Gibt es eine Deckelung bei PKV-Beiträgen?

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connigra
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Re: Gibt es eine Deckelung bei PKV-Beiträgen?

Beitrag von connigra » 21.12.2021 15:31

na ja soviel billiger ist doch unsere Post B auch nicht - und statt 2,3 zahlen die nur den 1,9 fachen Satz.

Ich bin 60 und zahle für 30% Kassenleistung 227,52 €. Da ist noch keine Pflege, kein Auslandsreise oder Tagegeld oder Zahnzusatz dabei, und im Krankenhaus bekomme ich das Mehrbettzimmer.
Auch wir bei der Post B können die steigenden Preise nicht aufhalten. Egal bei welcher Kasse wir versichert sind, uns wird das alle treffen.
Ich habe vor 2 Monaten unsere private zusätzliche Pflegeversicherung gekündigt, in die ich 30 Jahre einzahlte.
Wir fingen mit ein paar Euros vor 30 Jahren an. Die letzten 5 Jahre stiegen die Beiträge stetig jährlich um 30 %. Schon vor 3 Jahren hakte ich nach, denn jedes Jahr solche Preissteigerungen kann sich doch auf Dauer niemand leisten, da brauche ich kein Mathematiklehrer zu sein. Immer kam die Erklärung, das wäre einmalig, oder nur noch dieses Jahr und blabla...
30% bei 240 € Monatsbeitrag für 2 Personen sind nun mal 72 €. Das nächste Jahr ist die Preissteigerung über 90 € und in 10 Jahren kann ich meine Mindestpension ausgeben, damit wir im Falle des Falles Pflegegeld von 1500 bzw 1800 € erhalten - wohlgemerkt, sollte man noch das Kleingedruckte berücksichtigen damit man keine bösen Überraschungen erlebt.
Eine Pflegeversicherung wird unerschwinglich, auch die gesetzliche wird das. Wo soll das hinführen?
Wir werden vom System zu Tode gepflegt oder unsere Jugend erschlägt uns, weil sie unser staatlich verordnetes Siechtum nicht mehr finanzieren können.
Man darf gar nicht darüber nachdenken, sonst wird man noch depri.

Shasa
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Re: Gibt es eine Deckelung bei PKV-Beiträgen?

Beitrag von Shasa » 03.01.2022 20:39

@michelangelo

Wie kommst du denn mit Heirat aus der PKV raus? Ein Jahr unversichert und dann bei der Ehefrau versichern? Ist die einzige Lösung, die ich kenne. Ich wüsste aber nicht, wie das gehen soll, die fehlenden 30% einfach nicht zu versichern. Wir sind ja nicht selbstständig. Und es ist eine riskante Lösung. Es kann viel passieren in einem Jahr. Und der zu Heiratende muss dafür auch in einer GKV versichert sein.

Ich bekomme als Single aufgrund von DU unter 1650€ netto Frühpension (ohne Berücksichtigung der 124€ brutto Kinderzuschlag, der komplett für das Studium meiner Tochter draufgehen). Davon gehen bei mir derzeit bereits 258€ für nur 30% an die ARAG. Auch ich befinde mich in einem geschlossenen Frauen-Tarif, in den seit einigen Jahren wegen der Umstellung auf geschlechterneutrale Tarife keine jungen Beamten mehr aufgenommen werden. Ich habe Angst davor, dass dieser Tarif in den nächsten Jahren explodiert und weiß nicht, wie ich da je wieder rauskommen soll. Ein Wechsel in eine andere PKV scheidet aus wegen Alter (Ü50) und bereits im bestehenden Tarif ausgeschlossener Vorerkrankungen.

@LEA 100

In Berlin können sich seit letztem Jahr Beamte, die sich damals zu 100% freiwillig in der GKV versichert haben oder - warum auch immer - zu 100% privat versichert sind, entscheiden, ob sie für die Zukunft lieber die normale Beihilfe wollen oder 50% pauschale Beihilfe zu ihrem KK-Tarif. Damit sind neue Beamte in Berlin jetzt in der Lage, sich gesetzlich zu versichern wie normale Angestellte und werden nicht mehr in die Fänge privater KK getrieben. Ich beneide sie um diese Möglichkeit und kann nur jedem neuen Beamten raten, davon Gebrauch zu machen. Denn niemand weiß, ob er das Pensionsalter mit guter Pension erreicht oder vorher Dienstunfähig wird und ggf. dann nur Mindestversorgung erhält. Ich jedenfalls würde damit derzeit jeden Monat fast 140€ KK-Beiträge sparen und müsste mich auch nicht wie jetzt nach einem Unfall und OP die teuren Kosten vorstrecken und mich dann um jede Erstattung streiten und ständig Angst haben, dass irgendetwas von den hohen OP-und Fahrtkosten im Nachgang doch nicht erstattet wird und ich auf den Kosten sitzen bleibe, weil die Kasse die abgerechnete Leistung nicht anerkennt, der Arzt aber trotzdem auf seiner Abrechnung und seinem Geld besteht. Das ist mir nicht nur einmal passiert in all den Jahren. Und ich weiß nicht, was das noch werden soll, wenn ich alt bin und diese Kämpfe vielleicht irgendwann nicht mehr allein ausfechten kann.
Schon in den 3 Jahren Mutterschutz, in denen ich meine PKV-Beiträge von keinem Einkommen bezahlen und von keinem Einkommen steuerlich absetzen konnte, habe ich meine Entscheidung bereut. Aber raus kommt man halt nicht mehr.

Ich finde es sehr frustrierend, dass uns, die damals aufgrund fehlender Arbeitgeberzuschüsse zur GKV in die 50%-Tarife der PKV getrieben wurden, diese Möglichkeit eines Wechsels nicht zur Verfügung steht. Aber das Leben ist halt nicht gerecht.

michelangelo
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Re: Gibt es eine Deckelung bei PKV-Beiträgen?

Beitrag von michelangelo » 05.01.2022 16:33

Hallo Shasa,
durch die Heirat mit einer Spanierin komme ich automatisch in die gesetzliche Krankenversicherung von Spanien. Meine Frau wird bei der Beihilfe mitversichert sein, sie verdient weniger als 10 000 Euro im Jahr.

In Zukunft stehen mir drei Moeglichkeiten offen:

1. Ich gehe raus aus der Debeka und rechne nur noch einige Leistungen, welche ueber die gesetzliche in Spanien nicht versichert sind ( Zaehne, Physiotherapie, naturkundliche Medikamente etc. ) ueber die Beihilfe ab.
2. Ich gehe raus aus der Debeka, versichere aber die 30 % ueber eine spanische private Krankenversicherung nach ( Ich schaetze, dass die halb so teuer sind)
3. Ich bleibe in der Debeka, mache aber moeglichst alle Arztbesuche ueber die spanische Krankenversicherung und lass mir die drei Beitraege rueckerstatten

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