Versorgungsausgleich LVA bei DU

Themen speziell für Bundesbeamte
hosenfred
Beiträge: 5
Registriert: 10.07.2018 10:45
Behörde: Telekom

Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von hosenfred » 10.07.2018 14:04

Hallo, ich möchte mich zuerst einmal vorstellen, mein Name ist Frank ich bin 49 Jahre alt und bei der Deutschen Telekom im mittleren technischen Dienst (A7) beschäftigt. Gesundheitlich geht es mir aufgrund ständigem Arbeitsplatzwechsel und Zwangszuweisung nicht so gut. Bevor ich verbeamtet
wurde habe ich als Arbeiter Geld in die Rentenversicherung einbezahlt. Wenn ich jetzt Dienstunfähig werden würde, hätte ich in irgendeiner Form
auch noch Rentenanspruch als eine Form von Versorgungsausgleich.

Torquemada
Beiträge: 2812
Registriert: 04.07.2012 13:08
Behörde: Ruheständler und Privatier

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Torquemada » 10.07.2018 14:09


hosenfred
Beiträge: 5
Registriert: 10.07.2018 10:45
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von hosenfred » 18.07.2018 08:43

Vielen Dank für die Antwort.
Habe heute bei der Rentenversicherung angerufen, die sagte mir dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen bei Erwerbsminderung nicht erfüllt wären da ich in den letzten 5 Jahren vor Eintritt in die Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge hätte bezahlen müssen.
Kann mir jemand sagen ob das in dieser Form richtig ist ? oder ob die Rentenversicherung der falsche Ansprechpartner ist ?
Danke
Frank

Peter-H.
Beiträge: 19
Registriert: 14.07.2018 10:12
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Peter-H. » 18.07.2018 10:24

hosenfred hat geschrieben:
18.07.2018 08:43
Vielen Dank für die Antwort.
Habe heute bei der Rentenversicherung angerufen, die sagte mir dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen bei Erwerbsminderung nicht erfüllt wären da ich in den letzten 5 Jahren vor Eintritt in die Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge hätte bezahlen müssen.
Kann mir jemand sagen ob das in dieser Form richtig ist ? oder ob die Rentenversicherung der falsche Ansprechpartner ist ?
Danke
Frank
Hallo Hosenfred/Frank,
das was Torquemada geschrieben hat, ist ein "Ausgleich" bei Dienstunfähigkeit vom Dienstherrn, wenn Du die Wartezeit von 60 Monaten erfüllt hast. Ich habe gerade mal in meinen Versicherungsverlauf geschaut - dort ist die Zeit von über 60 Monaten aufgeführt. Somit erfüllst Du erst einmal die Vorgaben des § 14a. BeamtVG - dann bitte noch die weiteren Punkte im § 14a Abs. 1 Nr. 4 beachten.
Es gibt die vorübergehende Versorgung nach §14a nur so lange, bis Du eine Erwerbsminderungsrente bekommst oder die anderen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind.

Das was Dir die RV mitgeteilt hat, ist die Rentenzahlung von der RV bei einer Erwerbsunfähigkeit. Die ist um ein vielfaches schwieriger zu bekommen als die Pension bei einer Dienstunfähigkeit. In der jährlichen Mitteilung der RV steht, ob Du die Voraussetzungen (in den letzten 5 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung UND mindestens drei Jahre Pflichtbeitragszeiten) vorliegen. Solche Pflichtbeitragszeiten kannst Du u. a. auch mit einem Mini-Job erwerben.
Ob Du jetzt die erforderlichen Zeiten erfüllt hast, steht in deinem persönlichen Versicherungsverlauf oder in der jährlichen Renteninformation.
Die Hürden für die Erwerbsminderungsrente sind im Vergleich zur Pension sehr hoch und bedürfen weiterer gesundheitlicher Überprüfungen. Dann kommt es darauf an, ob Du noch mindestens 3 oder 6 Stunden arbeiten kannst oder noch eine Reha gemacht werden kann.
Es geht nicht so leicht, wie es z. B. bei der Telekom geht - aber wenn Du tatsächlich die Pflichtbeitragszeiten erfüllt hast und dies anderen Voraussetzungen nach § 14a erfüllt sind, bekommst Du die Erhöhung nach § 14a BeamtVG.

