Reha

Beihilfeforum, Reisekostenforum: Fragen zu Beihilfe, Reisekosten ...
123sizilien
Beiträge: 10
Registriert: 31.08.2017 14:53
Behörde: Finanzamt

Reha

Beitrag von 123sizilien » 31.08.2017 15:03

Hallo ,
ich bin Beamtin beim Land Schleswig-Hostein und mein Doc rät mir zu einer REHA. Keine Anschlussheibehandlung nach Op, sondern ein Sanatoriumsaufenthalt oder so. Ich bekomme 50% Beihilfe und habe einen Beihilfeergänzungsvertrag beim Deutschen Ring. Die Kosten sind nur schwer kalkulierbar. Hat jemand Erfahrungswerte oder Tipps zu diesem Thema. Gibt es bestimmte Kliniken die empfehlenswert sind.
Danke für Info

librarian31
Beiträge: 3
Registriert: 27.04.2015 15:56
Behörde:

Re: Reha

Beitrag von librarian31 » 01.09.2017 09:41

Für die Reha ist § 10 der Landesbeihilfenverordnung SH (BhVO)relevant.

Dort heißt es unter anderem: "[...] für Unterkunft, Verpflegung und Pflege für höchstens drei Wochen, es sei denn, eine Verlängerung ist aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich; die Aufwendungen sind beihilfefähig bis zur Höhe des niedrigsten Satzes der Einrichtung;" Der niedrigste Satz dürfte im Regelfall der Satz sein zu dem auch die Sozialversicherungsträger abrechnen. Wichtig ist hier, dass kein erhöhter "Privatsatz" akzeptiert wird, dieser wird von der Beihilfe nicht übernommen.

Ärztliche Leistungen, verordnete Heilmittel usw. werden nach den üblichen Sätzen erstattet und kommen für die Einrichtung noch "on Top". Diesbezüglich bist du also "normaler Privatpatient".

Eine übliche Rehaheinrichtigung die auch Patienten der gesetztlichen Renten-, Kranken- oder Unfallversicherung behandelt sollte daher kein Problem bei der Abrechnung darstellen.

Für dich ganz entscheidend ist allerdings folgende Regelung:

[...] Die Aufwendungen nach Absatz 1 Nummer 2 bis 6 sind nur dann beihilfefähig, wenn

1. nach amts- oder vertrauensärztlichem Gutachten die Behandlung in der Rehabilitationseinrichtung notwendig ist und nicht durch eine andere Behandlung mit gleicher Erfolgsaussicht ersetzt werden kann,

2. die Festsetzungsstelle die Beihilfefähigkeit vorher anerkannt hat; diese Anerkennung gilt nur, wenn die Behandlung innerhalb von vier Monaten seit Bekanntgabe des Bescheides begonnen wird.[...]

Der nächste Schritt ist für dich jetzt also, die Beihilfestelle zu kontaktieren und dann mit entsprechenden Unterlagen deines behandelnden Arztes zum zuvor zu vereinbarenden Termin beim Amtsarzt zu gehen. Bei Kur und Reha läuft bei Beamten normalerweise ohne Amtsarzt nichts. Bei schlüssigen Diagnosen wird der aber sicher keine Steine in den Weg legen.

123sizilien
Beiträge: 10
Registriert: 31.08.2017 14:53
Behörde: Finanzamt

Re: Reha

Beitrag von 123sizilien » 18.09.2017 11:44

Danke für die Info. Inzwischen habe ich einiges in die Wege geleitet.Mal schauen. Ich frage mich wie hoch ca. mein Eigenanteil sein wird. Gibt es da Erfahrungswerte.

connigra
Beiträge: 74
Registriert: 01.09.2017 17:23
Behörde: Telekom

Re: Reha

Beitrag von connigra » 20.09.2017 11:20

hallo zusammen,
meine LWS wurde am 03.07.2017 verschraubt. Wenn der ganze Sums irgendwann mal eingewachsen ist und ich das Korsett ablegen darf - soll ich laut Operateur eine Reha machen. Irgendwann November/Dezember so ist der Plan. Früher - aber das ist schon 15-20 Jahre her- haben mich die Rehas nicht überzeugt und ich bin mit ambulanter Physiotherapie besser gefahren.
Meine Familie drängt mich nach dieser großen Operation zu einer stationären Reha. Kann hier jemand aus eigener Erfahrung eine Einrichtung empfehlen. Krankheitsbild aktuell nach Versteifung LWs und diverse weitere Eingriffe LWS.
l.g. connigra

