Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

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Ina123
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Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von Ina123 » 20.11.2017 04:37

Oh, oh,
alle Jahre wieder.....warum nur?? Wer tritt, fast jährlich wiederkehrend, diese Diskussion los??
Wieder wird, mit altbekannten, aber leider nicht hilfreichen Argumenten versucht, das zu machen, was im Artikel aber ausdrücklich abgelehnt wird: eine Neiddebatte zu entfachen! Hier der Artikel, heute früh in "Die Welt" gefunden: https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ionen.html

Ich kann es nicht mehr hören (lesen). Wenn alle Dienstherren, wie vorgesehen, brav immer schön die Rücklagen gebildet hätten, gäbe es überhaupt keine Probleme, allerdings wären die Beamtenpensionsfonds wohl sicher die mächtigsten, kapitalträchtigsten Fonds? Da sich aber die Politik gern aus Töpfen bedienen, wo es niemand so schnell merkt (nämlich möglichst erst dann, wenn sie bereits "ihre Ruhestandsbezüge" genießen), fehlt später das entnommene Kapital. Mein bestes Beispiel war/ist die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Frau H.Simonis, die, kaum an der Macht, einen Beamtenpensionsfond aufgelegt hat (sehr löblich!!!). Doch dann allerdings, vor den nächsten Wahlen, sah sie, wieviel Geld da schon drinn ist und entschloß sich, davon "Wahlgeschenke" zu finanzieren, nach dem Motto:....wird schon keiner merken, können wir später ja wieder auffüllen....". Soweit meine Erinnerungen.
Hier ein Artikel von 1995, es kommt mir vor, als sei er erst gestern geschrieben worden: http://www.zeit.de/1995/08/Goldener_Handschlag_mit_35
Aber nein, niemand hat die Absicht, eine Neiddebatte zu entzünden.....oder was meint ihr??
Guten Morgen, aufgewacht!!
Ina123

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Hauseltr
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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von Hauseltr » 01.12.2017 16:24

700 Milliarden Euro wurden aus den Rentenkassen gestohlen.

Die Deutsche Rentenversicherung wurde seit Jahrzehnten ausgeplündert und Einzahlungen der Deutschen Bürger, die Sozialabgaben entrichten, versicherungsfremd eingesetzt.

https://rentnerbetrug.wordpress.com/201 ... gestohlen/

Pensionsfonds

Bereits im Jahre 1951 wurden die Gehälter um 7 % gekürzt, was dem damaligen Arbeitnehmer-Anteil an der Rentenversicherung entsprach. Zitat aus Hubert Joachim Bobingen 14. Januar 2011 :"Die in der amtlichen Begründung des Entwurfs des Bundesbeamtengesetzes von 1951 enthaltene Aussage lautet: „Die Höhe der Besoldung ist mit Rücksicht auf die Versorgung niedrig gehalten“
Diese Einsparung sollte für zukünftige Pensionszahlungen (Pensionsfonds) dienen. Die Gehaltsanteile flossen jedoch in die öffentlichen Haushalte.
Genau so schamlos, wie sich die Politker damals an diesen Kürzungen bedienten, bedienten sie sich auch an den Rentenkassen und am Arbeitslosengeld.
Durch die Besoldungsreform im Jahre 1957 mussten Beamte nochmals auf 7 % ihrer Grundbesoldung verzichten.

Ina123
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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von Ina123 » 04.12.2017 05:16

Vielen Dank Hauseltr,
das kann gar nicht oft genug gesagt werde: die Wahrheit!!!
Denn die Verbreitung von Dummheit/Dummschwätzerei/Unwahrheit/Verdrehung findet leider überall statt.

Diesen Beitrag habe ich heute früh gefunden: http://www.focus.de/finanzen/altersvors ... 56813.html

Er war einem Leserbeitrag zu diesem Artikel beigefügt: https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... chern.html

Schöne Weihnachtszeit wünscht
Ina 123

AndyO
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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von AndyO » 04.12.2017 06:08

In Zeiten wo eine Angela Merkel sich im TV damit brüstet, dass bedürftige Rentner doch Wohngeld zur Aufstockung bekämen, eine FDP von Eckrenten zwischen 400-500 Euro träumt und den Rest als "private Vorsorge" mit Kapitalanlagerisiken sieht, ist das ja wenig verwunderlich. Mir würde da ganz andere Dinge einfallen, die unsere Sozialkassen in Potenz höher plündern und durchaus in Umfang und Dauer hinterfragt werden könnten...

