Kommunalbeamter NRW: Vorzeitiger Ruhestand

Themen speziell für Landes- und Kommunalbeamte

Moderator: Moderatoren

KleinerNRWler
Beiträge: 3
Registriert: 14.09.2019 22:54
Behörde:
Geschlecht:

Kommunalbeamter NRW: Vorzeitiger Ruhestand

Beitrag von KleinerNRWler » 16.09.2019 22:17

Liebe Kollegen,

ich hätte nie gedacht dass ich mal in so eine Lage gerate, aber man lernt nie aus... :(

Ich bin Kommunalbeamter in NRW, 54 Jahre alt und habe unterbrechungsfrei (wenn man den Wehrdienst mitzählt) 35 Dienstjahre in Vollzeit absolviert. Seit acht Monaten bin ich nun aufgrund psychischer Probleme krank geschrieben und absolviere eine ambulante Psychotherapie, bisher ohne Besserung. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Krankheit durch einen toxischen Vorgesetzten und jahrelange Überstunden ausgelöst wurde. Auch die Pflege meiner schwer körperbehinderten Tochter (20 J.) dürfte eine Rolle gespielt haben. Ich fühle mich nur noch ausgebrannt und müde und möchte beruflich am liebsten alles hinwerfen. Für einen Neuanfang woanders fehlt mir die Kraft.

Daher überlege ich, ob ich die "atomare" Option wählen und nach §33 Abs. 2 LBG die Versetzung in den Ruhestand beantragen soll. Mit dem Ruhestandsgehalt inkl. Abzügen käme meine Familie über die Runden (habe derzeit A12).
Außerdem könnte ich mich ja anscheinend noch 5 Jahre lang umentscheiden, falls ich in dem Zeitraum gesund werde.
Da ich in meinem Bereich ein nur schwer ersetzbarer Spezialist bin, weiß ich allerdings nicht ob mein Dienstherr mich so schnell gehen lassen möchte.

Mich würden daher die Erfahrungen anderer interessieren, die ebenfalls den Vorzeitigen Ruhestand beantragt haben. Speziell geht es mir um die Untersuchung beim Amtsarzt, die ja bei einem Antrag auf Vorzeitigen Ruhestand obligatorisch ist.

a) Qualifikation
Ist die Fachrichtung des Amtsarztes der gesundheitlichen Problematik angepasst, oder muss auch ein psychisch Kranker zu einem Allgemeinmediziner oder z.B. einem Orthopäden?

b) Unterlagen
Welche Unterlagen habt Ihr mitgenommen oder extra für den Amtsarzt anfertigen lassen? Ich habe bisher nur meinen Genehmigungsantrag der Psychotherapeutin, als die Beihilfe für die Therapie beantragt wurde.

c) Maßnahmen des Amtsarztes
Ich habe bei meinen Recherchen im Internet den Eindruck erhalten, dass die Amtsärzte bei psychischen Problemen generell erst Mal eine vollstationäre Unterbringung empfehlen.
Aufgrund der Pflegesituation mit meiner Tochter wäre für mich allerdings eine ortsnahe Tagesklinik das äußerste. Ist vollstationäre Unterbringung stets die Ultima Ratio Eurer Amtsärzte gewesen? Könnte ich mich ggf. aufgrund der Pflegesituation mit meiner Tochter stattdessen zu einer Tagesklinik schicken lassen? Und gibt es Amtsärzte, die glauben Leute meines Alters müssten noch die Welt retten, und versuchen auf Biegen und Brechen diese an den Schreibtisch zurück zu schicken?

d) Befangenheit
Zuständig für das amtsärztliche Gutachten ist wohl das örtliche Kreisgesundheitsamt. Kann man den Arzt wegen Befangenheit ablehnen, wenn man selbst bei der Kreisverwaltung arbeitet und mit diesem Arzt schon in anderer Funktion dienstlich zu tun hatte?

e) Sonstige Nachteile
Last not least: Haben sich aus der Beantragung der Feststellung der Dienstunfähigkeit bei Euch im Nachhinein irgendwelche negativen Folgen ergeben?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

