Reha

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123sizilien
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Reha

Beitrag von 123sizilien » 31.08.2017 15:03

Hallo ,
ich bin Beamtin beim Land Schleswig-Hostein und mein Doc rät mir zu einer REHA. Keine Anschlussheibehandlung nach Op, sondern ein Sanatoriumsaufenthalt oder so. Ich bekomme 50% Beihilfe und habe einen Beihilfeergänzungsvertrag beim Deutschen Ring. Die Kosten sind nur schwer kalkulierbar. Hat jemand Erfahrungswerte oder Tipps zu diesem Thema. Gibt es bestimmte Kliniken die empfehlenswert sind.
Danke für Info

librarian31
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Re: Reha

Beitrag von librarian31 » 01.09.2017 09:41

Für die Reha ist § 10 der Landesbeihilfenverordnung SH (BhVO)relevant.

Dort heißt es unter anderem: "[...] für Unterkunft, Verpflegung und Pflege für höchstens drei Wochen, es sei denn, eine Verlängerung ist aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich; die Aufwendungen sind beihilfefähig bis zur Höhe des niedrigsten Satzes der Einrichtung;" Der niedrigste Satz dürfte im Regelfall der Satz sein zu dem auch die Sozialversicherungsträger abrechnen. Wichtig ist hier, dass kein erhöhter "Privatsatz" akzeptiert wird, dieser wird von der Beihilfe nicht übernommen.

Ärztliche Leistungen, verordnete Heilmittel usw. werden nach den üblichen Sätzen erstattet und kommen für die Einrichtung noch "on Top". Diesbezüglich bist du also "normaler Privatpatient".

Eine übliche Rehaheinrichtigung die auch Patienten der gesetztlichen Renten-, Kranken- oder Unfallversicherung behandelt sollte daher kein Problem bei der Abrechnung darstellen.

Für dich ganz entscheidend ist allerdings folgende Regelung:

[...] Die Aufwendungen nach Absatz 1 Nummer 2 bis 6 sind nur dann beihilfefähig, wenn

1. nach amts- oder vertrauensärztlichem Gutachten die Behandlung in der Rehabilitationseinrichtung notwendig ist und nicht durch eine andere Behandlung mit gleicher Erfolgsaussicht ersetzt werden kann,

2. die Festsetzungsstelle die Beihilfefähigkeit vorher anerkannt hat; diese Anerkennung gilt nur, wenn die Behandlung innerhalb von vier Monaten seit Bekanntgabe des Bescheides begonnen wird.[...]

Der nächste Schritt ist für dich jetzt also, die Beihilfestelle zu kontaktieren und dann mit entsprechenden Unterlagen deines behandelnden Arztes zum zuvor zu vereinbarenden Termin beim Amtsarzt zu gehen. Bei Kur und Reha läuft bei Beamten normalerweise ohne Amtsarzt nichts. Bei schlüssigen Diagnosen wird der aber sicher keine Steine in den Weg legen.

123sizilien
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Re: Reha

Beitrag von 123sizilien » 18.09.2017 11:44

Danke für die Info. Inzwischen habe ich einiges in die Wege geleitet.Mal schauen. Ich frage mich wie hoch ca. mein Eigenanteil sein wird. Gibt es da Erfahrungswerte.

connigra
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Re: Reha

Beitrag von connigra » 20.09.2017 11:20

hallo zusammen,
meine LWS wurde am 03.07.2017 verschraubt. Wenn der ganze Sums irgendwann mal eingewachsen ist und ich das Korsett ablegen darf - soll ich laut Operateur eine Reha machen. Irgendwann November/Dezember so ist der Plan. Früher - aber das ist schon 15-20 Jahre her- haben mich die Rehas nicht überzeugt und ich bin mit ambulanter Physiotherapie besser gefahren.
Meine Familie drängt mich nach dieser großen Operation zu einer stationären Reha. Kann hier jemand aus eigener Erfahrung eine Einrichtung empfehlen. Krankheitsbild aktuell nach Versteifung LWs und diverse weitere Eingriffe LWS.
l.g. connigra

123sizilien
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Re: Reha

Beitrag von 123sizilien » 09.10.2017 15:43

So, ich bin einige Schritte weiter. Amtsärztliches Gutachten liegt der Beihilfestelle vor. Gibt es noch etwas was ich bei der Rechnungsstellung für die private KV beachten muss? Die zahlen ja so eigentlich keine ReHa.

tommek
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Re: Reha

Beitrag von tommek » 15.05.2018 11:19

Ja, leider kann ich auch nicht weiterhelfen, denn hier müsstest Du die Versicherungsbedingungen genau studieren und am Besten nachfragen bei der Versicherung.

