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Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 18. Dez 2025, 19:44
von Antman
Ich leide seit meiner ersten Coronainfektion an Post Covid,insb. Fatigue. Ich bin Lehrkraft und mein Alltag sieht so aus, dass ich mich quasi jeden Nachmittag erst mal ins Bett legen muss vor Erschöpfung und das halbe Wochenende zur Regenaration benötige.
Mittlerweile bin ich in Teilzeit gegangen, damit ich das durchstehe. Krank melde ich mich so gut wie nie, da ich mich verantwortlich fühle für meine Schülerinnen und Schüler. Ärzte habe ich quasi alle durch. Keiner kann mir helfen. Zudem lässt sich Post Covid und Fatigue nicht objektiv nachweisen. Ein GdB-Antrag wurde mir mit 30 genehmigt. Mehr ist nicht möglich, da die Krankheit, wie gesagt, nicht objektiv bewertbar und ich mich auch so gut wie nie krank melde.
Mittlerweile denke ich mir, dass es ja nicht sein kann, dass ich auf Geld verzichte, weil ich Teilzeit arbeiten muss, nur damit ich meinen Job noch ausüben kann. Gleichzeitig habe ich, außer Arbeit, kaum noch ein anderes Leben, weil ich für sonstige Aktivitäten meistens zu erschöpft bin. Zudem kann das ja nicht die nächsten Jahre immer so weiter gehen.
Aus den genannten Gründen denke ich über die Möglichkeit einer Frühpensionierung nach, auch wenn ich dadurch auf finanzielle Mittel verzichten muss. Eine Teildienstfähigkeit als Lehrkraft ist absolut sinnfrei, weil sich die übrigen Dienstverpflichtungen wie Konferenzen, Klassenleitung etc. nicht teilen lassen. Ich befürchte aber, dass ich letztlich noch bestraft werde für meinen bisherigen Einsatz und der Amtsarzt dann zum Schluss kommt, dass ich ja gar nicht dienstunfähig eingestuft werde.
Ich bin für jeden Rat dankbar. Gibt es spezielle Ärzte und/ oder Anwälte (konkrete Adressen) die mir helfen können.
Ich weiß gar nicht, wie ich vorgehen soll.

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 18. Dez 2025, 20:51
von Rudolf1982
Ich habe einen Bekannten, der hat auch eine Form von Post covid. Der war über Monate krank geschrieben und in Reha, hat entsprechend Kuren gemacht und nach ca. 2 Jahren ging es ihm wieder besser und er war wieder dienstfähig. Hat natürlich Wiedereingliederung etc. gemacht. Ich kann aber ihre Form von Covid nicht beurteilen (ob heilbar oder nicht) aber vielleicht wären ein paar Monate Kur, Abstand und Reha gesundheitsfördernd. Aber ohne Diagnose und den Versuch die Krankheit zu besiegen, bei gleichzeitiger Erwebstätigkeit kann ich mir eine Dienstunfähigkeit kaum vorstellen. Was sagt denn Ihr Dienstherr dazu?

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 20. Dez 2025, 10:37
von Nasa
Mal abgesehen von einem Arzt der vorzugsweise eben auch etwas konkreter was mit dem Berufsstand anfangen kann, halte ich es aus eigener Erfahrung für sinnvoll, einen fähigen Rechtsbeistand mit ins Boot zu nehmen.

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 20. Dez 2025, 13:16
von Allium
Da du in Teilzeit gegangen bist, anstatt dich krankschreiben zu lassen, fällst du ja nicht als leistungsschwach auf, sondern du büßt nun trotz kaum zu bewältigender Arbeit/Alltag auch noch einiges an Besoldung ein...

Wärst du offiziell länger krank, würde sich die DDu Spirale irgendwann halt in Gang setzen, der Dienstherr schickt dich zum Amtsarzt, der empfiehlt dann ggf. eine erneute Reha und dann wieder ein BEM plus Wiedereingliederung.
Schaffst du das nicht oder bist zu krank, gehst du in DDU.

Ich bin zwar keine Lehrerin und habe kein Long Covid, bin aber mit 40 J. in DDU gegangen, Fatigue gehört auch zu meinem Krankheitsbild (Autoimmunerkrankung plus Depression).

Rate auch zu einem Anwalt, zumindest im Hintergrund beim DDU Verfahren sinnig.

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 20. Dez 2025, 15:09
von Antman
Danke für die ersten Rückmeldungen.
Also müsste ich erstmal mich längere Zeit krank schreiben lassen? Meint ihr mein Hausarzt macht das oder könnt ihr mir Ärzte empfehlen, die da großzügig sind?
Und zum Thema Anwalt? Welche Fachrichtung sollte der haben? Könnt ihr Namen empfehlen? Zahlt das üblicherweise die Rechtschutzversicherung bzw. geht das als Gewerkschaftsmitglied?
Ich bin dankbar für jeden Tipp.

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 21. Dez 2025, 10:25
von Allium
Naja du wirst länger krankgeschrieben wenn du eine entsprechende Diagnose vom Facharzt bekommst. Ich würde auch eher zu einem Internisten mit deinen Beschwerden gehen, der auch auf Long Covid und Fatigue spezialisiert ist. Viele mit Frühpensionierung haben ja auch psychische Probleme, da wäre es dann eben der Psychiater. Fatigue kann diverse Ursachen haben, auch Autoimmunerkrankungen lösen das aus. Anwälte für Beamtenrecht und Verwaltungsrecht sind die richtigen Ansprechpartner in deinen rechtlichen Fragen. Eine Erstberatung ist meist zwischen 150-200 Euro zu haben.

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 21. Dez 2025, 17:17
von Rorbert001
Es gibt unterschiedliche Wege, nur dein Weg ist auf Dauer nicht ganz der richtige. Du hast eine GDB von 30%. Ich an deiner Stelle würde versuchen über Behindertenvertretung die 30% auch als Stundenermässigung zu bekommen. Hinzuziehen würde ich dazu einen RA wenn die Führung nicht mitspielt. Dann würde ich zum Arzt gehen und eine Reha anstreben. Hierzu gibt es gute Kliniken z.B. so eine https://espan-klinik.de/long-covid-priv ... -genesene/
Hier gibt es noch mehr https://www.dasrehaportal.de/
Ich war selber lange im Schwerbehindertenbereich ehrenamtlich tätig und da gibt es auch über Gewerkschaften gute Ansprechpartner. Oft sind da die überregionalen AP der bessere Weg. Das mit den 30% Stundenreduzierung wäre z.B. auch ein Mittelweg um an mehr Geld für die geleistete Arbeit zu kommen. Auch die Vermeidung von Überstunden, wären so deutlich einfacher. Aber der bisherige Weg ist wirklich eine Sackgasse.

Re: Dienstunfähigkeit Hessen - Bitte um Rat

Verfasst: 23. Dez 2025, 16:04
von Thg
Bei einem GDB von 30 gibt es keine Stundenermäßigung. Evtl. kann man so etwas erwirken wie keine Aufsicht, weil Erholungszeit benötigt wird.