Das setzt aber voraus, dass Du einen Antrag stellen musst - dann bei der BAnst PT - die im Falle eines Vorruhestandes für dich zuständig ist. Den Antrag dann unverzüglich bzw. spätestens drei Monate nach Eintritt des Ruhestandes bei der BAnst PT als neuen Dienstherr stellen.

hosenfred
Beiträge: 5
Registriert: 10.07.2018 10:45
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von hosenfred » 18.07.2018 10:31

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.
Gruß
Frank

Torquemada
Beiträge: 2812
Registriert: 04.07.2012 13:08
Behörde: Ruheständler und Privatier

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Torquemada » 18.07.2018 10:49

VAP bitte nicht vergessen.

Cyber
Beiträge: 38
Registriert: 05.02.2014 19:08
Behörde:

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Cyber » 18.07.2018 11:03

@hosenfred
die oben getroffene Ausführung ist nicht richtig. Da du vor deiner Beamtenzeit Arbeiter warst und evtl. mit 49 in die DDU gehst erhältst du höchstwahrscheinlich nur die Mindestversorgung. Wenn die erdiente Versorgung unter der amtsunabhängigen (=tatsächliche) Mindestversorgung liegt, wird verrechnet. Rechtsgrundlage ist § 14 Abs. 5 Beamtenversorgungsgesetz.

Peter-H.
Beiträge: 19
Registriert: 14.07.2018 10:12
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Peter-H. » 18.07.2018 11:14

Cyber hat geschrieben:
18.07.2018 11:03
@hosenfred
die oben getroffene Ausführung ist nicht richtig. Da du vor deiner Beamtenzeit Arbeiter warst und evtl. mit 49 in die DDU gehst erhältst du höchstwahrscheinlich nur die Mindestversorgung. Wenn die erdiente Versorgung unter der amtsunabhängigen (=tatsächliche) Mindestversorgung liegt, wird verrechnet. Rechtsgrundlage ist § 14 Abs. 5 Beamtenversorgungsgesetz.
Wenn Hosenfreund unter der Mindestversorgung ist, trifft das zu.
Es ist aber rein spekulativ, ob es tatsächlich so ist - denn Cyber weiß ja noch nicht mal im Ansatz, wie lange er als Arbeiter in der damaligen Zeit (Laufbahn) im Einsatz war. Hosenfreund hat zwar geschrieben, dass er Arbeiter war - vielleicht war es aber die damalige Laufbahn im mittleren Dienst mit der 5-jährigen Angestelltenzeit. Dann kommst Du mit 49 Jahren in jedem Fall über die Mindestversorgung. Pauschal kannst du in diesem Fall mit ca. 55-60 % rechnen, unter der Annahme von normalen Zeiten. Meine Ausführungen sind daher nicht als unrichtig anzusehen, denn alle Punkte sind zutreffend und darauf abgestellt, dass eine Mindestversorgung überschritten ist.

@ Hosenfreund
Hast Du Dir schon mal deinen Ruhegehaltsatz ausrechnen lassen ?
Und schreib bitte einmal, wie lange Du Arbeiter/Angestellter war und wie lange Du jetzt schon Beamter bist.

hosenfred
Beiträge: 5
Registriert: 10.07.2018 10:45
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von hosenfred » 18.07.2018 11:37

Ich habe von 1986-1989 eineLehre als Fernmeldehandwerker abgeschlossen.
Danach bis 1994 Arbeiter. Ab 1994 Beamter.
Meines Wissens wird die Zeit bis 1994 voll angerechnet, also hätte ich dieses Jahr 32 Dienstjahre.
Ich habe meine Daten in den Pensionsrechner von Heydorn eingegeben, da würde ich auf 1950 Euro Brutto kommen, weiss aber nicht wie real das ist.