Letztendlich wirst Du vermutlich einiges draufzahlen müssen. Anders als Bahn oder Postbeamte, die das "Glück" der besonderen Gestaltung von Beihilfe und PKV in einer eigenen Versicherung haben, hierbei allerdings wohl nur in die vorgeschriebenen Häuser können oder eben GKV PAtienten, die mit etwas Kenntnis aber das richtige Haus finden und 10 Euro am Tag dazuzahlen, sind Beamte auf Gedeih und Verderb den Versicherungsbedingungen der PKV ausgeliefert. Leider denkt man in jungen Jahren nicht daran.

DIe Kliniken selber erleichtern einem Beamten allerdings die Suche nach bezahlbarer REHA leider nicht, denn auf Internetseiten finden man so gut wie nie die notwendigen Angaben. Es gilt als aufwändig nachzufragen, denn je nach Bundesland und Versicherung muss man detallierte Auskünfte einholen und oftmals sind die Kliniken einfach überfordert..

Das Schlimme ist dann aber auch, dass oftmals Pauschalen angeboten werden, die dann zu Kürzungen bei der Beihilfe führen zum. in NRW und wenn die PKV dann bei so ner Pauschale auch nur 20 Euro zahlt, bleibt man sehr schnell auf Tageskosten von über 50 Euro sitzen.. Wohlgemerkt für die gleichen Leistungen wie ein GKV Versicherter.

Der Hammer war eine Klinik, die einen Tagessatz von 120 Euro für die unterbringung mit Vollpension haben wollte, dann eine Liste mit erhöhten Preisen für Therapien ins Netz stellte und lang und breit erklärte, dass die Beihilfesätze ja ach so niedrig seien und der Beamte dann eben aufzahlen müsse.

Gleichzeitig teilten Sie einen Betrag von 98,80 Euro als Vereinbarung mit einem Sozialversicherungsträger mit.. Also Tagessatz für GKV Versicherte mit U/VP UND allen Therapien und Arztbehandlungen.. Da ist allein die Unterkunft für Beamte um 21 Euro höher..


Als Beamter eine REHA oder Kur zu machen bedeutet starke Nerven und viel Recherche.. Leider.. denn wer so ne REHA macht, dem gehts meist nicht so gut. Es sollte mal eine Studie geben, über die Polotik der Kliniken in Sachen Kostentransparenz und Information für Selbstzahler und Beihilfeberechtigte.. HIer sollten sich die meisten Kliniken einfach nur schämen..

Ich selber suche für 2019 schon etwas. Von 10 Kliniken hatte nur eine eine verwertbare Info im Netz. Die anderen mussten angeschrieben werden, mit zum Teil hanebüchenen Rückmeldungen. Ich denke, die Suche wird noch etwas dauern..

Daher ganz viel Erfolg und Glück, eine bezahlbare Einrichtung zu finden.

Frau x
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Re: Reha

Beitrag von Frau x » 02.08.2018 21:14

Erkundige Dich nach „pauschal-Abrechnung“. Ich hatte eine nette SBin bei der Beihilfe, die mir immer dazu geraten hat, weil günstiger für mich. Ist aber auch lange her und nicht SH.

freshair
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Re: Reha

Beitrag von freshair » 03.08.2018 07:15

Im Gegensatz zu "normal" Krankenversicherten, bei denen die Kosten einer Reha komplett übernommen werden, muss man als Beamter in der Regel einen nicht unerheblichen Betrag von den Gesamtkosten selbst tragen (da die priv. Kassen sich nur minimal beteiligen)

Günstiger wird bei einer ambulanten Bäderkur, wo man z.B. eine Ferienwohnung anmietet (hier gibt es z.B. in NRW von der Beihilfe einen Zuschuss von 60€/Tag und man kümmert sich in Absprache mit dem Bäderarzt selbst um sein Physiotermine, die dann ganz normal über KV/Beihilfe abgerechnet werden.

