Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

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HarryLime56
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von HarryLime56 » 02.04.2018 17:41

Hallo Metro,

danke für die aufmunternden Worte. Meine unmaßgebliche Meinung dazu: Der neue Amtsarzt (Leitender Medizinaldirektor, vermutlich Leiter des hiesigen Gesundheitsamtes) hat wohl Anweisung von höherer Stelle bekommen so zu handeln.

Gruß Harry

dibedupp
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von dibedupp » 02.04.2018 17:46

Hallo Harry,
ich sehe es wie Metro. Dadurch, dass das letzte Gutachten nur nach Aktenlage (und dann noch nach falscher) erstellt wurde, gibt dir vor Gericht gute Chancen, zumindest auf erneute, persönliche Begutachtung.
Wenn du aber das jetzige Verfahren beendest und im Sommer einen neuen Antrag stellen würdest, ginge das ganze Spiel von neuem los. Das wäre reine Zeitverschwendung.

Metro
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von Metro » 02.04.2018 18:01

dibedupp hat geschrieben:
02.04.2018 17:46
Das wäre reine Zeitverschwendung.
Wenn/falls die Dienstfähigkeit bereits 2016 amtsärztlich festgestellt wurde und der Dienstherr das Verfahren seitdem verschleppt - hätte Harry dann nicht auch rückwirkend einen Anspruch auf Besoldung - oder auf Schadensersatz wg. entgangener Besoldung? Würde mich interessieren, wie der Anwalt diese Dinge bewertet.

Wenn ein Amtsarzt seine Begutachtung nicht nach fachlichen Maßstäben ausrichtet, sondern an einer "Order", die er bekommt, dann ist er als Amtsarzt ungeeignet - und ich gehe davon aus, dass ein Gericht das im von dir beschriebenen Fall erkennen und genau so bewerten würde. Aber auch das kann sicher ein Anwalt am besten beurteilen, dem alle Fakten bekannt sind.

Torquemada
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von Torquemada » 06.04.2018 21:01

Backoffice-Leiterin hat geschrieben:
06.04.2018 17:41

Ich werde jetzt die Auswahl des Amtsarzt wohl ablehnen und den Dienstherren über die mögliche Abweisung des Amtsarztes hinweisen. Mal abwarten ob und wie er darauf reagiert und wie der Amtsarzt reagiert, wenn er erfährt, dass ich ihn für weitere Untersuchungen ablehne. Das könnte auch zu ein "Eigentor" werden.

Ist diese Vorgehensweise machbar oder wie würdet Ihr Euch verhalten ?
In welchem Bundesland lebst du?

Torquemada
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von Torquemada » 07.04.2018 18:39

Backoffice-Leiterin hat geschrieben:
07.04.2018 10:52
Guten Morgen Torquemeda,
um Rückschlüsse auf meine Person zu vermeiden, möchte ich nicht so gerne Details zu Dienststelle, Ort oder andere Personen machen.
Ging mir nur um das Bundesland wegen der Amtsärztestruktur. Dienststelle, Ort sind doch egal.

teddfue
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von teddfue » 11.04.2018 17:17

Ich habe im Jahre 2013 eine erfolgreiche Reaktivierung geschafft und bin dann im Jahre 2016 zum 2. mal aus Altersgründen pensioniert worden.
Die erste Pensionierung fand damals im Jahre 2000 wegen Dienstunfähigkeit wegen psychischer Probleme statt.

Um wieder eingestellt zu werden, stellte ich im Alter von 62 Jahren selbst einen Antrag auf Reaktivierung nach §46 BBG. Es ist wichtig den Antrag selbst zu stellen und auf die Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes 2C 68.08 vom 25.06.2009 und 2C 74.08 vom 25.06.2009 zu verweisen. Eine Ablehnung steht nach diesen Urteilen nicht mehr im Ermessen des Dienstherren . Allerdings ist das Höchstalter für eine Reaktivierung vom 63.Lj. per Gesetz im Jahre 2014 auf das 62. Lj. gesenkt worden, d.h. die Antragsstellung muss bis zur Vollendung des 62.Lj. erfolgt sein.

Die Amtsärztin beauftragte auch einen Gutachter. Mit dem positiv ausgefallenen Gutachten und weiteren fachärztlichen Auskünften hatte die Telekom keine Möglichkeit mein Ersuchen zu missachten. Allerdings ist bekannt, dass man erst noch einmal der Forderung über einen Rechtsanwalt Nachdruck verleihen muss. Es folgten nach grundsätzlicher Zusage noch einige taktische Verzögerungen durch die Telekom. Für diese habe ich dann eine Entschädigung durchsetzen können, dies jetzt Alles nur noch über den Anwalt. Es ist aber nicht zum Prozess gekommen. Die Telekom ist vorher eingeknickt.

Vielleicht hilft Dir das etwas weiter und viel Erfolg.

Torquemada
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von Torquemada » 11.04.2018 19:42

Danke für diese wichtigen Informationen. Dass die Telekom alles versucht, um eine Reaktivierung zu verzögern, ist klar. Passt auch nicht zum Bild des Konzerns, wenn Leute mit 62 Jahren eingelernt werden müssen...:-)))

AndyO
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von AndyO » 12.04.2018 07:33

teddfue hat geschrieben:
11.04.2018 17:17
Ich habe im Jahre 2013 eine erfolgreiche Reaktivierung geschafft und bin dann im Jahre 2016 zum 2. mal aus Altersgründen pensioniert worden.
Die erste Pensionierung fand damals im Jahre 2000 wegen Dienstunfähigkeit wegen psychischer Probleme statt.