Hanswurst I.
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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von Hanswurst I. » 04.12.2017 11:13

Lustig sind dann auch immer die Vergleiche Rentner und Pensionäre, dass die Pensionäre ja im Schnitt eine viel höhere Pension bekommen. Das ist schon richtig, aber erstens werden da ganz gern die betrieblichen Altersvorsorgen bei den Rentnern nicht mit eingerechnet und zweitens ist zu bemerken, dass 80% (!) aller Beamten mindestens ein Abitur haben. Würde man nur diejenigen bei der Durchschnittsrente hernehmen die den gleichen Bildungsstand und damit auch Verdienst hatten, dann sähe das schon wieder ganz anders aus.

So wird jetzt Lieschen Müller die nach und vor den 20 Jahren Hausfrau wegen Kindererziehung zuhause dann halbtags in der Metzgerei Gelbwurst geschnitten hat mit dem pensionierten Richter verglichen der 2 Staatsexamen abgelegt und ohne Fehlzeiten Vollzeit durchgearbeitet hat anstatt dass man den Dipl.-Ing. Dr. Soundso heranzieht der seine 1900€ Rente plus fetter Betriebsrente bekommt.

Ich seh das ja an meinen Schwiegereltern denen ich ihre Steuererklärung machen darf. Schwiegervatersrente ist inkl. Betriebsrente in dem Bereich in dem ein Beamter im mittleren Dienst später auch mal zu rechnen hat und das mit einem Volksschulabschluss und anschließender Schlosserlehre. Schwiegermutter war überwiegend wegen der Kinder zuhause und hat ansonsten max. halbtags als Schneiderin gearbeitet. Klar zieht so jemand - und davon gibt es Millionen - den Rentenschnitt gewaltig runter.

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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von AndyO » 04.12.2017 12:47

Hanswurst I. hat geschrieben:
04.12.2017 11:13
Schwiegermutter war überwiegend wegen der Kinder zuhause und hat ansonsten max. halbtags als Schneiderin gearbeitet. Klar zieht so jemand - und davon gibt es Millionen - den Rentenschnitt gewaltig runter.
Oder im Kehrschluß die Mindestversorgung, die den Staat z.B. von Wohngeld befreit, treibt das durchschnittliche Pensionsniveau nach oben. Strategisch soll die private Altersversorgung Immobile entwertet werden. Hier tritt der maximal Effekt der Kürzung der Nettokaufkraft ein. Transformation in eine bedarfsabhängige Gesellschaft im Alter halt...

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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von Baumschubser » 04.12.2017 12:55

Und was die Experten vor allem vergessen, wenn sie die Beamten den normalen Arbeitern und Angestellten gleichstellen wollen bei Pensionen oder der Krankenversicherung, dann muss man Beamten auch die Priviliegien der Nicht-Beamten zugestehen. Fängt beim Streikrecht an und geht bis zur Möglichkeit der Kündigung und Mitnahme von Pensionsansprüchen. Kommt bestimmt gut, wenn Beamte einfach so den Dienst quittieren können oder bei der Polizei ne Streikwelle losbricht. Das sehen aber Hirnies wie ein Lauterbach nicht und labern den ganzen Tag nur Stuss.

Hanswurst I.
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Re: Pension: Experten fordern Ende der Beamtenprivilegien

Beitrag von Hanswurst I. » 04.12.2017 15:06

Letztlich ist es so, dass diese Sau immer wieder mal durchs Dorf getrieben wird. Zumeist ist es bei ehrlicher Betrachtung eine neidbasierte Debatte.

Wir haben nach dem Grundgesetz im Lande eine freie Berufswahl. Es steht JEDEM der die entsprechenden Voraussetzungen an Schulbildung etc. mitbringt frei, sich einer Aufnahmeprüfung für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst zu stellen.

Ich kann mich noch gut an meine letzten beiden Schuljahre erinnern und wie wir zwei künftige Beamte da verarscht wurden, so von wegen, geringerer Verdienst etc. etc. Interessanterweise genau von den selben Leuten die mir heute auf Klassentreffen die Ohren volljammern, wie schlecht es doch ihnen und wie gut mir geht. Klar kann man in der sog. freien Wirtschaft teils erheblich mehr verdienen, aber das ganz klar mit der Betonung auf das Wort "kann". Aber ich habe mich nun eben für die Beamtenlaufbahn entschieden, mit allen Vor- aber auch mit allen Nachteilen die das mit sich bringt. Dazu zählt auch das Gehaltssystem und die Altersversorgung. Ich kann nicht mal eben den Arbeitgeber wechseln weil mir ein anderer mehr Gehalt bietet, mein Arbeitgeber kann mir im Endeffekt nur eines bieten: Sicherheit und Planbarkeit. Das kann ein privater Arbeitgeber eher selten, dafür ist dafür aber auch entsprechend mehr Kohle drin in den meisten Fällen.

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