Peter-H.
Beiträge: 19
Registriert: 14.07.2018 10:12
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Peter-H. » 18.07.2018 12:05

hosenfred hat geschrieben:
18.07.2018 11:37
Ich habe von 1986-1989 eineLehre als Fernmeldehandwerker abgeschlossen.
Danach bis 1994 Arbeiter. Ab 1994 Beamter.
Meines Wissens wird die Zeit bis 1994 voll angerechnet, also hätte ich dieses Jahr 32 Dienstjahre.
Ich habe meine Daten in den Pensionsrechner von Heydorn eingegeben, da würde ich auf 1950 Euro Brutto kommen, weiss aber nicht wie real das ist.
Hallo Hosenfred,
vielen Dank für die Aufklärung !

Ich halte im Übrigen nicht viel von Spekulationen, aus diesem Grund habe ich Dir ohne "Wenn und Aber" die Rechtsgrundlage mit einer Erläuterung mitgeteilt. Wenn Andere meines es besser zu wissen, dann ist es halt so und Du musst für Dich entscheiden, welche Antwort plausibler klingt. Ich halte dementsprechend überhaupt nichts von spekulativen Hinweisen wie "evtl." oder "höchstwahrscheinlich" - vor allen Dingen wenn man im Ansatz noch nicht einmal weiß, wie lange Du Arbeiter oder Beamter warst und ob und wie solche Zeiten angerechnet werden.
Als Du im Jahre 1994 Beamter geworden bist, hast Du wahrscheinlich noch von der Deutschen Bundespost eine schriftliche Info über die "Festsetzung des Besoldungsdienstalters und Berechnung der Jubiläumsdienstzeit" mit handschriftlicher Berechnung des Besoldungsdienstalter (BAD) erhalten. Ja es gab noch Zeiten, da wurde das noch handschriftlich erstellt ;-))
In diesem Schreiben ist ersichtlich, wann das BDA beginnt. Wenn Du jetzt pauschal mal die Jahre überschlägst und mit dem Faktor 1,79375 (siehe § 14 BeamtVG) multiplizierst, dann hast Du deinen Ruhegehaltsatz - davon musst Du max. 10,8 % abziehen. Dann käme aber unter Umständen noch der Zuschlag nach § 14a BeamtVG wieder hinzu. Am Sichersten ist es aber, wenn Du einen Antrag auf Berechnung des Ruhegehaltsatzes stellst. Formlos bei deinem Dienstherrn bzw. bei HR per Mail.

Ich hoffe ich konnte Dir nochmals weiterhelfen

hosenfred
Beiträge: 5
Registriert: 10.07.2018 10:45
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von hosenfred » 18.07.2018 12:09

Ja konntest du.
Vielen Dank!!!

Cyber
Beiträge: 38
Registriert: 05.02.2014 19:08
Behörde:

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Cyber » 18.07.2018 12:22

an wen hast du jetzt eigentlich deine Ansprüche von 1986 -1994, an die Deutsche Rentenversicherung oder an die Beamtenpension? :roll:

Peter-H.
Beiträge: 19
Registriert: 14.07.2018 10:12
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Peter-H. » 18.07.2018 12:57

Cyber hat geschrieben:
18.07.2018 12:22
an wen hast du jetzt eigentlich deine Ansprüche von 1986 -1994, an die Deutsche Rentenversicherung oder an die Beamtenpension? :roll:
Die Ansprüche aus der RV sind aus der jährlichen Information der Rentenversicherung zu entnehmen - eigentlich sollte jeder RV-Pflichtige diese Information einmal jährlich erhalten. Dieses Jahr ist die RV aber bereits erheblich mit der Versendung im Rückstand. Die Ansprüche innerhalb der Beamtenpension erfährt hosenfred nach der Antwort der Anfrage auf Berechnung des Ruhegehaltsatzes !
Die würde ich hier aber nicht öffentlich mitteilen. Sondern nur mitteilen, ob Du über der Mindestversorgung bist - das ist meine persönliche Meinung.

@ hosenfred
Pauschal sind zu dem Ruhegehaltsatz der Pension keine verbindlichen Angaben möglich - Schätzungen oder Berechnungen aus Portalen ja, aber die sind mit Vorsicht zu genießen und ohne verbindlichen Charakter. Daher einfach auf die Antwort von deinem Dienstherrn abwarten. Wenn Du magst, kannst Du uns ja mal mitteilen, wie hoch dein Ruhegehaltsatz ist - hatte ich Dir ja auch schon per PN geschrieben.