Um wieder eingestellt zu werden, stellte ich im Alter von 62 Jahren selbst einen Antrag auf Reaktivierung nach §46 BBG. Es ist wichtig den Antrag selbst zu stellen und auf die Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes 2C 68.08 vom 25.06.2009 und 2C 74.08 vom 25.06.2009 zu verweisen. Eine Ablehnung steht nach diesen Urteilen nicht mehr im Ermessen des Dienstherren . Allerdings ist das Höchstalter für eine Reaktivierung vom 63.Lj. per Gesetz im Jahre 2014 auf das 62. Lj. gesenkt worden, d.h. die Antragsstellung muss bis zur Vollendung des 62.Lj. erfolgt sein.
Also du bist mit 48 das erste Mal pensioniert worden. Du erhieltst Pensionszuschläge von 2/3 bis zum 60 Lebensjahr (+14,3%) im Gegenzug einen Abschlag von 10,8% wegen vorzeitigem Pensionseintritt. ~5% konntest du noch zum Ausgleich zulegen, Pensionsabschläge bleiben dennoch. Vermutlich hast du einen GdB von >=50%. Aber wie rechnet sich das nun mit deiner Pension?

Torquemada
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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von Torquemada » 12.04.2018 08:45

AndyO hat geschrieben:
12.04.2018 07:33

Also du bist mit 48 das erste Mal pensioniert worden. Du erhieltst Pensionszuschläge von 2/3 bis zum 60 Lebensjahr (+14,3%) im Gegenzug einen Abschlag von 10,8% wegen vorzeitigem Pensionseintritt. ~5% konntest du noch zum Ausgleich zulegen, Pensionsabschläge bleiben dennoch. Vermutlich hast du einen GdB von >=50%. Aber wie rechnet sich das nun mit deiner Pension?
Er bekam keine "Pensionszuschläge". Die Zeit bis zum 60. Lebensjahr wurde zu 2/3 als Zurechnungszeit bei der Ermittung des Prozentwertes anerkannt.
Der Abschlag von 10,8 Prozent ging dann von dem Pensionbetrag in Geld weg.

Bei der endgültigen Zurruhesetzung erfolgte dann eine komplett neue Pensionsberechnung ohne die fehlenden 12 Jahre.

Er erhält aber mindestens immer die günstigere Versorgung.

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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von GFunkt » 12.04.2018 11:40

Von den bereits geschriebenen Meinungen / Ratschlägen, wie der Fragesteller weiter vorgehen könnte, mal ein anderer Gedanke, weil ich mir die Frage stelle, warum man sich eigentlich darauf fixiert, unbedingt wieder beim früheren Dienstherrn reaktiviert zu werden, der das aber anscheinend nicht will.
Mit jetzt 61 ist die gesetzliche Altersgrenze sowieso schon in Sichtweite. Muss ich bis dahin wirklich meine Zeit mit womöglich viel Ärger und vielleicht noch mehr Geld investieren, ohne zu wissen, wie das Ganze am Ende ausgeht, d.h. ob ich wirklich reaktiviert werde? Da würde ich persönlich lieber versuchen, irgendwo anders eine Beschäftigung außerhalb des ö.D. zu finden. Zugegeben, ist in dem Alter nicht einfach bis unmöglich.

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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von connigra » 12.05.2018 21:24

Hallo,

ich glaube nicht, dass es eine gute Idee wäre woanders Arbeit zu finden - wie ein Vorschreiber meint. Beamtentätigkeit woanders scheidet aus - logo. Also im Angestelltenverhältnis ? Verdient er zuviel, wird es auf die Pension angerechnet, spätere Rentenzahlungen ev ebenfalls. Sein Ziel ist doch später mehr Pension zu bekommen.

Eine ehemalige Kollegin wurde auch zwangspensioniert - und hat dagegen geklagt. Ihr wurde Recht gegeben und der Dienstherr (Telekom) musste nachzahlen.

Gutachter und deren Arbeit..... Ich könnte Bücher schreiben, bin im Laufe der Jahre gegen einige Gutachten vorgegangen und jedesmal bekam ich Recht. Die sind zum Teil sowas von schlampig, lesen nicht, Hauptsache das Honorar passt. Mich würde also nicht wundern, wenn auch hier der Gutachter schnell die alten Atteste herangezogen hätte. Die rechnen doch nie damit, dass jemand dagegen angeht.
Viel Erfolg....

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Re: Reaktivierung nach 10 Jahren Pensionierung

Beitrag von blink182 » 14.05.2018 08:34

Metro hat geschrieben:
02.04.2018 00:50
Ich habe hier bisher zwei Beiträge geschrieben. Der Erste befasst sich ausschließlich mit dem Mitglied "Telekommiker" und enthält keinerlei Ratschläge in der Sache. Der Zweite enthielt nichts weiter als den Hinweis an dich, dass Harry nicht bei der Telekom ist, sowie die nun von dir aufgegriffene Bemerkung, dass ich nicht zweifelsfrei aus Harrys Text herauslesen kann, ob er nicht bereits von sich aus einen Reaktivierungsantrag gestellt hat. Sonst enthielt dieser Beitrag nichts, schon gar nicht irgendwelche Ratschläge oder Hinweise an Harry, was er tun oder lassen sollte. Ich erwarte eine Klarstellung dieser Tatsache in deinem nächsten Beitrag. Sollte diese Klarstellung ausbleiben, werde ich den Admin bitten, deinen Account wegen Verleumdung zu sperren.
Hier selber Mutmaßungen über andere User verbreiten und anschließend wegen angeblicher Verleumdung nach dem Admin schreien, das kann echt nicht dein Ernst sein.

Meine kleinen,
wir sind hier nicht im Kindergarten !
Es wäre schön wenn ihr euch etwas mäßigt !
Danke
MOD
Gruß
blink182

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