Wenn es absolut nicht anders geht, ok. Im Normalfall würde ich aber jedem Beamten raten, die Finger von der Reha zu lassen...
Gruß aus Bochum

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tiefenseer
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Re: Reha

Beitrag von tiefenseer » 05.08.2018 11:04

freshair hat geschrieben:
03.08.2018 07:15
Im Gegensatz zu "normal" Krankenversicherten, bei denen die Kosten einer Reha komplett übernommen werden, muss man als Beamter in der Regel einen nicht unerheblichen Betrag von den Gesamtkosten selbst tragen (da die priv. Kassen sich nur minimal beteiligen)

Günstiger wird bei einer ambulanten Bäderkur, wo man z.B. eine Ferienwohnung anmietet (hier gibt es z.B. in NRW von der Beihilfe einen Zuschuss von 60€/Tag und man kümmert sich in Absprache mit dem Bäderarzt selbst um sein Physiotermine, die dann ganz normal über KV/Beihilfe abgerechnet werden.

Wenn es absolut nicht anders geht, ok. Im Normalfall würde ich aber jedem Beamten raten, die Finger von der Reha zu lassen...
Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
Mit meine Ärztin haben ich auch erst die Möglichkeit einer seperaten Unterkunft und der eigenen Organisation des "Kur/Reha"-Aufenthaltes besprochen. Dann bin ich letztlich in die Klinik gefahren und habe mir Alternativen angehört. In deren Ergebnis wurde ich wegen akuter gesundheitlicher Probleme stationär aufgenommen.
Aus meiner Sicht die beste Variante. In Gesprächen mit Reha-Patienten mußte ich zu meiner Überraschung feststellen, dass ich mehr Therapieangebote bekam, als der Reha-Pat.
Ärgere Dich nicht über Deine Fehler und Schwächen, ohne sie bist Du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr.

freshair
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Re: Reha

Beitrag von freshair » 06.08.2018 07:59

...wer "Betreuung" braucht, dem ist wohl mit einem Klinikaufenthalt in der Reha besser geholfen...
Gruß aus Bochum

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Re: Reha

Beitrag von freshair » 06.08.2018 09:31

...Unterbringung und Vollverpflegung kosten in der Reha-Klinik mal eben ca. 150 €/Tag, die erstmal aus der eigenen Tasche zu zahlen sind...bei 50% Beilhilfe bleiben da schon mal 75 € am Tag, die man selbst zahlt..die PVK zahlt im Normallfall nichts zu diesen Kosten (bei Ergänzungstarifen manchmal 20 €/Tag)...

...also 1000 - 1600 € Eigenanteil sind da locker drin...
Gruß aus Bochum

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Re: Reha

Beitrag von freshair » 06.08.2018 12:59

...die private Krankenkasse hat die stat. Reha gar nicht in ihrem Portfolio...sie zahlt von deinen 135€ (da ist keine Behandlung drin) gar nichts, wenn du das nicht speziell (teuer) versichert hast..die Behandlungen zahlt sie natürlich anteilmässig...

...ich denke mir das nicht aus, sondern ich hatte - weil ich eine solche Reha eigentlich vorhatte - vorher Rücksprache mit meiner pivaten Krankenkasse (Debeka) gehalten...die Debeka hätte in meinem Fall 20 € pro Tag übernommen und 50% von den Behandlungen...

...da machen die natürlich keine Werbung mit...bei der Stat. Reha fährt der Privatpatient ausnahmsweise mal schlechter als der Kassenpatient...
Gruß aus Bochum

freshair
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Re: Reha

Beitrag von freshair » 06.08.2018 13:09

entnommen aus : https://www.krankenversicherung-verglei ... /reha-kur/


Zwei Modelle innerhalb der PKV sind für Rehabilitationen und Kuren gängig:

Zuschuss zu den Aufenthaltskosten: Nicht immer tragen die anderen Leistungsgeber die Gesamtkosten, sondern zahlen nur vorher definierte Maximalbeträge. Die PKV schließt die Lücke durch eigene Zuzahlungen

Tagegeld: Insbesondere Selbstständige entscheiden sich häufig für einen Tarif mit dieser Leistung. Für sie ist schließlich eine Kur (oder eine lange Rehabilitation) wirtschaftlich existenziell bedrohend. Sie können immerhin in dieser Zeit nicht arbeiten und verdienen entsprechend nichts. Das Tagegeld dient als Einkommensersatz.

