Angestellter oder Beamter

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Beamter2310
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Angestellter oder Beamter

Beitrag von Beamter2310 » 11. Jun 2018, 13:34

Hallo, wenn Ihr nochmal die Möglichkeit hätte am Anfang eurer Karriere in das Angestelltenverhältnis mittlerer Dienst zu gehen oder Beamter zu bleiben, wie würdet ihr euch entscheiden? Ich habe schon von vielen gehört, dass Beamte einfach nicht befördert werden und das über Jahre hinweg. Auch soll es mit dem Aufstiegslehrgang Probleme geben, weil die Zeiten natürlich nicht so schnell erfüllt sind.

Pro Beamter= sicherer Arbeitsplatz, ggf. PKV, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Familienzuschlag, Pension
Pro Angestellter= sofort die Bezahlung für die angegebene Stelle, sofortige Tariferhöhungen, mehr Weihnachtsgeld, VBL, 39 Stunden Woche

Was sind für euch die wichtigsten Punkte oder was habe ich vergessen?

Torquemada
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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Torquemada » 11. Jun 2018, 13:53

Beamter2310 hat geschrieben:
11. Jun 2018, 13:34

Pro Beamter= sicherer Arbeitsplatz, ggf. PKV, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall,
Die hat ein Beamter nicht, sondern der Angestellte.

Jeder Fall ist persönlich und individuell.

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Ruheständler
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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Ruheständler » 11. Jun 2018, 15:54

so wie Torquemada geantwortet hat ist es leider,pauschale Gegenüberstellungen vom Angestelltenverhältnis zum Beamtenstatus , so wie angebliche finanzielle Vor / bzw.Nachteile einfach Gegenüberzustellen wäre ein fataler Fehler ohne sich im einzelnen und speziellen über den Dienstposten als Angestellter oder eben als Beamter in der jeweiligen Dienststelle ,in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Dienstherrn zu informieren u.s.w... eine lange Liste die man eigentlich bei der Berufswahl soweit es eben geht vorher berücksichtigen sollte.
Von entscheidender Bedeutung ist es m.E. aber auch, geht es nur um einen selber oder sollte es auch für eine Familie sein.
Die ,,Quadratur des Kreises ,,also aber leider muss man eben allein ( bzw.Familie) die Entscheidung treffen.
Mein beruflicher Werdegang steht auch unten in meiner Signatur und ich kann sagen ich würde es wieder so machen...
Gruß vom Ruheständler
meine Eltern sagten damals immer wieder ,Junge mach aus Deinem Leben was anständiges,Ergebniss:Feinmechaniker, Soldat,Arbeiter,Angestellter,Beamter,Pensionär,was soll ich noch vollbringen ?...

Beamter2310
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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Beamter2310 » 11. Jun 2018, 16:49

Also für mich war am Anfang der Ausbildung immer klar ich möchte Beamter werden. Dabei habe ich grundsätzlich nur an später gedacht. Ich habe mir allerdings nie Gedanken darüber gemacht in wie weiter Ferne dieses später noch liegt.
Und man kennt es ja selber, erst wenn man wirklich dabei ist merkt man die Vorzüge bzw. die Nachteile. Ich habe jetzt nach einem Jahr als Beamter die Möglichkeit bei meiner neuen Stelle als Angestellter oder Beamter anzufangen und ich finde dann kommt man schon ins Grübeln was denn nun besser für mich ist.

Ich will eigentlich nicht viel ich komme bei beiden Varianten über die Runden. Nur man möchte natürlich, wenn einem schon die Möglichkeit gegeben wird das möglicherweise bessere für einen nehmen.

Zum Thema Familienplanung, meine Lebensgefährtin und ich planen später zwei Kinder zu haben, also so zumindest ist die Planung.

Ich weiß natürlich auch, dass es da kein generelles richtig oder falsch gibt. Ich habe in meiner Familie mehrere Leute aus dem öD, allerdings können die einem bei der Entscheidung auch nicht so recht helfen, weil die Lebenssituationen eine ganz andere ist. Zudem handelt es sich bei allen um Quereinstiger, die erst mit 40 im öD angefangen habe.


Bei mir war es ähnlich, Ausbildung im Handwerk, Arbeitsunfall, Industrie, Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, Beamter auf Probe seit einem Jahr.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Baumschubser » 11. Jun 2018, 18:52

Ich fahre als Beamter hier bei uns eindeutig besser. Bin mittlerweile (nach 18 Jahren) nach A8 befördert worden, als Angestellter würde ich bestenfalls E6 haben. Arbeitszeit ist gleich, Weihnachtsgeld ist bei uns beim Beamten im Monatslohn mit drin. Ich verdiene jedenfalls einiges mehr als der Angestellte und ich kann 5 Jahre eher in Pension gehen.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Beamter2310 » 11. Jun 2018, 21:20

Da deine Kollegen E6 haben gehe ich davon aus, dass deine Stelle keine Planstelle ist? Trotzdem wurdest du befördert?

