von Bundesfreiwild » 09.01.2012 11:07
Egyptwoman, du hast nicht bekommen, was hier im Beamtendschungel derzeit abgeht.
Das haben aber auch viele langjährige Beamte nicht wirklich schon bemerkt.
Es geht SEHR ALLGEMEIN und gar nicht persönlich betrachtet - schon gar nicht von Seiten der Dienstherren - darum, möglichst viele Beamte loszuwerden oder/und sich nur noch solche Beamte neu zu "machen", von denen man erwarten kann, dass sie den Vorgaben entsprechen:
sehr gute Schulabschlüsse
voraussehbar flexibel bei allen unbequemen Entscheidungen des Dienstherrn
voraussehbar gesund, damit sie möglichst geringe Personal- und Beihilfekosten produzieren
insgesamt möglichst angepasst, belastbar und austauschbar (man will eigentlich gar keine Menschen mehr, wenn man könnte, würde man Roboter nehmen)
Immer dran denken, egal in welcher Behörde man arbeitet, der alleroberste Dienstherr sitzt im Bundesministerium für Finanzen und des Inneren.
Beide haben ein seit Jahren offensichtliches Interesse daran, den Beamtenbestand massiv herunterzufahren und Gehalts- und Pensionskosten zu senken, weil der Staat keine Geld mehr hat.
Fühle dich deshalb nicht so sehr persönlich angemacht. Das ist alles Strategie.
Du kannst da nur die eigene persönliche Entscheidung dagegen setzen und dem ganzen ausweichen, indem man die Konsequenzen zieht.
Bei Telekom siehts für viele so aus, dass sie in die Dienstunfähigkeit gehen und sich halt einen Nebenjob suchen.
Oder sie gehen in die Frühpension - oft auch mit Nebentätigkeit, weil es sonst nicht reicht.
Ich rate auch JEDEM qualifizierten Menschen davon ab, sich unter den heutigen Bedingungen verbeamten zu lassen.
Die Wahl im Leben, die man hat ist, sich einen anderen Weg zu suchen. Ich sag meinen Nachhilfekindern immer: Du wirst dein Umfeld nicht ändern können, in dem du dich bewegst, aber du kannst DICH selbst und deine persönliche Einstellung ändern - also: es macht dir keiner passend, sondern du musst es dir passend machen.
Hätten mir meine Eltern diese Einsicht mal SO vermittelt, wäre mein Leben gewiss ganz anders verlaufen, als im Sande des Beamtentums.
Ich habe immer nur gesagt bekommen: Halt den Mund und mach die Faust in der Tasche - also übersetzt: Schweige und ertrage es.
Was man mir hätte sagen sollen war: Wenn es dir nicht passt, was passiert - dann suche dir einen anderen Weg, auch wenn der vielleicht am Anfang etwas mühsamer ist.
Und analysiere genau, was du überhaupt wirklich willst UND wie du dahin kommst.
Manchmal ist der Weg zwar steiniger - aber deutlich befriedigender in der Bewältigung der Herausforderungen, die man SELBST an sich stellt, als die Verfolgung von Zielen (meistens auch nur Leistungsziele), die andere für einen aufstellen und einem selbst als Mensch überhaupt nichts bringen.
Löse dich jetzt mal von diesem Mist, der da gerade läuft und setze dich mal mit einem lebenserfahrenen Menschen zusammen, der vielleicht mal ein gutes Gespräch mit dir führen und dir evtl. auch einen anderen als den gerade eingeschlagenen Weg weisen kann.