Wer entsprechende Leistungen bislang nicht in seinem Versicherungsvertrag hat, kann diese meist über Zusatzpolicen hinzubuchen. Dies gilt auch für Versicherte in den GKV, die beispielsweise Tagegeld als Einkommensersatz für lange Sanatoriumsaufenthalte benötigen.

Die meisten Privatversicherungen deckeln Zuzahlungen

Unendlich groß ist die Unterstützung der privaten Krankenversicherungen für Reha- und Kuraufenthalte allerdings nicht. Tatsächlich sind diese zumeist über Höchstbetrage gedeckelt. Kurkosten werden nur bis zu einer Summe X gezahlt. Jene ist häufig an den Betrag gekoppelt, den der eigentliche Leistungsgeber bezahlt. Das Tagegeld ist nicht selten befristet oder besitzt ebenfalls einen Höchstbetrag.

Der Versicherte darf sich dann entscheiden, welche Satzhöhe er in Anspruch nehmen möchte. Ist eine Reha oder eine Kur absehbar, ist es deshalb unbedingt sinnvoll, im voraus mit der PKV zu sprechen, so sich diese an den Kosten überhaupt beteiligt, um das Modell für die bestmögliche Unterstützung seitens der Versicherung zu finden.
Gruß aus Bochum

freshair
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Re: Reha

Beitrag von freshair » 06.08.2018 13:11

...also auf jeden Fall vorher mit der PKV abklären, um "finanzielle Überraschungen" zu vermeiden...
Gruß aus Bochum

tommek
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Re: Reha

Beitrag von tommek » 07.08.2018 14:36

OliverNikel hat geschrieben:
06.08.2018 10:34
Hallo freshair,
Unterbringung, Vollverpflegung und Behandlung kosten ca. 135 € - ohne
zusätzliche "Sonderbehandlungen" in einer Rehaklinik. Die Beihilfe zahlt
den jeweiligen Anteil und wenn Du eine Verordnung vom Arzt hast, dann
den Antrag bei der KK stellst, zahlt die KK/PKV natürlich den restlichen
Teil. Der Eigenanteil ist in der Regel unter 100 €.
Ein Ergänzungstarif ist für diese zusätzlichen Kosten - analog dem Eigenanteil
der gesetzlichen Versicherten - sinnvoll, diese in der Regel günstige Tarif,
ist in meinen Augen sinnvoll.

Warum soll die PKV nichts zahlen, wenn die Fristen (alle vier Jahre) für
die Anerkennung eingehalten werden. Auch kannst Du in den allermeisten
Rehakliniken eine Sofortabrechnung mit KK/PKV und Beihilfe vereinbaren.
Einen Leistungskatalog wie bei der GKV mit festgelegtem Eigenanteil für die Versicherten gibt es bei der PKV einfach nicht. Die Kliniken sind zum Teil überhaupt nicht auf Beamte mit Beihilfe und PKV Versicherung eingestellt und rechnen oftmals pauschal ab, was je nach PKV zu immensen Zuzahlungen führen kann.

Die Bundesländer, der Bund, die Bahn, Post etc. haben total unterschiedliche Regelungen. In NRW ist es für Beamte des mittleren Dienstes fast nicht möglich, eine stationäre REHA zu finanzieren. Einige Kliniken bieten daher stationäre Maßnahmen wie multimodale Schmerztherapien an, die einer REHA sehr nahe kommen und wo nur die "normalen" Zuzahlungen für Doppelzimmer oder Chefarztbehandlung (sofern gewünscht) auf einen zukommen und da nur die Eigenanteile der NRW Beihilfe zu zahlen sind.

Ich habe einige Erfahrungen mit stationären und abulanten REHAS gemacht und weiß, dass es für einen Beamten, der aufs Geld schauen muss, echt schwer ist, eine finanzierbare REHA Einrichtung zu bekommen. Kaum eine der Kliniken hat entsprechende Informationen online, alle müssen angeschrieben werden und das feedback ist erschreckend.

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