Kasse prüft ADHS

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Susi65
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Kasse prüft ADHS

Beitrag von Susi65 » 18.04.2017 18:40

Hallo,

unser Pflegekind ist seit kurzem privat versichert über uns.
Vorher war es über die leibliche Mutter ges. versichert.
Nun wurde in dieser Zeit ärztlich festgestellt, dass
unser Kind ADHS hat.
Die pr. Kasse will, dass wir eine Schweigepflichtentbindungserklärung
unterschreiben.
Das LBV will nichts.

Hat hier jemand mit dieser Thematik Erfahrung?

Susi65
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Susi65 » 18.04.2017 20:28

Hallo wo seid Ihr?????????????????????

Torquemada
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Torquemada » 18.04.2017 21:09

Naja...da muss man zuerst mehr Basisinformationen haben.

Warum ist das Kind nicht weiterhin gesetzlich familienversichert?
In welcher Zeit wurde festgestellt, dass das Kind ADHS hat? Als es gesetzlich versichert war? Oder als es schon privat versichert war?

Was ist LBV? Beihilfestelle? Wenn diese "nichts will", ist das logisch, weil es keine Gesundheitsprüfungen bei der Beihilfe gibt.

Tyto
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Tyto » 18.04.2017 23:49

Um an Torquemada anzuschließen, aus welchem Grund möchte die Kasse die Entbindung? Beitragsänderung? Oder zur Überprüfung vergessener Angaben zum Versicherungsbeginn?

Wenn ihr alles korrekt beim Abschluss angegeben habt (wenn ADHS danach kam alles in Butter) dann könnt ihr ruhigen Gewissens entbinden. Eine Kasse kann keinem einen Strick binden, wenn derjenige erkrankt.

Susi65
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Susi65 » 19.04.2017 04:47

Wir haben unser Pflegekind privat versichern wollen; deshalb der Wechsel.
Ja und vor Abschluss des Vertrages war noch keine ADHS diagnostiziert; lässt sich ja
auch anhand des Datums der Arztrechnungen erkennen.
Vielleicht muss die pr. Krankenkasse dass ja nur routinemäßig prüfen;
aber ich habe schon von anderen gehört, dass die so lange "rummachen",
bis die nachträglich die Versicherung gekündigt wird oder Leistungen ausgeschlossen
werden oder Risikozuschläge erhoben werden:
Wobei das mit dem ADHS harmlos ist (jedenfalls bei unseren Kind) und auch
keine hohen Kosten verursacht hat.

Tyto
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Tyto » 19.04.2017 09:46

Die Krankenversicherung wird das nur abklären wollen, ob vorher schon eine Diagnose vorgelegen hat und das mit dem Abschluss der Versicherung abgleichen.
Das hat unsere Krankenkasse auch gemacht und dazu geschrieben, dass es ggf. zu einer Beitragsanpassung kommen würde, wenn wir dies vergessen hätten (hatten wir aber nicht).

Nach der Schweigepflichtsentbindung sollte es jedoch schnell gehen :)

Wildschwein
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Wildschwein » 19.04.2017 12:54

ADHS?
Meines Wissens ist das keine schulmedizinisch anerkannte Krankheit, so dass die Krankenkasse dies überhaupt nicht interessieren sollte.
In vielen Fällen können aber ADHS-Symptome bei schulmedizinisch anerkannten Krankheiten auftreten und wenn keine andere schulmedizinisch anerkannte Krankheit bisher diagnostiziert ist, so wäre die Frage, ob das Kind nicht eine bisher nicht erkannte andere Krankhei noch hat.

Das würde dann im Ergebnis bedeuten, dass diese evtl. andere Krankheit erst nach Versicherungsbeginn diagnostiziert werden wird (falls man sie findet) und so das ADHS erst Recht keine Vorerkrankung sein kann.

dibedupp
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von dibedupp » 19.04.2017 13:39

www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/use ... HSLang.pdf

Natürlich ist ADHS eine anerkannte Krankheit.

Wildschwein
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Wildschwein » 27.04.2017 19:23

Natürlich ist ADHS eine anerkannte Krankheit.
In der Fundstelle wird aber auch darauf hingewiesen, dass ADHS auch bei anderen Erkrankungen auftreten kann und man daher zuerst den Patienten auf solche Erkrankungen untersuchen sollte und ich bin sicher, dass man dann auch fündig wird, wenn der Arzt gründlich untersucht.

Ich weiß aus eigener Erfahrung und Betroffenheit, dass die ADHS-Symptomatik bei einigen Grunderkrankungen ein mögliches Symptom dieser Grunderkrankungen ist.
Nur mal angenommen, ein Kind hat eine solche Grunderkrankung, die, weil sie seltener ist, noch nicht diagnostiziert ist und das Kind hat zusätzlich diese ADHS-Symptomatik.
Wenn der Arzt nun nur diese Symptomatik betrachtet, wird er womöglich nie die eigentliche Grunderkrankung finden und wird ADHS als alleinige Krankheit diagnostizieren.

Aber letztlich will ich hier niemanden belehren ... was hätte ich davon?

tommek
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von tommek » 03.05.2017 09:10

Bei dem Sohn eines Kollegen wurde im Kindergartenalter ADHS diagnostiziert. Das Kind war über die Frau familienversichert.
Vor drei Jahren, das Kind war mittlerweile 14 Jahre alt, wollte der Kollege sein Kind privat bei seiner PKV versichern.
Das Kind war zu dem Zeitpunkt nicht in Behandlung und nahm auch keine Medikamente ein.

Die PKV hat den Antrag auf Versicherung aufgrund der Diagnose ADHS abgelehnt. Ist nun schon einige Jahre her, zeigt aber
dass solche "Erkrankungen" von PKV recht ernst genommen werden, wenn es um die Risikoabwägung geht und mögliche
Kosten für die Versicherer..

Ich stelle mir nur vor, wenn der Kollege das nicht in dem FRagebogen angegeben hätte und dann wäre es zu einem
Leistungsfall gekommen..

Wildschwein
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Re: Kasse prüft ADHS

Beitrag von Wildschwein » 03.05.2017 19:17

@tommek:
Ob eine Ablehnung nur wegen ADHS nicht anfechtbar ist?
Du meine Güte: Wenn früher die Kinder zappelig waren, hat man sich nicht viel dabei gedacht und hat es hingenommen.
Heute ist es eine Krankheit und man kann deswegen gar von einer Versicherung abgelehnt werden (!).
Ohne dass ich nun alle Fälle über einen Kamm scheren will:
Aber ich vermute, dass die Diagnose ADHS viel zu oft gestellt wird.
Es gibt nun mal Kinder, die etwas leberhafter sind. Nicht immer ist das gleich krankhaft.

Dass Versicherungen gern etwas ablehnen, ist nun leider nichts Neues. Man sollte daher nicht alles hinnehmen. Denn eine Versicherung, die merkt, dass die Gegenseite sich nicht alles gefallen lässt, wird vorsichtiger.

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