Hi Leuts,
wieder zurück...
In den letzten Jahren hatte ich ja schon so einiges gemacht, aber dies hier setzte dem doch die Krone auf! Allmählich wurde es mir langweilig, ok, für einige vielleicht Traumreisen, aber so ist das halt mit den Menschen. Ist wie mit einer Droge, je mehr Dope, desto mehr braucht man, also musste mal was Neues her.
Mir war vorher schon klar, dass was daneben gehen kann, es viele unbekannte Variblen gebe, darum ja auch die Tour. Aber es hat meine Erwartungen um ein vielfaches übertroffen!
Ich litt unter dauernder Reizüberflutung und Adrenalinschocks, nach einer Woche glaubte ich, schon wieder in einem neuen Urlaub zu sein
Für einen richtigen Reisebericht reicht hier der Platz nicht, den werde ich demnächst mit vielen Infos für Interessierte auf meiner Website veröffentlichen. Bin schon bei Seite 30 und bei 18 von 31 Urlaubstagen angekommen
Ich kann dieses Ziel wirklich nur jedem empfehlen und sich schon mal ein Sparschwein zulegen.
Wobei Geld relativ ist...
Teuer sind Flug und Leihwagen, wobei man bei Leihwagen und Unterkunft etliches einsparen kann. Das Leben selbst ist für uns billig zu nennen. 72 Cente für den Liter Sprit, Menüs für 6 Euro, riesen HighQuality-Buffet für 12 Euronen, Bier im Lokal für nen Euro, Wasser umsonst. Übernachtungen in Camps für 8 Euronen, in klasse Chalets für 40 - 60 Euronen.
Dachte ich voller Vorurteile, SA sei eher braun, karg und heiß, weit gefehlt. In diesem Land, drei mal so groß wie DE, ist landschaftlich die ganze Welt vereint. Wüste, Dschungel, plattes Land und Hochgebirge, alles ist vertreten und die Landschaften wechseln manchmal von einer Straßenseite zur Anderen.
Dann die Viecher, mich sieht kein Zoo mehr wieder! Näher sieht man sie dort auch nicht, aber man beobachtet sie in ihrem natürlichen Revier.
Ob Elefanten, Nashörner, Rhinos, Robben oder Wale u.s.w., alles ganz nah! Die haben keine Berührungsängste, eher wir, vor allem, als der Löwe an unserem Auto vorbeistolzierte und ich vergass, das Fenster zu schließen. Ich hätte den streicheln können, wobei ich anschließend dachte, Mik, du bist ein Idiot und mir wurde im Nachhinein schon ein wenig flau
Den ganzen morgen hatten wir bei einer Elefantenherde von ca. 400 Stck. ausgeharrt. Wenn man sieht, wie sie sich benehmen, ihr Sozialverhalten studiert, geil...
Wenn dann ein riesiger Elefantenbulle in 5m Entfernung meint, es ist nun genug und man solle sich gefälligst verpissen...
Ebenso wie das Flusspferd oder das Rhino, vor allem dieses, welches zum Angriff auf das Auto ansetzte. Blöderweise waren wir an eines der eher agressiven seltenen Spitzmaulnashörner geraten.
Vor dem Hippo hatte ich ganz gehörigen Respekt, nach dem ich erfahren hatte, dass die Viecher zu den Gefährlichsten Afrikas gehören und jährlich zig Tote zu beklagen sind.
Tja, das Auto...
Das war ein 4x4 mit einem Wohnaufbau. Was soll ich mit einem 4x4? Die Straßen sind doch spitze!
Aber wehe, wenn man die verlässt. Sobald es regnet, verwandeln sich die Pisten in tiefe matschige Äcker. Selbst im Kruger hatte ich unsere Kiste an einer Abfahrt mal quer gestellt.
Glaubte ich anfangs, eine miese Straße erwischt zu haben, waren noch Steigerungen möglich, wie der Sani-Pass, der in > 2800m führt. Das ist DIE Abenteuerstrecke für unausgefüllte Südafrikaner mit ihren 4x4. Meine Holde ist die letzten 3 km aus Angst ausgestiegen und hat den Pass und gut 300 Höhenmeter zu Fuss erkrackselt. Frauen, kein Vertrauen, aber ehrlich, hätte ich auch gerne gemacht...
Dachte ich noch, jetzt haste deine 4x4-Prüfung bestanden, weit gefehlt, Lesotho war die Hölle, zu Fuss wäre schneller gewesen, 3 km in einer Stunde!
Matsch, nasse Sandpässe in 3000m Höhe, Flussdurchfahrten, tiefe Absätze...
Hier mussten wir dann auch eine geplante und bezahlte Unterkunft für 40 Euronen sausen lassen, da wir die nicht mehr erreichen konnten und auf dem Dach Afrikas im Matsche im Nirgendwo fest saßen.
Dachte ich danach, jetzt ist es vorbei mit dem Nervenkitzel, wir sind wieder in der Zivilisation, auch hier weit gefehlt. Wie oben bereits geschrieben, war ein gebuchter Campinplatz und eine Hütte abgesoffen.
Klar, als wir in der Gegend waren, kam die zweite Flut, Regen wie unter der Dusche...
Blöde nur, dass wir gerade eine Schlitterpartie über einen Schotter-, nein Matschpass hinter uns hatten, den ich gerade so mit Hängen und Würgen gepackt hatte. Ein Zurück gab es also nicht, es musste also eine Alternativstrecke her. Nur, die war abgesoffen...