123sizilien
Beiträge: 10
Registriert: 31.08.2017 14:53
Behörde: Finanzamt

Re: Reha

Beitrag von 123sizilien » 09.10.2017 15:43

So, ich bin einige Schritte weiter. Amtsärztliches Gutachten liegt der Beihilfestelle vor. Gibt es noch etwas was ich bei der Rechnungsstellung für die private KV beachten muss? Die zahlen ja so eigentlich keine ReHa.

tommek
Beiträge: 47
Registriert: 03.07.2014 11:51
Behörde:

Re: Reha

Beitrag von tommek » 15.05.2018 11:19

Ja, leider kann ich auch nicht weiterhelfen, denn hier müsstest Du die Versicherungsbedingungen genau studieren und am Besten nachfragen bei der Versicherung.

Letztendlich wirst Du vermutlich einiges draufzahlen müssen. Anders als Bahn oder Postbeamte, die das "Glück" der besonderen Gestaltung von Beihilfe und PKV in einer eigenen Versicherung haben, hierbei allerdings wohl nur in die vorgeschriebenen Häuser können oder eben GKV PAtienten, die mit etwas Kenntnis aber das richtige Haus finden und 10 Euro am Tag dazuzahlen, sind Beamte auf Gedeih und Verderb den Versicherungsbedingungen der PKV ausgeliefert. Leider denkt man in jungen Jahren nicht daran.

DIe Kliniken selber erleichtern einem Beamten allerdings die Suche nach bezahlbarer REHA leider nicht, denn auf Internetseiten finden man so gut wie nie die notwendigen Angaben. Es gilt als aufwändig nachzufragen, denn je nach Bundesland und Versicherung muss man detallierte Auskünfte einholen und oftmals sind die Kliniken einfach überfordert..

Das Schlimme ist dann aber auch, dass oftmals Pauschalen angeboten werden, die dann zu Kürzungen bei der Beihilfe führen zum. in NRW und wenn die PKV dann bei so ner Pauschale auch nur 20 Euro zahlt, bleibt man sehr schnell auf Tageskosten von über 50 Euro sitzen.. Wohlgemerkt für die gleichen Leistungen wie ein GKV Versicherter.

Der Hammer war eine Klinik, die einen Tagessatz von 120 Euro für die unterbringung mit Vollpension haben wollte, dann eine Liste mit erhöhten Preisen für Therapien ins Netz stellte und lang und breit erklärte, dass die Beihilfesätze ja ach so niedrig seien und der Beamte dann eben aufzahlen müsse.

Gleichzeitig teilten Sie einen Betrag von 98,80 Euro als Vereinbarung mit einem Sozialversicherungsträger mit.. Also Tagessatz für GKV Versicherte mit U/VP UND allen Therapien und Arztbehandlungen.. Da ist allein die Unterkunft für Beamte um 21 Euro höher..


Als Beamter eine REHA oder Kur zu machen bedeutet starke Nerven und viel Recherche.. Leider.. denn wer so ne REHA macht, dem gehts meist nicht so gut. Es sollte mal eine Studie geben, über die Polotik der Kliniken in Sachen Kostentransparenz und Information für Selbstzahler und Beihilfeberechtigte.. HIer sollten sich die meisten Kliniken einfach nur schämen..

Ich selber suche für 2019 schon etwas. Von 10 Kliniken hatte nur eine eine verwertbare Info im Netz. Die anderen mussten angeschrieben werden, mit zum Teil hanebüchenen Rückmeldungen. Ich denke, die Suche wird noch etwas dauern..

Daher ganz viel Erfolg und Glück, eine bezahlbare Einrichtung zu finden.

Werbung