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Baumschubser » 12. Jun 2018, 19:34

Ja in einer jVA kannst du theoretisch als ganz normaler Mitarbeiter bis A9Z kommen. Dazwischen gibt es alle Extreme. Das eine ist, im Eingangsamt A7 pensioniert zu werden (kommt leider immer noch vor), der Regelfall ist die A8. Wenn du nicht allzu spät nach A8 gekommen bist (ich war 46), dann ist eine A9 durchaus realistisch, ich peile das bei der nächsten Regelbeurteilung an, spätestens bei der übernächsten. Da wäre ich dann 52. Die A9Z bekommst du nur, wenn du irgendeinen Führungsposten hast.

Bei uns gibts keine Stellenbewertung im mittleren Dienst, demzufolge ist weder eine Stelle mit einer bestimmten Besoldungsstufe verbunden, noch umgekehrt. Es dümpeln hier also auch etliche ehemalige Führungskräfte mit A9Z auf einfachen Posten rum, nachdem man sie abgesägt hatte oder sie pünktlich nach der Beförderung ständig Kopfweh bekamen. Andererseits steckten einige auf ner Führungsposition auch ne Weile in A7 fest, ehe nach oben ging.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von AndyO » 13. Jun 2018, 06:32

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit 7 Sternen, wie sie der Beamte nach 5 Jahren inbegriffen hat, kostet den Angestellten >100 Euro Netto im Monat.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Baumschubser » 13. Jun 2018, 17:28

Dafür behält der Angestellte alle seine Rentenansprüche, wenn er selbst kündigt und sogar dann, wenn man ihn rausschmeißt bei Vorkommnissen.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von dibedupp » 13. Jun 2018, 18:04

Baumschubser hat geschrieben:
13. Jun 2018, 17:28
Dafür behält der Angestellte alle seine Rentenansprüche, wenn er selbst kündigt und sogar dann, wenn man ihn rausschmeißt bei Vorkommnissen.
Naja und der Beamte wird in der Rentenversicherung nachversichert oder kann Altersgeld wählen, wenn er selbst um Entlassung aus dem Dienst bittet.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Baumschubser » 13. Jun 2018, 18:18

Das ist dann aber deutlich weniger Geld, als eine reguläre Rentenversicherung. Ich wollts auch nur der Vollständigkeit halber erwähnt haben.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von AndyO » 14. Jun 2018, 06:21

Baumschubser hat geschrieben:
13. Jun 2018, 18:18
Das ist dann aber deutlich weniger Geld, als eine reguläre Rentenversicherung. Ich wollts auch nur der Vollständigkeit halber erwähnt haben.
Mehr wie 5 Euro Rentendifferenz pro Versicherungsjahr kann das nicht ausmachen. Daher marginal.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Baumschubser » 14. Jun 2018, 16:39

Wenn ich das mit der Nachversicherung richtig verstanden habe, wird da einfach nach Bruttogehalt nachversichert. Wenn man wie bei uns jetzt A8 und E6 nimmt, kommt beim Beamten immer noch mehr bei rum. Bei miteinander vergleichbaren Lohnstufen ist das Brutto des Angestellten natürlich deutlich höher.

Ich würde dennoch immer wieder die Beamtenlaufbahn wählen, mir ist die langfristige Absicherung wichtiger als alles andere.

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von AndyO » 15. Jun 2018, 07:22

Baumschubser hat geschrieben:
14. Jun 2018, 16:39
Wenn ich das mit der Nachversicherung richtig verstanden habe, wird da einfach nach Bruttogehalt nachversichert. Wenn man wie bei uns jetzt A8 und E6 nimmt, kommt beim Beamten immer noch mehr bei rum. Bei miteinander vergleichbaren Lohnstufen ist das Brutto des Angestellten natürlich deutlich höher.
Und was macht die Differenz, sagen wir mal 200 Euro Brutto, über ein paar Jahre an Rente aus? +5 Euro? Davon kann man sich wenig kaufen...

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Re: Angestellter oder Beamter

Beitrag von Gertrud1927 » 15. Jun 2018, 09:51

Hallo. Als Beamter bringen Dir 3200 Brutto in einem Dienstjahr etwa 57 € Pension im Monat.
Das gleiche Bruttogehalt als Angastellter ein Jahr lang bringt etwa gut einen Punkt in der Rentenversicherung. Das sind etwa 32 € im Monat.
Da ist schon ein grosser Unterschied ob ich im Alter Pensionär oder durch Nachversicherung Rentner geworden bin.

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