Es gab nur die Alternativen, im Nirgendwo Tage auszuharren, na ja, Wasser und Bier hatten wir genug, oder eine knifflige Flußdurchfahrt zu wagen. Da wir sooo viel Bier auch nicht dabei hatten, entschied ich mich zwecks Auffüllung der Biervorräte und Einhaltung des Urlaubsplans für die Flussdurchfahrt.
War eigentlich ganz easy, ok, meine Unterhose musste in die Wäsche und den Teppichboden unseres 4x4 müssen wir wohl bezahlen.
So Abwechslungsreich wie die Landschaft und die Straßen ist auch das Wetter. Ich meine, dort ist nun Sommer...
Heute 35 Grad, morgen 15...
Gerade noch strahlender Sonnenschein, im nächsten Moment gepladder...
Dies alles hat wohl auch die Südafrikaner geprägt
Wenn ein Südafrikaner bezüglich Wanderweg oder Straße meint: "Easy...", bedeutet das für uns Action...
Die ticken einfach anders! Da sind wir für einen 22 km Marsch auf 2800 m Höhe mit Bergstiefeln, Wetterkleidung und ausreichend Wasser ausgerüstet, werden wir von ganzen Familien, teilweise barfuß und Säugling auf dem Rücken überholt. Dabei überqueren die (mit Säugling) noch eine Stromschnelle, schwimmen durch eine Klamm und klettern an einem losen Seil 40m in die Höhe!
Ich dachte, ich sei im falschen Film!
"Easy" bedeutet klettern, durch Flüsse Schwimmen oder fahren, für uns Action oder für Autos echtes off road!
Wenn irgendwo ein Schild steht "difficult" oder "only 4x4", dann sind solche Strecken fast unpassierbar, zumindest für uns...
Das Wort "Steigung" kennen die nicht, Steigungen von 45 Grad sind normal. Wenn irgendwo das Schild "Steigung" auftaucht, hilft auf unbefestigten Straßen nur ein 4x4 im Kleingang, 50 Grad Steigung kann man dann schon einplanen. Offensichtlich hatten die Strassen- besser Wegeerschaffer gedacht, sollen die sich doch vernünftige Autos zulegen...
Das scheinen teilweise echte Adrenalin-Junkies zu sein. Überall findet man an den unmöglichsten Stellen wie Brücken, Abgründe u.s.w. Gelegenheiten, einen Bungee-Sprung zu wagen. Mal abgesehen von den anderen Möglichkeiten, seiner Gesundheit Schaden zuzufügen...
Menschen leben dort natürlich auch. Der nördliche weiße Südafrikaner viel durch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Der Südliche entspricht eher unserem Naturell vom Typ Ellenbogenmensch mit dickem Bauch.
Die Apartheit ist zwar offiziell abgeschafft, aber auffallend ist die Rassentrennung. Kein Weißer spricht mit einem Schwarzen oder umgekehrt. Jede Rasse hat ihre Territorien. Verstehe ich eigentlich ob der äussert attraktiven schwarzen Damen oder Herren nicht
Na jedenfalls unterhalten wir regen Kontakt mit schwarzen Menschen, das hängt wohl eher damit zusammen, dass wir von außerhalb kommen und die Problematiken nicht kennen und auch Schwarze einfach als Menschen ansehen. Anfangs waren die schon überrascht, als wir sie ansprachen, so nach dem Motto:"Wie, ihr redet mit uns...".
Unter den Schwarzen tut sich auch ein Unterschied auf, die die es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht haben und die, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Bei Letztgenannten schlägt einem oft offene Feindschaft entgegen, für mich verständlich.
Mit Stacheldraht abgeschirmt kämpfen sie täglich ums Überleben, während in der Nachbarschaft die dicken Häuser mit Wachdienst stehen.
Daraus resultiert wohl auch die in hiesiger Presse breit getretene hohe Kriminalitätsrate. Wobei auch dies relativ ist, lese ich die hiesige Presse, möchte ich auch nicht nach DE reisen
Hier wird wohl auch wieder maßlos übertrieben, wir jedenfalls hatten keine negativen Erfahrungen, auch in Townships oder sonstigen armen Gegenden nicht.
Bis auf Lesotho, da schlägt einem selbst bei Kindern der blanke Haß entgegen. Ich war froh, als wir da wieder raus waren!
Wer etwas erleben möchte, der mache es so wie ich und organisiere alles selber. Auf 10.000 km kann schon so einiges passieren, aber so ist es zumindest für mich das Geld wert. Im Touribus, für mich nein danke und heraus geschmissenes Geld, man sieht nix...
So war das für mich eines der Highlights meines Lebens, unvergesslich!
Fotografiert habe ich natürlich auch, gut 5.000 Bilder
Davon gingen dann 2.500 gleich in die Tonne. Nach drei mal drüber Schlafen sind 1.600 Bilder übrig geblieben, von denen ich mich nicht trennen kann.
Eine ganz kleine Auswahl könnt ihr hier betrachten:
http://www.mcpixx.de/index_2.php?gallery=Aus%20aller%20Welt/Afrika%202007
Was kann dies noch toppen? Vorschläge?
Im Juni versuche ich es mal mit Island, mal schaun, ob das mein Bully überlebt
Guats Nächtla,
Mik