Torquemada
Beiträge: 2812
Registriert: 04.07.2012 13:08
Behörde: Ruheständler und Privatier

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Torquemada » 18.07.2018 13:04

Peter-H. hat geschrieben:
18.07.2018 12:05
Wenn Du jetzt pauschal mal die Jahre überschlägst und mit dem Faktor 1,79375 (siehe § 14 BeamtVG) multiplizierst, dann hast Du deinen Ruhegehaltsatz - davon musst Du max. 10,8 % abziehen.
Letzteres ist falsch.

Peter-H.
Beiträge: 19
Registriert: 14.07.2018 10:12
Behörde: Telekom

Re: Versorgungsausgleich LVA bei DU

Beitrag von Peter-H. » 18.07.2018 13:58

Torquemada hat geschrieben:
18.07.2018 13:04
Peter-H. hat geschrieben:
18.07.2018 12:05
Wenn Du jetzt pauschal mal die Jahre überschlägst und mit dem Faktor 1,79375 (siehe § 14 BeamtVG) multiplizierst, dann hast Du deinen Ruhegehaltsatz - davon musst Du max. 10,8 % abziehen.
Letzteres ist falsch.
Es ist schon verwunderlich, dass mal wieder nur geschrieben wird, wenn was falsch ist. Man könnte das Gefühl haben, dass nur nach Fehlern gesucht wird. Wenn wirklich ein Fehler vorkommt, könnte man Erstens erwarten, dass auf den Fehler hingewiesen wird - zweitens ist es dann meiner Meinung nach total unangebracht, nicht nur auf diesen angeblichen Fehler hinzuweisen, sondern einfach diesen zu berichtigen. Drittens ist dieser Hinweis von Torquemada ebenfalls eine pauschale Aussage (wie bei Cyber) ohne Inhalt und ohne Erklärung und viertens hilft ein solch pauschaler Hinweis keinem weiter - insbesondere nicht dem Fragesteller hosenfred.

Für hosenfred will ich es mal richtig formulieren:
Von deinem "normalen" Grundgehalt als aktiver Beamte (Bundesbeamte - nicht Postnachfolgeunternehmen) inkl. FZ 1, erfolgt eine Kürzung von 0,99010 % nach § 5 Abs. 1 BeamtVG. Dann wird von diesem Ergebnis der errechnete bzw. erdiente Ruhegehaltsatz zu Grunde gelegt (Beispiel 55 %). Der Prozentsatz von 55 % nach dem Abzug von 0,99010 5 % ist dein gekürztes Ruhegehalt (Ruhegehaltsatz) vor der Abzug nach § 14 Abs. 3 BeamtVG.
Jetzt erfolgt die Kürzung nach § 14 Abs. 3 BeamtVG - mit 0,3 % pro Monat - aber max. 10,8 % insgesamt in deinen Falle der Dienstunfähigkeit. Anschließend ergibt sich nach dieser Kürzung dein Ruhegehalt.
Von diesem Ruhegehalt wird bei Beamten ein Betrag nach § 50f BeamtVG für Pflegeleistungen abgezogen (da hat sich mal wieder einer was ausgedacht um mit den gesetzlich Versicherten eine Gleichstellung zu erreichen).
Falls Du Kinder haben solltest, wird der Anteil des jeweiligen FZ wieder hinzugerechnet (der Form halber darf erwähnt werden, dass FZ 1 in diesem Fall schon auf das Grundgehalt zugerechnet wurde - siehe oben). Abschließend wird ggf. noch ein Vorsorgungsausgleich abgezogen (hosenfrend hatte davon was in seiner Eingangsfrage geschrieben) - davon wird die LSt. abgezogen. In deinem Fall sollte keine KSt anfallen.


@ hosenfred
Kannst Dich bei Fragen wie gehabt per PN an mich wenden - gerne auch per Mail.

Werbung