Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

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Narktor
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Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von Narktor » 15.09.2016 22:20

Soweit ich weiß steigt man ja in den Erfahrungsstufen zumindest mehr oder weniger automatisch auf, sofern man die erwarteten Leistungen erbringt.

Aber wie is das mit den Laufbahngruppen, also bspw. ein Aufstieg aus A9 in A10? Ich weiß man kann das nicht wirklich allgemein beantworten, da sind zu viele individuelle Faktoren wie die eigene Leistung sowie der Bedarf an der eigenen Dienststelle.

Aber es würde mich sehr interessieren, wenn es ein paar offizielle Zahlen gäbe oder zumindest jemand vllt einen persönlichen Erfahrungsbericht dazu abgeben könnte, wo man in der Regel in der bspw. allgemeinen inneren Verwaltung so landet wenn man da ein Leben lang, oder zumindest so ca. 10-20 Jahre lang gearbeitet hat, also Besoldungsgruppentechnisch (A9, A10 usw.).

Denn das man natürlich persönlichen Einsatz zeigen muss um aufzusteigen is mir schon bewusst, aber trotzdem ist es ja so, dass höhere Positionen meistens nur in begrenzter Zahl vorhanden sind, das Gros der Angestellten ja aber trotzdem irgendwo bleiben muss, und das wuerde mich schon interessieren, wo das so wäre :D

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zeerookah
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Re: Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von zeerookah » 16.09.2016 10:19

Mach es einfach. Erstens kommt es anders & zweitens als man denkt.
Ich kenne keinen von meinen ehemaligen Kollegen, der es bedauert den Aufstieg von einer Tarifkraft im öffentlichen Dienst zum Beamten im mittleren Dienst gemacht zu haben.
Ironie an
Ich habe noch von keinen gehört das er sagte: "wär ich doch bloß Tarifkraft geblieben und hätte den Rest meines Lebens weniger Geld bekommen, die schlechtere Arbeit gemacht, die schlechtere Krankenversicherung gehabt & auch eine geringere Rente bekommen.
Ironie aus

Narktor
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Re: Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von Narktor » 16.09.2016 11:02

Ich meinte nicht den Aufstieg aus einer Laufbahngruppe in die nächsthöhere, sondern _innerhalb_ einer Laufbahngruppe (z.B. gehobener Dienst) aus einer Besoldungsgruppe in die nächsthöhere (A9-A13)...ich hoff ich hab da begrifflich richtig differenziert :D

freshair
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Re: Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von freshair » 16.09.2016 11:35

Rein theoretisch könnte man innerhalb von 8 Jahren (bei jeweils gesetzl. frühestmöglicher Beförderung) von A9 bis nach A13 kommen (immer vorausgesetzt, man sitzt auf der richtigen Stelle)

In der Praxis sieht es jedoch überwiegend ganz anders aus und wird auch von Behörde zu Behörde anders gehandhabt. Eine wirklich belastbare Antwort kann dir hierzu niemand geben.

Auf der kommunalen Seite kannst du z.B. froh sein, mit A 12 pensioniert zu werden. In den Landesverwaltungen und beim Bund sieht es da schon besser aus.
Gruß aus Bochum

frank_nrw
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Re: Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von frank_nrw » 29.09.2016 13:32

Naja.. so pauschal kann man das nicht sagen. Als Betroffener und seit Jahren nicht befördert Beamter beim LAnd NRW kann ich mir das Gespöttel der A13 des g.D. einer benachbarten kreisfreien Stadt anhören. Der Hammer ist, meiner Behörde geht es in der Tat gut, da sie Einnahmen erwirtschaftet. Die Kommune ist mit mehreren Millionen verschuldet und läuft unter der Aufsicht des Regierungspräsidenten.. Dann werden von 50 Mio Schulden 5 Mio abgebaut, das Haushaltssicherungskonzept läuft aus und schwupps etliche Beamte befördert.

In kleinen Kommunen sieht das dann aber auch wieder anders aus.. hier ist man mit A10 auch schon mal Amtsleiter..

Als Landesbeamter kommt es wohl darauf an WO man sitzt.. A9 ist bei meiner nicht gerade kleinen Behörde Standard,mit A10 gehört man schon zu "was Besserem" und A11 ist was ganz Besonderes.. von A12 können die Beamten nur träumen....

Die Gerechtigkeit im öff. Dienst ist schon seit vielen Jahren nicht mehr dass, was sie vermutlich nie war und auch nie mehr sein wird.. Daher kann man einfach keine Prognosen mehr abgeben und schon gar nicht mit irgendwas rechnen.. Selbst Pensionseintritte können von Land zu Land unterschiedlich, wie die Besoldung an sich ja auch.

Es ist frustig zu hören, wenn Nachbarn munkeln.. Ach sieh an der Beamte.. Freitag schon um 15 Uhr zu Hause.. und das von Leuten, die mit 57 in den Ruhestand gegangen sind.. Dass man 40 oder 41 Stunden die Woche arbeitet und die Neider mit ner 35 Stundenwoche mehr verdienten, interessiert dann kein Ferkelchen..

Dipl_Finanzwirt
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Re: Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von Dipl_Finanzwirt » 05.11.2016 07:36

Hallo,

bei den Beförderungsschancen gilt der alte Grundsatz, dass Prognosen schwierig sind, insbesondere wenn diese die Zukunft betreffen.

Das Haushaltsrecht unterscheidet sich: Kommunen unterlegen jeden Dienstposten mit einer entsprechenden Stelle, d.h. es gibt keine Haushaltsrechtliche Grenze. Bund/Land haben eine Topfwirtschaft, d.h. es gibt viele entsprechend bewertete Dienstposten und nur wenige Haushaltsstellen. Bei der Topfwirtschaft empfielt es sich, vorher einen Blick in den Stellenplan zu werfen. Daraus (idealerweise mit einer groben Vorstellung über die Altersstruktur) läßt sich der Anteil der entsprechenden (haushaltsrechtlichen) Beförderungsmöglichkeiten abschätzen...

ciao!

tommek
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Re: Aufstieg Besoldungsgruppe gehobener Dienst: Wie sind die Chancen bzw. die durchschnittlichen Karrierverläufe?

Beitrag von tommek » 08.11.2016 14:55

Und dazu kommt, dass entsprechend bewertete (wenn sie dann bewertet sind) Posten und passende Haushaltsstellen nicht zwangsläufig eine Beförderung nach sich ziehen müssen. Es gibt Beamte, die sitzen auf passenden Posten und Stellen und werden nicht befördert. Einklagen scheint nicht zu gehen, wohl aber einklagen auf eine entsprechende Zulage,die dann natürlich nicht Pensionswirksam ist. Aber ich bin kein Beamtenrechtsexperte und hatte dies mal gelesen.

Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen und weiß etwas mehr über das Thema "Beamte sitzen auf Stelle und bewertetem Posten, werden aber nicht befördert"

Was passiert, wenn es keine Bewertungen gibt, der Beamte aber auf einer höher bewerteten Haushaltsstelle sitzt?

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