen, in denen doch sehr gravierend in den Organismus eingegriffen wird (was bei den Erkrankungen, für die das Zeugs eigentlich gedacht ist, in Kauf genommen wird, weil der Nutzen größer ist als die Risiken bzw. weil es gar nicht anders geht...)

Trotz schwerer Nebenwirkungen müsste das zweckentfremdete Medikament dauerhaft genommen werden, so dass ein eventueller, vorübergehender Gewinn an Lebensqualität letztlich ziemlich teuer erkauft wird.

Aber Ihr habt es ja schon geschrieben - ist sicher ganz vom Einzelfall abhängig...

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Werbung