KleinerNRWler
Beiträge: 3
Registriert: 14.09.2019 22:54
Behörde:
Geschlecht:

Re: Kommunalbeamter NRW: Vorzeitiger Ruhestand

Beitrag von KleinerNRWler » 21.09.2019 21:34

Hallo Kollegen,
nicht so stürmisch.. :D

Hat denn hier niemand schon einmal eine amtsärztliche Untersuchung mitgemacht?
Mir geht es ja nur darum, dass ich in etwa weiß wie sowas abläuft und nicht völlig unvorbereitet dahin gehe. :geek:

Klar, normalerweise beantragt niemand selbst die amtsärztliche Untersuchung, aber ich bin jemand der klare Verhältnisse möchte.
So ein schwebendes Dienstverhältnis macht mich so nervös, dass ich mich nicht auf meine Gesundung konzentrieren kann.

LotharL
Beiträge: 2
Registriert: 30.09.2019 15:56
Behörde: Ruhestand
Geschlecht:

Re: Kommunalbeamter NRW: Vorzeitiger Ruhestand

Beitrag von LotharL » 01.10.2019 11:17

Die amtsärztliche Untersuchung wurde bei mir durch einen Psychiater des Gesundheitsamtes durchgeführt.

KleinerNRWler
Beiträge: 3
Registriert: 14.09.2019 22:54
Behörde:
Geschlecht:

Re: Kommunalbeamter NRW: Vorzeitiger Ruhestand

Beitrag von KleinerNRWler » 01.10.2019 23:14

Danke!
Dann weiß ich jetzt zumindest, dass eine einigermaßen faire Begutachtung möglich ist.

abfallteil
Beiträge: 56
Registriert: 27.01.2011 19:24
Behörde:

Re: Kommunalbeamter NRW: Vorzeitiger Ruhestand

Beitrag von abfallteil » 13.10.2019 14:03

hallo kleiner nrw´ler

ich habe von mir aus gar nichts beantragt, hast du es eilig? es ist doch toll bei vollen bezügen krank zu sien und sich auf die therapie zu konzentrieren.
bei mir kam die aufforderung zur amtsärtzlichen untersuchung irgendwann vom dienstherrn nachdem ich schon lange krank war.

bis dahin hatte ich dann allerdings schon einen klinikaufenthalt hinter mir und diese unterlagen habe ich auch mitgenommen.
danach folgte ein weiterer klinikaufenthalt, der vorsatz wieder arbeiten gehen zu wollen ist aber leider nicht umgesetzt worden, somit wieder amtsarzt und letztlich dann die pensionierung. (hinterher ist man immer schauer und lernt dazu ;) )
mein wille war aber wieder arbeiten zu gehen und ich habe auch gesagt das ich erstmal zeit für therapie und ggf einen weiteren klinikaufenthalt benötige. diese zeit hat mir der amtsarzt damals auch eingeräumt.

kann nur von mir aus sagen das ich von mir aus niemals auf die idee gekommen wäre die pensionierung voranzutreiben.

welche qualifikation die amtsärztin hatte weiß ich gar nicht mehr, aber soweit ich das beurteilen konnte war sie schon in ordnung. ich hab letztlich alle klinikberichte und berichte meines psychiaters vorgelegt.

und falls man dich zu einer reha etc. zwingen will kannst du ja anbringen das du eine pflegebedürftige tochteer hast und das erstmal nur tagesklinisch geht. du kannst ja sagen falls das nicht hilft könntest du ja versuchen eine klinik zu finden wo du sie ggf mitnehmen kannst oder eben pflegerische hilfe zu organisieren damit du wegkannst, was aber logischerweise zeit dauert.

zu den anderen fragen kann ich ncihts sagen. wie das mit befangenheit ist weiß ich nicht. wenn die begegnung damals negativ war würde ich um einen anderen arzt bitten ansonsten wenn du eh nciht mehr da hin willst wäre es ja eh egal
------------------------------------------------------------------------------------
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten :) Geschenk des Tages.

Werbung